Ski-Weltcup-Auftakt in Sölden

DSV-Stars schwach, Österreich erlebt historisches Debakel

Stefan Luitz während des ersten Durchgangs
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Stefan Luitz war als 14. bester Deutscher in Sölden

Ein Sensationssieger aus Norwegen, ein österreichisches Debakel und kleine deutsche Lichtblicke - der Auftakt des Ski-Weltcup hatte es in sich.

  • Stefan Luitz als 14. bester Deutscher in Sölden
  • Junger Norweger gewinnt sensationell den Riesenslalom
  • Österreichs Ski-Asse so schlecht wie nie

Besonders berauschend waren die Ergebnisse beim Ski-Alpin-Auftakt in Sölden schon in den vergangenen Jahren nie. Auch nach diesem Wochenende trat der Tross des Deutschen Skiverbands (DSV) eher ernüchtert die Rückreise aus Tirol an.

Lucas Braathen (20) aus Norwegen düpiert die Elite

Bei den Siegen von Marta Bassino (24, Italien) und Lucas Braathen (20, Norwegen) war Platz 14 von Stefan Luitz (28) die beste und sehr übersichtliche Ausbeute. Bei den Frauen schaffte es nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg niemand in den zweiten Durchgang. 3,90 Sekunden (!) Rückstand hätten dafür gereicht - eine zu große Hürde für Lena Dürr (+4,74) , Jessica Hilzinger (+5,61), Lisa Loipetssperger (+6,24) und Andrea Filser (+6,37). Als „nicht lustig“ empfand DSV-Alpinboss Wolfgang Maier dieses Damen-Ergebnis auf dem über 3000 Meter hohen Gletscher. Die Erwartungen seien ohnehin nicht groß gewesen, aber „das war nicht zu erwarten“.

Lucas Braathen aus Norwegen feierten seinen ersten Weltcupsieg

Luitz: „Ich ärgere mich über den ersten Durchgang“

Die Herren machten es nur bedingt besser. Sieg-Hoffnungsträger Luitz fuhr im ersten Durchgang laut eigener Analyse „zu viel in der Gegend herum. So gewinnt man gar nichts da runter.“ Immerhin verbesserte er sich noch um zehn Plätze. Ein kleiner Lichtblick, fand zumindest der Allgäuer selbst: „Das war ein großer Schritt in die richtige Richtung“, so der 28-Jährige. „Aber ich bin immer noch sehr enttäuscht von meinem ersten Durchgang.“ Kurz hinter ihm landete Alexander Schmid auf Rang 15. Fabian Gratz verpasste bei seinem zweiten Weltcup-Auftritt als 40. den zweiten Lauf.

Für Schmid, den 2019 das Epstein-Barr-Virus gebremst hatte, war es ein weiterer kleiner Schritt in Richtung der angestrebten Top-15. „Es geht viel leichter als letztes Jahr“, sagte der 26-jährige Oberstdorfer im Vorfeld. Da ging ihm oftmals im zweiten Lauf die Luft aus. Auch gestern verschenkte er dort eine noch bessere Platzierung. „Leider Gottes habe ich ein Tor zu früh Druck gegeben“, sagte Schmid über seinen Patzer bei der Ausfahrt aus dem Steilhang.

Schweizer provozieren Österreicher mit Cap-Aufschrift

Ziemlich gepatzt haben auch Österreichs Ski-Stars. Stefan Brennsteiner landete als bester Mann auf Platz 17, Katharina Truppe als beste ÖSV-Läuferin auf Rang 15 - das ist gleichbedeutend mit dem schlechtesten Sölden-Ergebnis der Weltcupgeschichte. Ein herber Rückschlag für Präsident Peter Schröcksnadel (79), der laut Salzburger Nachrichten intern die Rückeroberung des Nationentitels von den Schweizern als Ziel ausgegeben hatte.

Die Eidgenossen hingegen, die provokativ Caps mit der Aufschrift „Ski-Nation Nummer 1“ trugen, sammelten durch Gisin (4.), Gut-Behrami (8.), Odermatt (2.), Caviezel (3.) und Meillard (6.) Topergebnisse und panierten - wie der Österreicher selbst sagen würde - die Gastgeber heftig.

Einziger Lichtblick aus ÖSV-Sicht: Das Corona-Hygienekonzept ging auf.

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