Pipinsried/Fußball

FCP-Theater um eine Uralt-Satzung

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BFV weist KlaAe gegen den Dorfklub zurück, Grassow verlässt den Verein.

Pipinsried - BFV weist Klage gegen den Dorfklub zurück, Grassow verlässt den Verein.

Auch nach Abschluss der Regionalligasaison kommt der FC Pipinsried nicht zur Ruhe. In der vergangenen Woche stand der Verein vor einem BFV-Gericht: Ligakonkurrent und Absteiger SV Seligenporten hatte die Pipinsrieder beschuldigt, Spieler eingesetzt zu haben, die nicht Vereinsmitglieder sind – ein Verstoß gegen die Verbandsregularien. Es drohten Punktabzüge und ein Zwangsabstieg. Das Kuriose daran: Der Oberpfälzer Verein bezog sich auf eine alte Satzung des FCP aus dem Jahre 1971. Dort war festgehalten, dass neue Mitglieder per Akklamation in einer Vollversammlung bestätigt werden. Die Praxis in Pipinsried war indes eine andere: Wer eine Gelb-Blauer werden wollte, musste einfach einen Mitgliedsantrag ausfüllen – wie bei anderen Vereinen auch. Die FCP-Vertreter konnten dem Gericht die unterschriebenen Anträge ihrer Kicker sowie die Mitgliederliste, die beim Bayerischen Landessportverband (BLSV) hinterlegt ist, vorlegen. Das reichte den Fußballjuristen, sie wiesen die Klage ab. Weil jedoch von zwei Spielern – die Youngster Leon Dekorsy (19) und Maximilian Ettner (20), die beide den Dorfklub verlassen – keine Unterschriften vorlagen, droht ein Nachspiel in den kommenden Tagen. Das mit einem Punktabzug in der neuen Saison oder mit einer Geldstrafe enden könnte. Im Pipinsrieder Umfeld wurde derweil heftig diskutiert, wer den Seligenportenern den Tipp mit der Uralt-Satzung gegeben haben könnte. Eines war klar: Es musste ein „Insider“ gewesen sein. Ex-Präsident Konrad Höß, der sich öffentlich mehrfach kritisch über seine Nachfolger geäußert hatte, wies indes jede Involvierung weit von sich: „Eher hacke ich mir beide Hände ab, als meinem Verein zu schaden.“ Zurück zum Sportlichen: Toptalent Luis Grassow (19) wechselt in die Regionalliga Südwest zum ambitionierten früheren Bundesligaverein SSV Ulm 1849. Statt seiner hat Manager Roman Plesche den beim FC Bayern und FC Augsburg ausgebildeten Kevin Nsimba (20) unter Vertrag genommen. Der Deutsch-Kongolese war in der abgelaufenen Saison Stammkraft beim Bayernliga-Vizemeister SV Pullach. Ob Mittelfeldmotor Kasim Rabihic (26) dem FCP erhalten bleibt, ist weiter in der Schwebe. „Vermutlich fällt erst im Sommer eine Entscheidung“, mutmaßt Plesche. Rabihic verhandelt angeblich mit einigen Profivereinen.

kho

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