So läuft der Ski-Weltcup-Start in Sölden

Wo geht‘s hier zum Corona-Test?

Andrea Filser im Training
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Andrea Filser geht als eine von vier deutschen Damen an den Start

Sonnenschein und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt - für Sonntag ist Kaiserwetter in Sölden vorhergesagt. Und trotzdem, über dem Auftakt des Ski-Weltcups an diesem Wochenende liegen graue Wolken. Denn die Tage in Tirol sind der Lackmustest für alle in den kommenden Wochen folgenden Wintersportarten. „Wenn wir nicht präsent sind, gehen 80 Prozent der Verbände pleite. Dann ist der Wintersport tot“, sagte Wolfgang Maier, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV). Der tz-Überblick zum Start.

  • Ski-Weltcup startet mit vielen Corona-Tests in Sölden in die Saison
  • US-Superstar Mikaela Shiffrin verzichtet wegen Rückenbeschwerden
  • Münchnerin gibt ihr Weltcup-Debüt

Das Virus: Dass Infektionen trotz Sicherheitsvorkehrungen nicht zu verhindern sind, zeigt der Fall von Ola Masdal. Der Trainer der schwedischen Männer befindet sich nach einem positiven Befund in Quarantäne. Die an den Riesenslalom-Rennen der Frauen (Samstag, 10.00/13.00 Uhr) und Männer (Sonntag, 10.00/13.15 Uhr) beteiligten Athleten, Betreuer, Organisatoren und Medienleute werden strikt getrennt. Für die Tests stehen mobile Stationen bereit. Der DSV-Tross, der ständig neue Ländergrenzen passiert, muss Tests vorweisen, die nicht älter als 72 Stunden sind. Der Verband arbeitet dafür mit einem externen Dienstleister zusammen. Kostenpunkt: 1,2 Millionen Euro.

1390 Menschen auf dem Gletscher erlaubt

Die Zuschauer: Fans sind auf dem Rettenbachferner nicht erlaubt. Normalerweise tummeln sich an den zwei Tagen 25 000 Menschen in Sölden. In diesem Jahr sind 1390 Menschen auf dem Gletscher. Wie der Schweizer Verband am Freitag mitteilte, werden auch dort sämtliche Winter-Events ohne Zuschauer stattfinden.

Die Rekordfrau: US-Girl Mikaela Shiffrin (66 Siege) jagt die Siegrekorde von Lindsey Vonn (USA/82) und Ingemar Stenmark (Schweden/86) - allerdings mit Verspätung: Wegen einer Rückenverletzung lässt sie Sölden aus. Knatsch gab’s im Vorfeld mit Vonn: „Sie hat ihr eigenes Ding gemacht und sie wollte nie wirklich involviert sein oder meine Hilfe oder die Hilfe von irgendjemandem“, monierte die 35-jährige Vonn.

Mikaela Shiffrin fehlt in Sölden wegen Rückenbeschwerden

Luitz will „Drecksau“ sein

Die „Drecksau“: Stefan -Luitz, deutscher Hoffnungsträger neben Alexander Schmid und Fabian Gratz, hat diesen Winter Großes vor. „Ich muss wieder ein bisschen mehr die Drecksau sein“, sagt der 28-Jährige. Zuletzt fuhr er zu rund und zu defensiv. „Ich brauche wieder eine frechere Linie, aber ich bin zuversichtlich, dass ich wieder der Chef auf dem Ski bin.“

Die Rentnerin: Erfolgsgarantin Viktoria Rebensburg (31) trat vor einem Monat überraschend zurück. „Nun liegt es an den Mädels, mit dieser Situation umzugehen und auch mehr Verantwortung zu übernehmen“, so die Olympiasiegerin von 2010.

Münchnerin Loipetssperger debütiert

Die Münchnerin: Neben Lena Dürr, Andrea Filser und Jessica Hilzinger feiert die Münchnerin Lisa Loipetssperger (Untermenzing) ihr Weltcupdebüt. „Ich werde zwar mit einer ziemlich hohen Nummer an den Start gehen, aber das macht mir nichts aus. So fangen die meisten im Weltcup an“, so die 20-Jährige.

Die Titelverteidiger: Alexis Pinturault hat wieder Siegchancen. Der 29-Jährige will endlich den Gesamtweltcup gewinnen. „Der Weltcup und die WM, das sind meine großen Ziele“, bestätigte der Franzose. „Ich möchte viele Siege einfahren, damit ich im Rennen um die große Kristallkugel bin“, sagte Pinturault. Die Neuseeländerin Alice Robinson düpierte vergangenes Jahr mit 17 Jahren die Elite und ließ weitere Topresultate folgen. Auch am Sonntag will sie vorne mitfahren. Zudem sagt sie: „Meine Heimat liegt auf der anderen Seite der Erdkugel. Aber ich muss eingestehen, irgendwie find ich’s cool, diese Sonderrolle im Weltcup einzunehmen.“

Mathias Müller

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