Hausmeister mit Herz

Ruhestand für den Markt Schwabener Hausmeister Karl-Heinz Brandl

Mann mit Katze
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Karl Heinz Brandl in seinem Garten, der gleich an die Schule angrenzt. Auf dem Tisch sein Findelkind Flocke.

Pausengong, Kinderstimmen und Herzschmerz: Karl-Heinz Brandl, ehemaliger Hausmeister der Markt Schwabener Mittelschule, hat sich nach über 30 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

Markt Schwaben – Ursprünglich war Karl-Heinz Brandl am Bauhof beschäftigt. Sein Vorgänger als Hausmeister an der Mittelschule wurde krank, Brandl sprang ein und blieb über drei Jahrzehnte. „Der Traumjob schlechthin war es vor allem, weil ich Kinder gern mag und mit ihnen gut auskomme und weil ich hier als Handwerker gefragt war“, so Brandl ein wenig wehmütig über seine Jahre an der Schule, „früher haben wir an der Schule wirklich alles selber gemacht, vom Malern bis hin zum Mauer ausbessern, nur für größeres kamen extra Firmen.“
Ein Allrounder war und ist er natürlich immer noch, mit ganz viel handwerklichem Geschick. Eingesetzt wird dieses jetzt für sein Wohnmobil, das er sich vor ein paar Jahren gekauft hat und damit bald auf Tour gehen möchte. Auf die Frage, wo es denn hinginge erzählt Brandl, dass er erst einmal hier in Deutschland herumreisen mag, „weil ich kenn da noch viel zu wenig“.
Und da, wo es ihm gefällt, da bleibt er einfach stehen und genießt die Landschaft und „einfach das Gefühl woanders zu sein“. Gerne macht er das auch mit seiner jüngsten Tochter. Ein Reiseziel haben sich die beiden auch schon ausgemacht – Schloss Neuschwanstein und Linderhof, so der Wunsch der Tochter.

Drei Kinder hat Brandl, zwei Töchter und einen Sohn. Die Jüngste adoptierte er im Alter von elf Jahren nach dem Tod seiner Lebensgefährtin und zog sie alleine auf. Wenn man Karl-Heinz Brandl so erzählen hört, keine größere Schwierigkeit. Die beiden haben ein inniges Verhältnis zueinander, die 21-Jährige wohnt noch zu Hause und studiert. Aber jeder, der allein ein Kind groß zieht, weiß, wie viel Kraft das kostet.

Die Kraft holte sich Brandl auch in seinem Job, „auch wenn dieser oft anstrengend war, aber das Arbeiten in der Schule war schon etwas Besonderes“, sagt der Hausmeister mit Herz auch heute noch und strahlt über das ganze Gesicht. Anfänglich musste Brandl durchaus den ein oder anderen Test der Schüler überstehen. So hing er einmal Bilder im Gang auf, nach kurzer Zeit hingen alle wieder schief. Die Schüler standen davor und grinsten. „Na, da hab ich einfach ein bisserl nachdenklich geschaut und gesagt: Schief sieht das auch super aus.“ Kurze Zeit später hingen alle Bilder wieder gerade.
Die kumpelhafte Art schätzten die Kinder sehr, „auch wenn ich manchmal ein bisserl laut werden musste.“ Aber immer wieder wurde Brandl der Satz zu Ohren getragen, dass Kinder von anderen Schulen sagten: „Ihr habt hier den besten Hausmeister, den es gibt“.
Das „schöne Feeling“ der langen Jahre an der Schule, wie Brandl es nennt, kann er noch ein wenig genießen, denn das kleine Hausmeisterhäuschen direkt am Schuleingang wird erst im Herbst 2023 abgerissen. Brandl begibt sich zwar schön langsam auf die Suche nach einem neuen Zuhause, aber so eilig hat er es im Moment noch nicht. Der Pausengong, die Kinderstimmen, all das mag er noch ein wenig um sich haben, zu sehr hängt da sein Herz noch an den alten Zeiten. - tt

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