Mehr als 200 Aktive des Benefizlaufs „Wings for Life“ treffen auf rund 1000 Erholungssuchende

Riesentrubel an der Oberschleißheimer Ruderregatta -Strecke

 Ruderregatta-Strecke
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Ganz schönes Gedrängel an der Ruderregatta-Strecke: die bisher letzte Pfaffenhofener Silvesterlaufsiegerin Anja Kobs (Startnummer 53510) gewann dennoch die Deutschland-Wertung und wurde Sechste im Weltklassement. Der Radler ist ein Kameramann vom Studio DropIn TV, das die Rennereignisse live im Internet im Auftrag von Red Bull zeigte

Es war eine Amateursportveranstaltung, wie es schon lange keine mehr gegeben hat – obwohl sie eigentlich virtuell war. Doch ganz real hatten sich am frühen Sonntag Nachmittag vermutlich mehr als 1200 Menschen rund um die Oberschleißheimer Ruderregatta versammelt: Viele betätigten sich sportlich: auf Inlineskatern, auf dem Rad oder joggend und laufend. 

Rund 200 Läufer werden es wohl gewesen sein, die sich unabhängig voneinander entschlossen, auf dem 4,86 Kilometer langen Rundkurs am weltweiten Benefizlaufevent „Wings for Life“ teilzunehmen, das seit 2004 der Getränkeproduzenten Red Bull zugunsten der Rückenmarksforschung organisiert. Am vergangenen Sonntag nahmen weltweit 184.236 Sportler weltweit an dem Event teil, davon fast die Hälfte Frauen.

Klar, dass auch zahlreiche Lauffans aus dem Dachauer Land dabei mitmachen wollten. Zum Beispiel der Mittelstreckler Quirin Kappelmeier (TSV Eintracht Karlsfeld), der zwei Rollstuhl-Sportler unterstützte und zwischenzeitlich anschob. Oder die Dachauerin Stefanie Starp (Soli Dachau), die einige Runden mit Getränkerucksack absolvierte. Oder die Dachauer Triathletin und Bergläuferin Daniela Arthofer, die zum Anfeuern an die Strecke gekommen war. Denn am Regatta-Gewässer waren zwei Aktive angetreten, die sich gute Chancen ausrechneten, als beste Deutsche in die weltweiten Topränge zu laufen: Anja Kobs aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, im Dachauer Land bestens bekannt als Siegerin des letzten Pfaffenhofener Silvesterlaufs, Markus Brennauer vom TSV Penzberg, ein Stammgast bei den Karlsfelder Laufveranstaltungen sowie der Inzeller Florian Neuschwander, der das Event vor sechs Jahren gewann und im vergangenen Jahr einen Weltrekord über 100 Kilometer auf dem Laufband (!) in 6:26:08 Stunden aufstellte.

Das Problem für alle Teilnehmenden: Es war heiß. Zum Start um 13 Uhr lagen die Temperaturen bei über 30 Grad, in den folgenden Stunden kühlte es sich kaum ab. Kobs hatte sich eine Distanz von 47 Kilometern zum Ziel gesetzt, mit einer Kilometerzeit von 4:17 Minuten. Der mehrfache Karlsfelder Halbmarathonsieger Andreas Brünnert diente ihr abschnittsweise als Hase. Doch schon nach 15 Kilometern mussten die beiden einsehen, dass eine derartige Leistung unter den Hochsommerbedingungen nicht möglich war. Die beiden fuhren das Tempo etwas zurück und siegten dennoch: Kobs erwies sich mit 43,16 Kilometern in 3:08:54 Stunden als beste Ultraläuferin Deutschlands, im Weltranking wurde die 44-Jährige sehr gute Sechste. Für Neuschwander lief es nicht ganz so wie erhofft. Statt der angepeilten mehr als 60 Kilometer stieg er nach 57,1 Kilometern aus. Im Weltklassement belegte er dennoch Rang sieben, im deutschen Feld holte er Silber. M40-Mann Markus Brennauer brachte es auf immerhin 39,76 Kilometer, als 314. weltweit. Gerade in der ersten Stunde herrschte abschnittsweise ziemliches Gedränge, insbesondere auf der Tribünenseite. Doch die Läufer schienen sich daran nicht zu stören: Die meisten schienen glücklich, endlich einmal wieder bei einem Lauf mitmachen zu dürfen

Weitere Informationen unter www.wingsforlifeworldrun.com.

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