Geisterspiele sind für den Landkreis Dachau keine Option....

Kein Amateurfußball vor dem 1. September im Landkreis Dachau

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Die Fußballtore der Amateurvereine kommen in diesem Sommer wohl nicht mehr zum Einsatz.

Dachau - Rund 68 Prozent der bayerischen Fußballvereine stimmten einem Vorschlag des BFV zu.

Die Fußballprofis werden demnächst möglicherweise vor TV-Kameras, aber ohne Zuschauer kicken, für Amateurvereine sind derartige „Geisterspiele“ hingegen keine Option. 

Ganz einfach, weil die Fußballabteilungen die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern sowie dem Verkauf von Wurstsemmeln und Getränken benötigen. Deswegen hatte der BFV-Vorstand um Präsident Dr. Rainer Koch den 5100 Vereinen den Vorschlag unterbreitet, die Saison ab dem 1. September zu Ende zu spielen. Am vergangenen Wochenende ging die Online-Abstimmung über die Bühne. Knappe 75 Prozent der Vereine beteiligten sich an dem Votum. 2178 Klubs (68,13 Prozent der abgegeben Voten) stimmten für den BFV-Vorschlag votiert, 1019 (31,87 Prozent) sprachen sich dagegen aus. Zu den Befürwortern zählte der Bayernliga-Tabellenführer FC Pipinsried. Dessen kaufmännischer Geschäftsführer Uli Bergmann erklärte: „Wir sind Teil dieser Mehrheit. Deswegen sind wir mit dem Abstimmungsergebnis sehr zufrieden.“ Er sprach von einer „sportlich gerechten Lösung“, die keinen bevorteile oder benachteilige. 

Der Verband müsse also keine Klagen befürchten, die bei jeder anderen Entscheidung zu erwarten gewesen wären. Erstaunt war Bergmann allerdings über die Höhe der Zustimmung, denn auch in der Bayernliga gab es einige Stimmen, die für einen Saisonabbruch geworben hatten. Nicht zuletzt, weil viele Fragen offen bleiben. Laut BFV gelten die Verträge für Spieler und Trainer, die am 30. Juni geendet hätten, bis zum neuen Saisonende weiter. Doch ab alle Akteure willens und in der Lage sind, vier oder mehr Monate weitere für ihren aktuellen Klub tätig zu werden, steht in den Sternen. „Bei manchen stehen Umzüge aus beruflichen oder privaten Gründen an“, benennt FCP-Spielertrainer Muriz Salemovic ein Problem. Ein anderes ist Beginn und Ende der Folgesaison 2020/2021. „Wenn es unmittelbar mit der neuen Spielzeit weitergeht, haben neu formierte Teams eigentlich keine Möglichkeit, sich einzuspielen“, erklärt Salemovics Kollege Fabian Hürzeler. Ebenfalls unklar ist die Sponsorensituation vieler Vereine. Denn zahlreiche Firmen müssen mit erheblichen Umsatzrückgängen zurecht kommen. 

Ob dann noch Geld für Amateurfußball übrig ist, scheint fraglich. Und selbst der Termin 1. September ist nicht Stein gemeißelt. Zumal nach der Absage des Oktoberfests. „Wir müssen einfach abwarten“, meint Bergmann.

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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