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Dachauer läuft Supermarathon

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Von: Horst Kramer

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Oliver Müller von Soli Dachau
Erstmals 73,9 Kilometer mit 1490 Höhenmetern bewältigt: Oliver Müller von Soli Dachau. © Kramer

Was für Marathonis der New York City Marathon oder für Triathlonis der Ironman auf Hawaii ist, das ist für Ultra-Läufer der Rennsteiglauf in Thüringen. Eine 73,9 Kilometer lange Strecke, die von West nach Ost durch den Thüringer Wald führt.

Dabei sind 1490 Höhenmeter bergauf und 930 Höhenmeter bergab zu bewältigen. Startort ist die Lutherstadt Eisenach im Westen Thüringens, mit 45.000 Einwohnern ungefähr so groß wie Dachau. Das Ziel steht im 1700-Einwohner-Städtchen Schmiedefeld mitten im Biosphärenreservat Thüringer Wald.

Heuer wurde das Lauf zum 49. Mal ausgetragen. Für den Dachauer Oliver Müller war es eine Premiere. Der M35-Sportler der Soli Dachau ist zwar ein erfahrener Marathon- und Halbmarathonmann, eine Distanz jenseits der 50 Kilometer ist er indes noch nie angegangen. Sein Ziel lautete daher: „Ankommen! Das heißt, auf den Puls zu achten und ab Minute 45 regelmäßig verpflegen.“

Müller und seine knapp 1000 Mitstreiter hatten Glück mit dem Wetter: Am Vorabend war ein Gewitter über die Region gezogen und hatte für Abkühlung gesorgt. Morgens um sechs Uhr fiel der Startschuss. „Die ersten 25 Kilometer mit knapp 900 Höhenmetern waren keine Überraschung für mich“, berichtet Müller, denn diesen Abschnitt war er zur Vorbereitung auf das Ereignis schon vor einigen Wochen abgelaufen.

„Die Zeit und die Kilometer vergingen erstaunlich schnell und die Stimmung an den regelmäßigen Verpflegungspunkten war Klasse“, erzählt der Dachauer. Die Strecke führte über hauptsächlich über Waldwege und Wanderwege – der „Rennsteig“ ist ein alter Höhenwanderweg mit einer Gesamtlänge von rund 170 Kilometern.

Ab Kilometer 50 wurde es für Müller spannend. Kurz danach, am berühmten Oberhofer Biathlonstadion, war zum Glück eine Verpflegungsstation aufgebaut, der Dachauer stärkte sich für den „Schlussspurt“, immerhin eine Strecke von der Länge eines XL-Halbmarathons. Bei Kilometer 62 war am Großen Beerbeck (962 Meter) der höchste Punkt des Parcours erreicht. Von nun an ging es fast nur noch bergab. „Ich konnte mein Tempo halten“, erinnert sich Müller, „doch an Beschleunigung war nicht mehr zu denken, der Körper wollte nicht mehr schneller.“ Gegen Ende des Rennens füllte sich der Weg mit Wandergruppen und Halbmarathonis – insgesamt nahmen rund 10.000 Personen an der Veranstaltung teil. Die Ultraläufer wurden besonders angefeuert. Nach 7:47 Stunden traf Oliver Müller als 192 und 46. M35-Mann ein. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei beeindruckenden 6:19 Minuten pro Kilometer!

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