Nur zehn Meter zum Sieg

Dramatisches Triathlonfinale

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Kurz vor dem Ziel bricht Lukasz Wojt zusammen, die Cheerleaderinnen helfen ihm. Im Hintergrund sprintet Markus Hörmann heran.

Karlsfeld - Der Führende Lukasz Wojt bricht vor dem Ziel zusammen – und wird disqualifiziert.

Lukasz Wojt hatte 500 Meter im Karlsfelder See, 26,8 Kilometer auf dem Rad und 4990 Meter laufend erfolgreich hinter sich gebracht. Zehn Meter fehlten dem ehemaligen Weltklasseschwimmer und Olympiateilnehmer zum Sieg beim Karlsfelder Triathlon, als er in die Knie ging.

Hilfe verboten

Offenbar erschöpft, völlig dehydriert, wie sich später herausstellte. Drei Frauen der Cheerleader-Gruppe Jumpagnes sprangen dem 33-Jährigen zur Seite und stützen ihn. Zum selben Zeitpunkt lief Wojts schärfster Verfolger, der zweimalige Karlsfelder Triathlon-Gewinner Markus Hörmann, ins Jahnstadion ein. Der Amberger erkannte, was 100 Meter vor ihm vonstatten ging und fing an zu sprinten.Ein Kampfrichter hatte inzwischen die Cheerleader vertrieben, Wojt kroch auf allen Vieren durch das Ziel. Zu spät, Hilfe von Außen ist beim Triathlon strikt verboten. Der frühere Schwimmstar wurde später disqualifiziert, Hörmann zum Sieger erklärt.

Er wollte die Vorentscheidung erzwingen

Nach dem Schwimmen hatte Wojt 3:30 Minuten Vorsprung auf seine Verfolger, auf dem Rad hatte er sich ein Polster von 4:40 Minuten auf Hörmann herausgefahren. Mit Bedacht: Da er wegen eines erst kürzlich verheilten Ermüdungsbruchs keine Laufeinheiten absolvieren konnte, wollte Wojt in den ersten beiden Disziplinen die Vorentscheidung erzwingen. Was nicht gelang. Im Zielraum wurde der Deutsch-Pole sofort von BRK-Rettungskräften versorgt, vier Stunden später saß er im Stadion-Ristorante und füllte seine Kohlehydrat-Reservoirs wieder auf.

Die schnellsten Männer

Hörmann gewann mit einer Zeit von 2:01:21 Stunden vor dem Germeringer Maxi Krumm in 2:05:51 Stunden. Schon auf Platz sechs folgte Markus Lang (Triathlon Karlsfeld) in 2:12:33 Stunden. Der Lokalmatador wirkte nicht sonderlich erschöpft: „Ich war überzeugt, dass ich an einem guten Tag irgendwo zwischen Platz fünf und zehn landen könnte.“ Schon auf Rang 17 folgte Thomas Struck (Soli Dachau) in 2:20:12 Stunden, zu seiner eigenen Überraschung: „Mit so einer guten Platzierung hätte ich wirklich nicht gerechnet.“

Starke Frauen

Direkt hinter Struck traf nach 2:20:26 Stunden die erste Frau ein: Maria Paulig (SC Delphin Ingolstadt). Dritte wurde Gunda Häußler (Triathlon Karlsfeld) in 2:27:16 Minuten, die sich mit Theresa Wild (TriTeam Rothsee) ein packendes Duell um Silber geliefert hatte. Wild war am Ende 31 Sekunden schneller. Gesamt-22. wurde Anja Stephan (SV Dachau) in 2:44:12 Stunden.

Sieger der Volksdistanz und bester heimischer Vereinsathlet

Die Volksdistanz (500 Meter Schwimmen, 26,8 Kilometer Radeln und fünf Kilometer Laufen) gewann Bastian Glockshuber (TSV Neuburg) in 1:05:36 Stunden.Bester heimischer Vereinsathlet war Kevin Schönenborn (Triathlon Karlsfeld) als 36. in 1:19:45 Stunden, mit einer Sekunde Vorsprung auf den früheren Karlsfelder Leichtathleten Tobias Zoghaib. Bei den Frauen siegte die Tölzerin Rita Härtels in 1:19:50 Stunden. Die Dachauerin Renate Reischl wurde 16. in 1:27:31 Stunden, zwei Plätze dahinter folgten Katrin Schmidtner (LG Kreis Dachau) in 1:29:26 Stunden und die Hilgertshauserin Carmen Putz in 1:29:42 Stunden. Insgesamt nahmen knapp 1100 Sportler am 27. Karlsfelder Triathlon teil.

kho

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