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Jonas Vingegaard gewinnt die 109. Tour de France: „Wir sind total sauber“

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Glück
Von Emotionen überwältigt: Dem Dänen Jonas Vingegaard ist der Sieg der 109. Tour de France sicher. © Tim De Waele/Pool Getty Images via AP/dpa

Der Sieger der Toure de France steht fest: Jonas Vingegaard jubelt.

Paris - Jonas Vingegaard hat als zweiter dänischer Radprofi nach Bjarne Riis die Tour de France gewonnen. Der 25-Jährige holte am Sonntag in Paris den Gesamtsieg vor Titelverteidiger Tadej Pogacar aus Slowenien. Er galt im Vorfeld als einer der Favoriten auf den Gesamtsieg.

Tour de France: Vingegaar zu Doping: „Wir sind total sauber“

Nach dem Sieg stand die Dopingfrage im Fokus. Ob man denn seinen Leistungen bei der Tour de France trauen könne, wollte eine US-Journalistin wissen. „Wir sind total sauber. Jeder von uns. Ich kann für das ganze Team sprechen. Niemand von uns nimmt etwas Verbotenes“, sagte der Sieger der 109. Frankreich-Rundfahrt.

Die Frage der Legitimität der Leistungen ist mit der jüngeren Geschichte des Radsports fest verwachsen. Sämtliche Tour-Sieger in diesem Jahrhundert bekamen sie gestellt, antworteten mal ausführlich, mal wortkarg. Oder eben patzig wie Vingegaards Teamkollege Wout van Aert. „Das ist solch eine Scheißfrage. Sie kommt jedes Mal, wenn jemand die Tour de France gewinnt. Weil wir so gut sind, müssen wir uns rechtfertigen? Ich verstehe das nicht“, sagte der Belgier, immerhin mehrfacher Etappensieger und designierter Gewinner des Grünen Trikots dieser Tour.

Womöglich versteht Vingegaard die Frage besser – allein schon aus dem historischen Kontext heraus. Der 25-Jährige war noch nicht geboren, als Bjarne Riis 1996 als erster Däne die Tour gewann und in dem Land jenen Boom lostrat, den Deutschland ein Jahr später mit Jan Ullrich erlebte. 2007 brach Riis seinen Landsleuten schließlich das Herz, als er mit einer fast schon unverschämten Gleichgültigkeit Doping gestand. Just im selben Jahr hatte Vingegaard seine Liebe zum Radsport entdeckt, als ihn sein Vater mit zu einer Etappe der Dänemark-Rundfahrt nahm.

Tour de France: Anführer Vingegaard übertrumpft Pogacar

Anfangs der Tour agierte Vingegaard noch als Doppelspitze mit Primoz Roglic, doch der Slowene stürzte auf der fünften Etappe und rutschte in die Helferrolle. Vingegaard stieg zum Anführer auf und setzte Pogacar mit zwei großen Angriffen matt. Zunächst fuhr er am Col du Granon in den Alpen ins Gelbe Trikot, dann sicherte er seinen Triumph in Hautacam in den Pyrenäen ab.

Für Vingegaard wird es am Mittwoch einen Empfang auf dem Rathausplatz von Kopenhagen geben. „Ich freue mich sehr auf die Woche. Es wird sicher sehr stressig, aber auch sehr aufregend“, sagte Vingegaard. Es liegt an ihm, seinen Worten bezüglich Doping in den kommenden Jahren Glaubwürdigkeit zu geben. Die Frage nach dem sauberen Tour-Sieger wird er nämlich immer wieder gestellt bekommen. (dpa)

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