Präsident des FC Pipinsried hört auf

Höß kündigt Rücktritt in der Winterpause an

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Die letzte Feier mit Höß als Gastgeber genossen (von links) die langjährige Kreisbäuerin Rosmarie Böswirth, der oberbayerische BBV-Präsident und MdL Anton Kreitmair, Konrad Höß, Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle, MdL Bernhard Seidenath und Landrat Stefan Löwl.

Pipinsried - Es kam für einige etwas plötzlich, als Konrad Höß, Präsident des FC Pipinsried, seinen Rücktritt auf der Weihnachtsfeier ankündigte. Zum Abschied ließ er seinen Ärger nochmals Luft.

Bei der Jahresabschlussfeier seines FC Pipinsried ließ Präsident Konrad Höß die Bombe platzen: „Meine Zeit läuft ab, meine Jahre sind dahin. Roland Küspert wird mich im Januar oder Februar als erster Vorstand beerben.“

Als Grund nannte er: „Ich habe mich viel zu wenig um meine Familie gekümmert.“ Seine Frau Kathi habe erst kürzlich eine Krebs-OP überstanden.

Abschied mit Zorn

Es war kein leiser Abschied, den der 74-Jährige vollzog. Im Gegenteil: Es war der Abschied eines zornigen Mannes. Schon bei der Begrüßung ließ er sein Publikum wissen: „Ich bin maßlos enttäuscht.“ Der Grund für seine Verbitterung: Außer Trainer Bernd Weiß waren nur neun Kicker aus dem 23-Mann-Kader erschienen, darunter Kapitän Martin Finkenzeller, Thomas Berger, Andreas Götz, Serge Yohoua und Georgios Blantis. Einige fehlten entschuldigt wie Manuel Eisgruber (krank) oder Denny Herzig (beruflich), andere unentschuldigt.

Höß zog noch einmal eine bittere Jahres-Bilanz. Dabei ließ er kein gutes Haar an seinem früheren Liebling, Ex-Spielertrainer Tobias Strobl. Aber auch „wortbrüchige“ (so nannte es Höß) Spieler wie Max Zischler, Giovanni Goia und Sebastian Fischer bekamen ihr Fett ab.

Lob und Ratschläge

Die anwesende Politprominenz reagierte unterschiedlich. Landrat Stefan Löwl würdigte Höß in seiner Grußrede mit den Worten: „Eine Ära geht zu Ende.“ Ehrenamtliche Leistungen von Menschen wie Konrad Höß seien vorbildlich, „davon lebt unser Land.“ Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle lobte Höß als Botschafter der Marktgemeinde und wünschte ihm, Fußball in Zukunft „mehr als Spiel zu verstehen“. Der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath verbreitete Optimismus und reimte: „Niersbach, Blatter und Platini gehen, aber der Conny Höß bleibt bestehen.“ Seidenaths Maximilianeums-Kollege Anton Kreitmair und die frühere Kreisbäuerin Rosmarie Böswirth spendierten den Anwesenden 70 frisch gebackene Kiacherl. Der langjährige Chefarzt der Amperkliniken Michael Weber riet seinem Ex-Patienten Höß mit einem Augenzwinkern: „Wenn man aufhört, dann sollte man seinem Nachfolger nicht jeden Tag mit guten Ratschlägen versorgen.“ Weber weiß, wovon er spricht: Er ging Anfang 2015 in den Ruhestand. Ein Edelfan kommentierte vorsichtig: „Ich glaube an den Rücktritt erst, wenn er vollzogen ist.“

Tatsächlich hatte sich der FCP-Präsident ein kleines Türchen offen gehalten. Denn als er über den Übergabetermin sprach, setzte er hinzu: „Wenn es uns gelingt, bis dahin eine Hauptversammlung einzuberufen.“

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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