Norweger krachte auf knallhartes Eis

Tande wacht nach Albtraum-Sturz aus dem Koma auf - Zwei Herzens-Menschen sind sofort bei ihm

Schlimmer Sturz beim Skifliegen: Daniel Andre Tande musste nach seinem Albtraum-Flug ins künstliche Koma versetzt werden. Nun gibt es aber gute Nachrichten.

Update vom 29. März, 11.55 Uhr: Am Donnerstag stürzte der norwegische Skispringer Daniel André Tande beim Skifliegen in Planica schwer. Er wurde in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er nun aufwachte. Nach dem Sturz wurde bisher ein Schlüsselbeinbruch sowie eine leichte Punktierung der Lunge festgestellt, dem Springer geht es den Umständen entsprechend gut.

Tande aus Koma erwacht - Familie des Skispringers bedankt sich bei Krankenhauspersonal

„Der heutige Tag hat bestmöglich begonnen - mit dieser Nachricht von unseren guten Freunden in Slowenien: Daniel ist aufgewacht und redet jetzt mit seiner Mutter und seiner Freundin“, teilte der norwegische Skisprung-Chef Clas Brede Braathen am Montagmorgen gegenüber der Presse mit. Tande sei demnach „bei vollem Bewusstsein und alles ist gut“. Über Nacht habe er „große Fortschritte“ gemacht. Gegen sechs Uhr morgens sei er vom Beatmungsgerät genommen worden, wie die norwegische Teamärztin mitteilte.

Bei Tandes Familie herrschte natürlich Erleichterung. Über den Verband ließ sie ihren Dank beim Krankenhauspersonal ausrichten. Es seien „schmerzhafte und lange Tage des Wartens gewesen“. Die Ärzte und das Hilfspersonal hätten dem 27-Jährigen die beste Behandlung gegeben, die man sich nur vorstellen könne und ihn „wie ein König behandelt“, wie es in einem Statement hieß. Bereits seit Samstag wurde sein Aufwachprozess in die Wege geleitet, tags darauf trafen seine Mutter und seine Partnerin ein.

Tande im Koma - Norwegen-Chef gibt Update zu Gesundheitszustand und Sturzursache

Update vom 28. März 2021, 13.16 Uhr: Leichtes Aufatmen beim norwegischen Skiverband. Nach dem schlimmen Sturz von Skispringer Daniel André Tande und der anschließenden Versetzung ins künstliche Koma gibt es jetzt positive Nachrichten. Zum einen konnte der Aufwachprozess wie geplant am Samstag initiiert werden. Hier betonte der Skiverband jedoch in einer Mitteilung, dass dieser Prozess eine gewisse Zeit beanspruche und man weiterhin sehr geduldig sein müsse.

Zum anderen machte Norwegens Nationalcoach Alexander Stöckl Hoffnung, dass Tande womöglich ohne bleibende Schäden davonkommen könnte.

Update vom 27. März, 09.25 Uhr: Auch den gesamten Freitag über befand sich Daniel André Tande weiterhin im künstlichen Koma. Der 27-Jährige, der am Donnerstag beim Skifliegen in Planica schwer gestürzt war und anschließend wiederbelebt werden musste, kann inzwischen jedoch wieder selbstständig atmen. Das bestätigte der Trainer des norwegischen Skisprung-Teams Alexander Stöckl. „Die ersten Untersuchungen haben nichts Negatives ergeben. Sie haben einen Hirnscan gemacht und den Nacken gecheckt. Da gibt es nichts zu melden, das ist sehr positiv“, berichtete der Österreicher am Freitag gegenüber der dpa.

Der 47-Jährige äußerte sich darüber hinaus auch zu den Umständen, die zum Sturz seines Schützlings geführt haben. „Er ist relativ schnell breit geworden mit den Skiern und hat sich dann ein bisschen draufgelehnt auf die Luft. Dann hat er den Kontakt zu den Ski verloren. Man kann da eigentlich nichts finden, außer eigenes Verschulden“, so die Analyse des Trainers. Tande, der im Krankenhaus von Ljubljana behandelt wird, soll nach Informationen des norwegischen Skiverbands am Samstag aus dem künstlichen Koma geweckt werden.

Skifliegen: Horror-Sturz von Daniel Andre Tande - Helikopter bringt ihn ins Krankenhaus.

Planica - Diese Bilder will niemand sehen - und doch ist es leider nicht zu verhindern. Diesmal erwischte es Daniel Andre Tande. Der Norweger stürzte beim Skifliegen in Planica schwer. Tande verlor mitten im Sprung die Kontrolle und knallte nach 78 Metern mit voller Wucht auf den eisigen Hang. Danach schlitterte er regungslos in den Auslauf. Nach der ersten Notversorgung wurde Tande per Helikopter ins Krankenhaus gebracht.

Skifliegen: Daniel Andre Tande stürzt schwer und muss wiederbelebt werden

Der 27-Jährige war nach einem heftigen Aufprall am Donnerstag im Probedurchgang „intubiert und mechanisch beatmet“ worden, über Nacht befand er sich nun in Ljubljana im künstlichen Koma, um sein Gehirn zu entlasten. Die Ärzte hoffen, nach weiteren Tests am Freitagnachmittag positive Neuigkeiten zum Gesundheitszustand verkünden zu können.

Wie es mit Tande weitergeht, ob und welche Schäden langfristig bleiben könnten und welche weiteren Verletzungen er sich neben einem schon diagnostizierten Schlüsselbeinbruch noch zugezogen hat, war zunächst offen. „Es gibt wichtigere Sachen als ein Podest. Manchmal kann man froh sein, wenn man auf beiden Füßen landet“, sagte der bestürzte deutsche Topathlet Karl Geiger. Der Allgäuer, der Tande im Dezember 2020 als Flug-Weltmeister folgte, war am Donnerstag direkt nach dem schwer gestürzten Norweger dran - und erlebte schwer belastende Momente.

Bild des Grauens: Daniel Andre Tande prallte mit dem Hals auf den Hang.

Daniel Andre Tande: DSV-Ass Geiger schildert fürchterliche Details

„Ich wollte gleich wissen, was ist los. Da haben sie gesagt: Sie wissen noch nicht, ob er überlebt. Dann habe ich ziemlich geschluckt“, erzählte Geiger: „Er ist so ein netter Kerl. Ich habe mitgelitten, es ist tragisch. Ich hoffe, dass er wieder unter den Lebenden ist und keine bleibenden Schäden davonträgt.“ Der Notfalleinsatz, um Tande nach dem gravierenden Zwischenfall an der Schanze am Leben zu halten, endete erfolgreich. Die geschockte norwegische Delegation bedankte sich ausdrücklich. Sportchef Clas Brede Braathen bezeichnete die erste Hilfe an der riesigen Anlage im „Tal der Schanzen“ als „hochprofessionell“.

Während an der Schanze am Freitag das nächste Einzel gesprungen wird, stehen bei Tande in der Klinik der slowenischen Hauptstadt weitere Tests an. „Die ersten Tests sind sehr vielversprechend. Jetzt warten wir 24 Stunden bis die Tests wiederholt werden“, wurde Chefarzt Tomislav Mirkovic am Donnerstagabend vom Skiweltverband Fis zitiert. Die deutschen DSV-Asse Markus Eisenbichler als Zweiter und Karl Geiger als Dritter komplettierten übrigens hinter dem Japaner Ryoyu Kobayashi das Podium. Doch das geriet an diesem schrecklichen Donnerstag zur Nebensache. (ck/dpa)

Rubriklistenbild: © Christian Walgram/imago-images

Auch interessant:

Kommentare