FC Pipinsried ringt den Schweinfurter Profis ein Remis ab 

Pipinsried sorgte für die nächste Sensation

Lucas Schraufstetter
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Lucas Schraufstetter (2. v. r.) visiert das Schweinfurter Kasten an – gleich steht es 1:1.

Als der frühere Pipinsrieder Spielertrainer Tobias Strobl am Freitag auf dem FCP-Gelände eintraf, musste er viele Hände schütteln. Der Erfolgscoach der Jahre 2012 bis 2015 ist bis heute bei den Anhängern des Dorfklubs ausgesprochen beliebt. 

Doch nach dem Spiel des FC Pipinsried gegen Strobls aktuellen Klub 1. FC Schweinfurt 05 war der mittlerweile 33-Jährige geladen. Der FCP hatte Strobls Profitruppe ein 2:2 (1:1) abgerungen – eine weitere Sensation nach dem Auswärtspunkten in Bayreuth und Unterhaching. Ein herber Rückschlag für Strobl, der dem FC Bayern 2 Paroli bieten will.

Zweimal hatten die Schweinfurter geführt: durch ein Traumtor in den Winkel von David Grözinger (0:1, 2.) und ein Solo von Meris Skenderovic (1:2, 48.). Zweimal kamen die Pipinsrieder zurück, beide Male durch Lucas Schraufstetter. Erst durch einen Heber aus 18 Metern (1:1, 22.), dann durch einen Abstauber nach einem Kopfball von Peter Guinari (2:2, 88.).

Strobl ärgerte sich über die Schiedsrichter: „Sie haben uns zwei Punkte gekostet. Erst haben sie uns einen glasklaren Elfmeter verweigert und uns später eine unberechtigte gelb-rote Karte gezeigt.“ In der 75. Minute attackierte der Schweinfurter Tim Kraus an der Mittellinie den davon sprintenden Eren Emirgan von hinten. Die Folge: eine Ampelkarte, Überzahl für Pipinsried. FCP-Coach Andreas Thomas kommentierte: „Die Karte kann man geben.“ Bei der von Strobl angesprochenen Strafstoßszene war er vorsichtiger: „Da haben wir Glück gehabt.“ Der Pipinsrieder Neuzugang Ahanna Agbowo (zuvor 1860 München U23) hatte Grözinger an der Torauslinie zu Fall gebracht. Der Referee ließ weiterspielen.

Pipinsried hatte sich ihren Sensationspunkt jedoch mehr als verdient. Nach dem Schock des frühen Gegentores nahmen sie das Heft des Handelns in die Hand und hätten nach dem Ausgleich mehrfach nachlegen können. Nach dem Seitenwechsel wiederholte sich das Geschehen: Die Gäste trafen erneut, die Gastgeber mussten der Führung wieder hinterherlaufen. „Die Moral bei uns ist hervorragend!“, freute sich der Trainer. Zumal den Pipinsrieder sogar noch ein weiteres Schraufstetter-Tor wegen einer umstrittenen Abseitsstellung aberkannt wurde.

Unter den Zuschauern weilte auch der frühere Pipinsrieder Kicker und jetzige SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi „Ein tolles Spiel auf hohem Niveau“, lobte er. Schrodi spendete dem FCP einen Spielball und einen Trainingsball.

Das für Dienstag Abend vorgesehene Spiel gegen den TSV 1860 Rosenheim fiel wegen eines positiven Corona-Tests im Umfeld des FCP aus. Am Freitag Abend besucht der Regionalliga-Achte FC Pipinsried den punktgleichen Elften Viktoria Aschaffenburg (19 Uhr).

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