Bumm-Bumm-Boris ledert los

Beckers Zielscheiben: DTB, TV und seine Erben

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Boris Becker hat verbal Maß genommen.

Stuttgart - Boris Becker hat am Rande des Stuttgarter ATP-Turniers zum Rundumschlag ausgeholt. Ziel der Kritik: Die deutschen Spieler, die Fernsehsender und die Nachwuchsförderung.

Zumindest bei der Players Night überließ Boris Becker anderen die große Bühne. Während sich seine einstigen Weggefährten Thomas Muster, Henri Leconte und Goran Ivanisevic als Schlagzeuger und Rocksänger versuchten, schlug der dreimalige Wimbledonsieger in sicherer Entfernung leisere Töne an. Small Talk war angesagt.

Wenige Stunden zuvor aber hatte Becker am Rande des ATP-Turniers in Stuttgart ordentlich auf die Pauke gehauen. Der Tennis-Rentner übte Kritik am Deutschen Tennis Bund (DTB), den Wimbledon-Viertelfinalisten Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer sowie den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Hauptvorwurf an alle Adressen: Ignoranz - irgendwie.

So stöhn ist das Damen-Tennis! Wir zeigen die lautesten Spielerinnen

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So stöhn ist das Damentennis!
Seien Sie froh, dass diese Fotostrecke keinen Ton hat - aber dafür ganz viel Foto: So stöhn ist das Damentennis! © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Hier sehen Sie die Queen des lauten Schreis: Maria Scharapowa. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Die schöne Russin bringt es auf unfassbare 101 Dezibel. Das entspricht einer lauten Motorsäge und liegt knapp unter der Schmerzgrenze - für manche ihrer Gegnerinnen auch deutlich darüber. © Getty
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Bei so viel Geschrei geraten die spielerischen Fähigkeiten Scharapowas fast in den Hintergrund. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Spielerin, die grunzt, schreit oder stöhnt. © Getty
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Dinara Safina, die Schwester von Marat Safin, unterstrich ihre Schläge oft mit einem Ä-Ton. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Ääääääääh! © Getty
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Auch Elena Dementieva gab gern Laute von sich, die vor allem männliche Fans grübeln ließen © Getty
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Obacht, gleich kommt's! © Getty
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Die Sache mit dem Stöhnen hat übrigens nicht zwangsläufig etwas mit Extrakraft zu tun. © Getty
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Denn auch bei wahren Kraftpaketen wie den Williams-Schwestern, hier Venus, geht es lautstark zur Sache © Getty
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Serena steht ihrer Schwester auch da in nichts nach. © Getty
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Duelle unter den Schwestern sind ein wahrer Ohrenschmaus. © Getty
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Andrea Petkovic (l.) kann nicht nur gut tanzen, nein, ... © Getty
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... vor ihren Siegen gibt sie lautstark alles! © Getty
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Auch Victoria Azarenka konnte glatt als Sirene durchgehen. © Getty
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Das hier war allerdings ein Jubelschrei. © Getty
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Michelle Larcher de Brito schlug sie alle! Zwar nicht im Tennis, sondern im Schreien. © Getty
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Mit 109 Dezibel war sie die lauteste Spielerin von allen. © Getty
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Und wer hat's erfunden? Hier sehen Sie die Mutter des Stöhnens, Monica Seles. © Getty
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Schon in ihren Duellen mit Steffi Graf ging sie deutschen Zuschauern damals gehörig auf den Zeiger. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Kommen wir zu den tieferen Tonlagen. © Getty
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Francesca Schiavones Urschreie waren deutlich tiefer als die der Konkurrenz. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Und jetzt kommen wir zu den ganz tiefen Tönen. Denn wer denkt, dass nur Frauen stöhnen, liegt falsch. © Getty
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Die weltbesten Männer tun's auch, zum Beispiel Novak Djokovic. © Getty
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Oder Rafael Nadal, der seine Schläge ebenfalls akustisch untermalt © Getty
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Genau so! Roger Federer ist übrigens mucksmäuschenstill. © Getty
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Auch bei den Männern gibt es zwei Ur-Stöhner. © Getty
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Jimmy Connors ... © Getty
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... und Andre Agassi. © Getty
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Bei ihm beschwerten sich die Gegner Ende der 80er-Jahre als Erstes, aber noch immer gibt es keine Lautstärkeregeln. Und so bleibt das Gestöhne ein Teil des Tennis! Nur auf den Tribünen gilt weiterhin: Quiet, please! © Getty

Besonders mit der Nachwuchsförderung hierzulande zeigte sich Becker am Tag vor dem Titelgewinn des serbischen Weltranglistenachten Janko Tipsarevic (im Finale 6:4, 5:7, 6:3 gegen den Argentinier Juan Monaco) unzufrieden. „Im deutschen Tennis sind in der Förderung leider einige am Werk, die, sachte ausgedrückt, nicht ganz so viel Bescheid wissen. Man muss die richtigen Leute dahinstellen“, forderte der 44-Jährige und nannte den Fußball als leuchtendes Beispiel: „Nicht umsonst sind Matthias Sammer, Joachim Löw und Oliver Bierhoff so erfolgreich. Sie haben sehr viel Ahnung von der Sache.“

Kein Verständnis zeigte Becker dafür, dass die zuletzt auf dem heiligen Rasen so überzeugenden Kohlschreiber und Mayer bei der traditionellen Veranstaltung auf dem Stuttgarter Weissenhof durch Abwesenheit glänzten. „Das verstehe ich nicht ganz. Die besten deutschen Spieler sollten bei den großen deutschen Turnieren spielen.“ Allerdings attestierte der sechsmalige Grand-Slam-Sieger seiner Sportart einen deutlichen Aufschwung - und lobte das „Fräuleinwunder“ mit Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Co. „Dem deutschen Tennis geht es wieder besser“, sagte Becker, „die Frauen haben dabei die Nase vorn, sie sind absolute Weltspitze.“

Das sieht auch Michael Stich so. Beckers einst größter Rivale traut der Wimbledon-Halbfinalistin Angelique Kerber sogar im September in New York den ganz großen Wurf zu. „Die US Open kann sie gewinnen. Ich hätte Angelique Kerber schon jetzt zugetraut, Wimbledon zu gewinnen. Da war spielerisch kein Unterschied zu Serena Williams. Kerber hat Selbstvertrauen ohne Ende“, sagte der 43-Jährige der Bild am Sonntag.

Tennis: Die besten Spieler der Welt

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Für Becker indes ist es unverständlich, dass der Tennissport im TV trotz der jüngsten Erfolge weiter ein Mauerblümchendasein fristet. „Da muss man die öffentlich-rechtlichen Sender in die Verantwortung nehmen und ansprechen. Gerade in Wimbledon gab es Weltklasse-Leistungen deutscher Spieler. Doch die wenigsten haben es mitbekommen, weil man es nicht sehen konnte“, sagte Becker - und kritisierte den Fußball-Hype: „Ob man die Fahrt vom Hotel zum Stadion live zeigen muss, weiß ich nicht.“ Gerade wenn Weltklasse-Leistungen geboten werden, hätten auch andere Sportarten das Recht, „von einer breiten Öffentlichkeit gesehen zu werden“.

Dass Becker, der sich nach Eingriffen am Sprunggelenk und der Hüfte wieder „kerngesund“ fühlt, noch ein wahrer Zuschauermagnet ist, bewies er bei einer Trainerstunde mit Kindern und Jugendlichen auf dem fast vollbesetzten Centre Court. Da blieb für den Rasenkönig von einst sogar noch Zeit, mit der eigens angereisten Andrea Petkovic zu plaudern.

Die Rekonvaleszentin will in den kommenden Tagen über ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) entscheiden. „Mein Herz sagt mir, dass ich will. Mein Verstand sagt, es wäre besser, wenn ich es nicht mache. Genau das ist das Problem, das macht die Entscheidung so schwierig“, sagte Petkovic bei Sport1. Nach einem doppelten Bänderriss und einer Operation Ende April ist die Darmstädterin mittlerweile wieder im Training, wenngleich noch nicht zu 100 Prozent. „Nebenbei mache ich auch noch Reha“, sagte die 24-Jährige.

SID

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