Bayernliga-Tagung

Thema Mindestlohn

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FCP-Boss Konrad Höß (rechts) begrüßte seine Klubkollegen und übergab anschließend das Mikrofon an Spielgruppenleiter Andreas Mayländer.

Pipinsried - Es treffen sich BFV-Funktionäre mit Fußballtrainern zusammen, um über Fußball zu reden. Doch dann wird nur über Politik diskutiert und das für die meisten nicht zufriedenstellend.

Es war bezeichnend für diese Winter-Bayernligatagung, dass ein Politiker, der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath (CSU), als Erster das Thema des Tages ansprach: „Beim Mindestlohn muss es dringend Änderungen geben.“ Seidenath weiß: Die 8,50 Euro pro Stunde stellen ein ernsthaftes Problem für alle Vereine dar, die Vertragsamateure auf einer 250-Euro-Basis beschäftigen. Und das sind sehr viele, von der Regionalliga, über die Bayern- bis zur Landesliga. Selbst in der Bezirksliga laufen Kicker mit Vertragsamateur-Status auf. Sie dürften nur 29 Stunden im Monat für ihre Klubs tätig sein. Eine Grenze, die auch ohne Auswärtsfahrten schnell überschritten wird. Doch die BFV-Funktionäre hatten den Vertretern der 19 Bayernliga-Klubs dazu nichts zu sagen. Außer schwache Worte des Trosts: „Der Zoll (dessen Aufgabe es ist, Arbeitszeitvorgaben zu überprüfen – d. Red.) hat jetzt erst einmal anderes zu tun als Euch zu prüfen“, gab BFV-Präsidiumsmitglied Jürgen Faltenbacher zum Besten. Sein Kollege Bernd Reitstetter empfahl zudem eine Hotline in Berlin. Da platzte einigen Klubverantwortlichen der Kragen: „Ihr seid doch unsere Lobby, Ihr müsst Druck machen und die Fragen klären“, meinte zum Beispiel Franz Färber (FC Unterföhring).

Rundumbande: Sicherheit oder Werbezweck?

Auch bei anderen Themen machte die Verbandsgrößen keine gute Figur. Ligaleiter Andreas Mayländer hielt die Rundum-Bande bei Bayern- und Landesliga-Vereinen für eine Selbstverständlichkeit – offensichtlich in Unkenntnis, dass nicht nur die benachbarte Pipinsried-Arena bloß an drei Seiten von Werbetafeln umsäumt ist. Faltenbacher setzte noch eins drauf und polterte: „Wer in der Fünften und Sechsten Liga solche Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte sich überlegen, ob er da überhaupt hingehört.“ Es ginge schließlich um die Sicherheit. Der Abteilungsleiter des TSV Dachau 1865, Konrad Kirschberger, widersprach: „Eine 1,50 Meter hohe Bande hält niemanden ab.“ Der Pipinsrieder Michael Dietrich hakte nach: „Um welche Vorfälle geht es dabei eigentlich?“ Die BFV-Funktionäre wussten darauf keine Antwort. Ein Klubvertreter spekulierte später in kleiner Runde: „Vermutlich geht es dem Verband weniger nur darum, dass im BFV-TV immer schöne Werbebanden zu sehen sind.“

Außer die Küche wurde keiner gelobt

Ob dieser Dispute geriet Mayländers positive Bilanz der Bayernliga-Vorrunde ins Hintertreffen, ebenso wie die freundlichen Grußworte von Landrat Stefan Löwl und von Josef Wiedmann, dem zweiten Bürgermeister von Altomünster. Nur eine wurde von allen Seiten gleichermaßen mit Lob überschüttet: Präsidentengattin Kathi Höß für ihre Küche und die reibungslose Organisation der Veranstaltung.

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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