WM, Erwartungshaltung und Corona

Große Ziele, unsichere Zukunft: Deutschlands Snowboarder fiebern Saisonstart entgegen

Snowboard: (von links): Stefan Baumeister (links), Ramona Hofmeister (Mitte) und Selina Jörg waren in der vergangenen Saison die erfolgreichsten deutschen Snowboarder im alpinen Bereich.
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Snowboard: (von links): Stefan Baumeister (links), Ramona Hofmeister (Mitte) und Selina Jörg waren in der vergangenen Saison die erfolgreichsten deutschen Snowboarder im alpinen Bereich.

Snowboard Germany blickt auf die erfolgreichste Saison der Verbandgeschichte zurück und auf einen ereignisreichen Winter voraus. chiemgau24.de hat mit Ramona Hofmeister und Stefan Baumeister über den anstehenden Winter gesprochen.

Planegg - An Selbstvertrauen mangelt es den deutschen Snowboardern nicht. Snowboard Germany, wie der eigenständige Verband der deutschen Boarder heißt, hat im Weltcup-Winter 2019/20 eine Rekordsaison eingefahren, entsprechend groß ist der Optimismus vor der neuen Saison. Aber es stehen auch einige Fragezeichen im Raum.

Mit einer Pressekonferenz im Haus des Ski in Planegg haben die deutschen Snowboarder die neue Saison auch offiziell eingeläutet. Zwar läuft der Trainingsbetrieb schon seit Monaten und der Saisonstart steigt erst am 12. Dezember in Cortina d‘Ampezzo, dennoch beginnt jetzt die heiße Phase vor dem Start in den neuen Weltcup-Winter.

Snowboard: „Wir ruhen uns nicht auf irgendwelchen Lorbeeren aus“

Der soll möglichst ähnlich erfolgreich werden wie der vergangene, als Snowboard Germany die erfolgreichste Saison seiner Geschichte absolvierte. „Wir ruhen uns nicht auf irgendwelchen Lorbeeren aus. Wir setzen auf Qualität und Professionalität, gehen weiter konsequent unseren Weg“, so Sportdirektor Andreas Scheid auf der Pressekonferenz.

Großen Anteil an der erfolgreichen Saison hatte Ramona Theresia Hofmeister, die den Gesamtweltcup gewann und zu Deutschlands erfolgreichster Wintersportlerin der vergangenen Saison avancierte. Entsprechend selbstbewusst äußerte sich die alpine Boarderin aus Bischofswiesen im Gespräch mit chiemgau24.de.

Hofmeister: „Der Weltmeistertitel lockt mich sehr“

„Grundsätzlich möchte ich erstmal wieder ein gutes und stabiles Renngefühl bekommen. Dennoch möchte ich selbstverständlich meine Leistung der letzten Saison bestätigen und auch die Titel verteidigen. Bei der anstehenden Weltmeisterschaft ist wieder eine Medaille das große Ziel; gerne in einer anderen Farbe. Der Weltmeistertitel lockt mich sehr“, sagte die 24-Jährige, die bei der WM in Park City 2019 die Bronzemedaille im Parallelslalom gewann.

Highlight der Saison bei den alpinen Boardern ist die WM im chinesischen Zhangjiakou vom 18. bis 28. Februar 2021, die gleichzeitig als Generalprobe für die Olympischen Winterspiele 2022 dient. Neben der WM läuft aber auch der reguläre Weltcup-Betrieb, für den sich auch Stefan Baumeister vom SC Aising-Pang viel vorgenommen hat.

Snowboarder Stefan Baumeister in Aktion

Der 27-Jährige wurde in der vergangenen Saison Zweiter im Parallel-Weltcup, im kommenden Winter soll es noch öfter ganz nach oben gehen. „Mein Persönliches Ziel ist es, möglichst viele Einzel-Siege. Ich war letztes Jahr sehr konstant. Manchmal hat das letzte Risiko gefehlt. Das will ich diesen Winter ändern“, so Baumeister gegenüber chiemgau24.de.

Die Corona-Pandemie ist auch an den deutschen Snowboardern nicht spurlos vorübergegangen. Es gab positive Fälle im Team, auch Ramona Hofmeister war infiziert. Dennoch ist sie mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden. „Meine Vorbereitung sehr gut und ich fühle mich sehr fit und bereit.“

Snowboard: Ramona Hofmeister als „Athlete of the Year“ ausgezeichnet

Die starke vergangene Saison erzeugt bei der Oberbayerin keinen zusätzlichen Druck. „Die Erfolge der letzten Saison haben mich sicherer und stabiler gemacht. Ich habe viel dazugelernt. Selbstverständlich gehe ich nach solch einer Saison nicht mit der Erwartung von einem Top 16 Ergebnis an den Start. Mir ist natürlich auch bewusst, dass die Konkurrenz nicht schläft, aber auch ich ruhe mich nicht auf den Leistungen aus, sondern gehe dadurch noch motivierter heran“, ergänzte Hofmeister, die am Rande der Pressekonferenz als „Athlete of the Year“ von Snowboard Germany ausgezeichnet wurde.

Snowboard: Ramona Hofmeister wurde als „Athlete of the Year“ ausgezeichnet.

Stefan Baumeister blieb von Corona verschont, hatte aber mit für Wintersportler eher gewöhnlichen Umständen zu kämpfen. „Die Vorbereitung war noch nicht so, wie erhofft. Aber nicht wegen Corona, sondern wegen der Schneebedingungen. Es hat viel und oft geschneit, so dass die Pistenbedingungen oft zu weich waren“, berichtete der gebürtige Bad Aiblinger.

Für den gesamten Verband ist die Pandemie eine große Herausforderung, wie Snowboard-Germany-Präsident Prof. Michael Hölz betonte. „Wir müssen den Spagat zwischen der Aufrechterhaltung unseres Sportbetriebs, der Konzentration auf Erfolge sowie Eins-a-Wettkampfergebnisse und der Sicherheit unserer Athlet*innen schaffen. Die Gesundheit unseren Athleten*innen und Mitarbeiter*innen geht vor und muss unser größtes Ziel in dieser Saison sein“.

Solide Finanzen und treue Unterstützung der Verbandspartner

Auch finanziell stellt die Corona-Krise eine Herausforderung für Snowboard Germany dar. „Dass wir finanziell weiterhin gut aufgestellt sind, liegt vor allem an der stabilen und wachsenden BMI-Förderung. Außerdem haben wir das Glück, dass unsere Verbandspartner auch in dieser schwierigen Phase zu uns halten – mit Schubert Medizinprodukte konnten wir sogar einen neuen Sponsor finden“, erklärte Stefan Knirsch, Direktor Verbands-Mgmt, Finanzen und Marketing.

Auch die Sportler sehen sich im Corona-Winter 2020/21 mit einigen Änderungen konfrontiert. Neben den strengen Hygienevorschriften wird es bei vielen Events auch keine Zuschauer geben. Was für die Sportler durchaus ein Einschnitt ist, wie Baumeister betonte. „Die Rennen wie Cortina oder Bad Gastein, bei denen viele Zuschauer im Ziel jubeln, gehören zu den Highlights in der Saison. Deshalb ist das natürlich schade.“

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Dass sich das fehlende Publikum auf die sportliche Performance auswirken wird, sieht Baumeister indessen nicht. „Wenn wir am Start stehen, sind wir immer top motiviert“.

An Motivation und Selbstbewusstsein mangelt es den deutschen Snowboardern vor dem Saisonstart also nicht. Bleibt abzuwarten, wie sich der Weltcup-Winter in Corona-Zeiten tatsächlich entwickeln wird.

Quelle: chiemgau24.de

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

truf mit Material von Snowboard Germany

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