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Biathlon: Großer Name, große Ziele - Das ist der neue Co-Trainer der deutschen Damen

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Von: Tobias Ruf

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Biathlon: Sverre Olsbu Roeiseland notiert am Schießstand das Trefferbild.
Biathlon: Sverre Olsbu Roeiseland notiert am Schießstand das Trefferbild. © Ruf / chiemgau24.de

Sverre Olsbu Roeiseland ist seit Mai der neue Co-Trainer der deutschen Biathlon-Damen. Der Norweger bringt einen spannenden Werdegang, viel Fachwissen aus seiner Heimat und eine besondere Familienkonstellation mit ins Amt.

Ruhpolding - Transfers im Biathlon haben Seltenheitswert. Umso bemerkenswerter war die Personalie, die der Deutsche Skiverband zum Start in die Saisonvorbereitung vermeldete.

Mit Sverre Olsbu Roeiseland wurde eines der größten internationalen Trainertalente verpflichtet - das hohe Ambitionen, viel Knowhow und eine berühmte Ehefrau mitbringt. chiemgau24.de hat den Norweger getroffen und stellt ihn genauer vor.

Biathlon: Sverre Olsbu Roeiseland assistiert Kristian Mehringer

Seit Mai ist Sverre Olsbu Roeiseland an der Seite des Damen-Cheftrainers Kristian Mehringer im deutschen Biathlon tätig. Ob am Schießstand, in den Besprechungen vor und nach den Rennen oder rund um die Wachskabine - Roeiseland ist der Mann für alles, wenn es im Training und an Renntagen zur Sache geht.

„Ich musste nicht lange überlegen, als die Anfrage aus Deutschland kam. Das deutsche Biathlon gehört, seit ich denken kann, zur absoluten Weltspitze. Deswegen ist es etwas ganz Besonderes, dass ich mich hier weiterentwickeln kann“, sagte Roeiseland im Rahmen der Sommer-WM 2022 im Gespräch mit chiemgau24.de.

Zwischen zwei Welten - Roeiseland pendelt zwischen Norwegen und Ruhpolding

Der 32-Jährige pendelt nicht nur sportlich zwischen zwei Welten. In Ruhpolding hat er sich ein kleines Appartement gemietet, in Norwegen geht der Hausbau mit seiner Ehefrau Marte voran. „Im Biathlon ist man ohnehin viel unterwegs, daher ist dieser Spagat nichts Neues für mich. Und während der Saison sind wir ohnehin viel unterwegs. Da ich künftig im Weltcup mit dabei bin, sehe ich Marte dann auch öfter“.

Das Gespräch fand auf Englisch statt, zeitnah will Roeiseland dann aber auch vermehrt auf Deutsch kommunizieren. „Der Fokus liegt jetzt zunächst auf meiner neuen Tätigkeit. Aber ich bleibe dran und will natürlich auch die Sprache lernen.“

Instagram-Bild*: Sverre Olsbu Roeiseland und seine Ehefrau Marte

Bisher war Roeiseland in seiner Heimat Norwegen für die zweite Mannschaft tätig, jetzt folgt also der nächste Schritt in seiner Trainerkarriere. „Die Systeme in Deutschland und Norwegen unterscheiden sich. Ich kann hier Elemente aus meiner Heimat einbringen und neue Dinge aus dem deutschen Biathlon aufsaugen“, betonte der Co-Trainer der deutschen Damen.

Die Athletinnen sind von ihrem neuen Trainer bislang sehr angetan. „Er bringt andere Elemente mit, auch die Ansprache auf Englisch ist für uns eine spezielle Erfahrung“, sagte Vanessa Voigt gegenüber chiemgau24.de.

Die deutschen Biathlon-Damen hatten sich internationalen Input gewünscht. „Ich verspreche mir von der Zusammenarbeit gerade im Bereich Schießen eine positive Entwicklung“, betonte auch Denise Herrmann kurz nach der Verpflichtung des neuen Trainers.

Dass Roeiseland der Ehemann einer der größten Konkurrentinnen des deutschen Teams ist, bringt zwangsläufig eine besondere Konstellation mit sich. „Natürlich wird darüber gesprochen. Davon können aber beide Seiten nur profitieren. Er bringt hohe Kompetenzen und gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit seiner Frau mit und kann auch von unseren Fähigkeiten und Erfahrungen lernen“, ergänzte Herrmann.

Biathlon: Konkurrenzkampf im Hause Roeiseland

Im Hause Roeiseland herrscht ab der anstehenden Saison also Konkurrenz. „Wir gehen professionell damit um. Marte hat sich sehr für mich gefreut und ist stolz, dass ich diese Gelegenheit bekomme“, sagte der Ehemann der Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison.

Mögliche Interessenskonflikte sind beim seit 2018 verheirateten Ehepaar bereits eingeplant. „Ich bin Co-Trainer der deutschen Mannschaft. Wenn du mich fragst, wen ich im Zweifel auf dem Treppchen ganz oben sehen will? - ganz klar eine Athletin aus unserem Team. Dafür hat Marte natürlich auch Verständnis“, sagte Roeiseland, der in seiner Trainerkarriere noch große Ziele hat.

„Natürlich will ich eines Tages Cheftrainer werden. Das muss meine Ambition sein“, betonte er, richtet seinen Fokus aber jetzt auf seine neue Aufgabe. „Wir wollen viel erreichen und gehen zuversichtlich in die neue Saison“, so Roeiseland abschließend.

Das neue Abenteuer beginnt für Roeiseland und seine Schützlinge Ende November im finnischen Kontiolahti. Am 30. November starten die Damen in den Weltcup 2022/23 im Biathlon.

Quelle: chiemgau24.de

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