Fußball: Spielerwechsel

Posse um Peter Herger

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Führte Konrad Höß an der Nase herum: Peter Herger.

Dachau/Pipinsried - Peter Herger wechselt doch nicht zum TSV Dachau 1865, nein, das hat er nur so gesagt, damit ihn FCP-Präsident freilässt. Eigentlich geht Herger woanders hin.

In der vergangenen Woche sah alles nach einem weiteren Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel zwischen den beiden Bayernligisten des Landkreises, FC Pipinsried und TSV Dachau 1865, aus. Der 20-jährige Pipinsrieder Mittelfeldspieler Peter Herger schien vor einem Wechsel zu den Dachauern zu stehen. Am Donnerstag erhielt er daraufhin von FCP-Boss Konrad Höß die Freigabe. Doch in Wahrheit hatte Herger zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Bayernliga-Dritten, dem TSV Rain, alles klar gemacht: Am Abend stand das Mittelfeldtalent schon auf dem Rainer Trainingsplatz und führte die Anweisungen des neuen TSV-Coachs Jürgen Steib aus.

Kluger, wenn auch nicht nötiger Schachzug

Höß zeigte sich verschnupft: „Vermutlich haben Herger und sein Vater gedacht, dass ich meine Zusage nicht halten würde, wenn ich gewusst hätte, dass er nach Rain will.“ Dem wäre aber nicht so gewesen: „Ich stehe zu meinem Wort.“ Als sich Herger und sein Vater von Höß verabschiedet hatten, deuteten die beiden an, dass mit dem TSV Dachau 1865 praktisch alles klar wäre. Ein gut durchdachter, weil nicht-nachprüfbarer Schachzug, denn der Coach der Amperstädter, Marcel Richter, war in der letzten Woche nicht ansprechbar: Sein Vater war verstorben, der Sachse fuhr in seine Heimat. Sein Handy blieb aus. Konrad Kirschberger, Fußballabteilungsleiter bei dem Amperstädtern, erklärte gegenüber der Dachauer Rundschau: „Zu Herger gab es höchstes indirekte Kontakte. Mit mir hat niemand und zu keinem Zeitpunkt gesprochen.“

Gleich ein Spiel gegen altes Team

Der Wechsel Hergers an den Lechrain hat eine durchaus pikante Note: Am 1. März treten die Nordostschwaben beim FC Pipinsried zu ihrem Nachholspiel an. Vater Hergers Abschiedsgruß Richtung Höß hatte daher gelautet: „Das Spiel schaue ich mir hundertprozentig an.“ Der FCP-Boss war hinterher schlauer: „Diese Aussage hätte mir zu denken geben müssen.“

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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