Fußball

FC Pipinsried ist Regionalligist

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Spielertrainer Fabian Hürzeler führte den FC Pipinsried in seiner ersten Trainersaison in die Regionalliga.

Pipinsried - Der Dorfklub feiert mit einem 3:2 bei der SpVgg Greuther Fürth 2 den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte.

Der FC Pipinsried hat am Pfingstmontag das Wunder wahr gemacht und ist in vierthöchste deutsche Fußballklasse, die Regionalliga, aufgestiegen. Nach einem 1:1 im Hinspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth II setzten sich Dorfklub-Kicker um Spielertrainer Fabian Hürzeler im Fürther Ronhof mit 3:2 nach Verlängerung durch. Die Mittelfranken gingen zwar durch Lukas Gugganig früh in Führung (1:0, 34.), FCP-Torjäger Atdhedon Lushi schlug jedoch sofort zurück (1:1, 38.). Beide Teams hatten in der regulären Spielzeit zahlreiche Chancen. Doch dass sich die Pipinsrieder – die nur zweimal in der Woche trainieren – ausgerechnet in der Nachspielzeit gegen die Profis – die neun Kicker mit Erst- und Zweitligaerfahrung aufboten – durchsetzen konnten, das hatte kein Experte erwartet. Es war Kapitän Thomas Berger, der das vorentscheidende 1:2 nach einem klugen Zuspiel durch Emre Arik erzielte (108.). Nach einem Foul an Arik war es Ruben Popa, der den Strafstoß sicher gegen den Ex-Herthaner Sascha Burchert versenkte (1:3, 112.). Niclas Egerers Anschlusstor kurz vor dem Schlusspfiff war bedeutungslos (2:3, 117.). Nach dem Abpfiff brachen alle Dämme: die rund 250 Pipinsrieder Fans (unter den 1400 Zuschauern) stürmten die Arena und feierten ausgelassen mit dem überragenden Hürzeler und seinen Mannen. FCP-Manager Roman Plesche lobte das Team überschwänglich: „Was wir heute gezeigt haben, war herausragend. Die Mannschaft wollte den Sieg, das konnte man sehen!“ Er versprach: „Jetzt wird durchgefeiert!“ Landrat Stefan Löwl war extra nach Fürth gereist und zeigte sich begeistert: „Eine sensationelle Leistung, super spannend und durchgängig ausgeglichen. Für den Landkreis ist natürlich etwas Besonderes, dass wir in der beliebtesten Sportart der Deutschen nun in der obersten deutschen Amateur-Spielklasse vertreten sind.“ Löwl setzte mahnende Worte hinzu: „Nun kommt es darauf an, dass der Verein seine Hausaufgaben erledigt. Ich bin aber sicher, dass er das schafft!“ Der FCP hat bis zum 1. Juli zahlreiche Auflagen des BFV zu erfüllen. Der Präsident der Pipinsrieder, Konrad Höß, war zu Hause geblieben und hatte das Geschehen per Live-Ticker und Telefon verfolgt. Nach dem Abpfiff klingelte sein Mobilgerät ohne Unterlass. „Ich bin sprachlos“, gestand der 76-Jährige, „das hätte ich nie erwartet.“ Es käme jetzt eine Menge Arbeit auf den Verein zu. In welcher Rolle er diese angehen wolle, wusste Höß unmittelbar nach dem Triumph noch nicht zu sagen. „Ich werde nicht jünger, meine Frau auch nicht.“ Möglicherweise übergibt der FCP-Gründer im Herbst – anlässlich der 50-jährigen Geburtstagsfeierlichkeiten des Vereins – das Ruder an Jüngere und fungiert ab da als Ehrenpräsident.

kho

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