„Wo sind wir denn?!“

Felix Neureuther hält Corona-Wurtrede im ARD - besonders ein Thema liegt ihm offenbar am Herzen

Felix Neureuther
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Felix Neureuther (Archivbild)

Der ehemalige Ski-Rennläufer Felix Neureuther äußert sein Unverständnis gegenüber Corona-Einschränkungen im Kindersport.

München - Während seiner aktiven Sportlerzeit umkurvte das Slalom-Ass Felix Neureuther* geschickt die Hindernisse auf der Piste. Als ARD-Experte geht er nun auf Konfrontationskurs. In der Sportschau vom 21. März lässt der 36-Jährige Dampf ab. Der zweifache Vater greift die Corona-Einschränkungen für Kinder an und äußert sein Unverständnis gegenüber Mallorca-Urlaubern.

Neureuthers Corona-Wutrede in der ARD:  „Also ganz ehrlich, weil dieser Mallorca-Urlaub so wichtig ist?“

Im Gespräch mit Markus Othmer bemängelt der ehemalige Ski-Star die Prioritätensetzung in der Corona-Pandemie*. Vor allem die Einschränkungen für Kinder, die Sport treiben wollen, versetzen Neureuther in Rage. „Wir müssen es schaffen, dass wir die Kinder wieder mehr in die Bewegung bringen, erinnert der ehemalige Top-Skirennläufer. Er führt an, dass Kinder zwar in Schulklassen gemeinsam unterrichtet werden dürften, er aber nicht verstehe „warum sie nicht draußen im Freien spielen können oder Sport machen können - in kleinen Gruppen“.

Dass nun die Bundesregierung Mallorca den Status als Corona-Risikogebiet absprach und die Insel indirekt zum Urlaubsziel ausrief, ärgert den Ski-Rennläufer. „Dann dürfen wir jetzt nach Mallorca fliegen, aber dürfen nicht in unserer Heimat draußen Sport machen. Wo sind wir denn? Also ganz ehrlich, weil dieser Mallorca-Urlaub so wichtig ist? Sei mir nicht böse“, echauffiert sich Neureuther.

Felix Neureuther im Gespräch mit Markus Othmer

Corona-Einschränkungen: Felix Neureuther fordert im ARD Erleichterungen für Kinder

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten sich Kinder mindestens 60 Minuten pro Tag bewegen. Während Corona-Lockdown und Homeschooling erreichen viele Kinder die empfohlene Dauer wohl nicht. Auch Felix Neureuther sieht während der Corona-Pandemie ein Bewegungsdefizit bei Kindern. Man müsse es schaffen, „Kinder wieder mehr in die Bewegung [zu] bringen“, fordert der zweifache Vater. Anschließend warnte er vor dem Suchtpotenzial von Computern und Handys. Für Neureuther könne eine „gesunde Gesellschaft“ nur durch Bewegung erreicht werden. „Es wäre es so wichtig, dass die Kinder rausgehen dürfen“, erinnert der Skirennläufer.

Sein Appell gilt den politischen Entscheidungsträgern, die vor dem nächsten Corona-Gipfel am heutigen Montag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. „Irgendwie muss ich doch eine Regelung schaffen, dass die Kinder das ausführen können“, stellt Neureuther im Hinblick auf Sport in Kleingruppen klar. Zwar seien die Beschlüsse zur Virus-Eindämmung* „alle richtig“, doch den Einschränkungen für Sportaktivitäten der Kinder steht er unversöhnlich gegenüber. Der ehemalige Wintersportler betont, dass es nicht nur um den Skisport gehe, „sondern um den Sport im Allgemeinen und den Vereinssport“. Es bleibt abzuwarten, ob die Bund-Länder-Konferenz am heutigen Montag Neureuthers Forderungen erfüllt. Bei steigenden Inzidenzzahlen gelten Lockerungen als unwahrscheinlich. (jjf/SID) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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