FC Pipinsried gewinnt gegen TSV Kottern

Wilde Pipinsrieder Aufholjagd

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Ein Bild, das Bände spricht: Manuel Eisgruber ist nach seinem Ausgleichstreffer zum 2:2 offensichtlich noch nicht zufrieden, auch wenn ihm Armin Lange (hinten) und Arthur Kubica (rechts) gratulieren.

Pipinsried - Der Dorfklub dreht gegen Kottern ein 0:2 binnen neun Minuten in einen 4:2-Sieg.

Viel verrückter kann Fußball nicht sein: Nach 77 Minuten lag der Bayernligist FC Pipinsried mit 0:2 im Rückstand gegen den Abstiegskonkurrenten TSV Kottern. „Wir waren mausetot“, kommentierte FCP-Coach Bernd Weiß nach dem Schlusspfiff. Der Grund: Ersatztormann Thomas Zieger hatte die Pipinsrieder mit einem spektakulärem Fehler auf die scheinbare Verliererstraße gebracht. Der 19-jährige Arnbacher war nach 51 Minuten für den verletzten Georgios Blantis eingesprungen. Ziegers zweite Aktion führte zum 0:1: Er schob das Leder direkt in die Füße von Robin Volland, dem Bruder des Hoffenheimer Profis Kevin (56.).

Danach gerieten die Hausherren mächtig ins Schwimmen.

 Sie hatten Glück, dass die Allgäuer aus dem Kemptener Ortsteil Kottern nur noch einmal nachlegten: erneut durch Volland, nach einer Flanke von Sinan Yilmaz (0:2, 77.). Es folgte der erste von drei denkwürdigen Auftritten von Manuel Eisgruber. Zuerst wurde er von Thomas Schreiner klug eingesetzt: Kotterns Keeper Michael Liebherr konnte des Ex-Sulzemoosers Schuss nur abklatschen, Sturmkollege Armin Lange war zur Stelle (1:2, 83.). Warum die Ostallgäuer nun nervös wurden, war eigentlich rätselhaft. Womöglich lag es am Pipinsrieder Präsidenten Konrad Höß, der – direkt hinter Liebherr stehend – seine Buben wortgewaltig und lautstark antrieb.

Konrad Höß unterstützte seine Schützlinge.

 Eisgrubers zweiter Streich folgte fast umgehend. Mit einem satten 16-Meter-Granate markierte er den Ausgleich (2:2, 87.). Das Publikum tobte. Höß dröhnte durch das Pipinsrieder Rund: „Da geht noch was!“ In dieser Atmosphäre machte der Gäste-Keeper einen verhängnisvollen Fehler: Er ließ sich auf ein Sprintduell mit Eisgruber im Strafraum ein – das er selbstredend verlor und durch ein langes Bein nicht besser machte. Die Folge: Ein Strafstoß, den Kubica kühl verwandelte (3:2, 89.). Der Edeltechniker legte dann auch noch zum 4:2 durch Ricter auf (90.+ 2). Bemerkenswert übrigens, dass Coach Weiß seinen Nachwuchskeeper Zieger nicht tadelte, sondern verteidigte: „Im Training ist Thomas absolut auf Augenhöhe mit Blantis.“ Der FC Pipinsried sprang mit dem Sieg bis auf Tabellenplatz zehn. Der Dorfclub hat allerdings nur zwei Zähler Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz – den nun der TSV Kottern einnimmt.

kho

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