DSV-Team profitiert

Wegen Minusgraden: Wintersportteam verweigert Start - Bundestrainer fordert Konsequenzen

Skilanglauf-Star Johannes Hösflot Kläbo und seine norwegischen Teamkollegen verweigerten wegen Minusgraden ihren Start im finnischen Ruka.
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Skilanglauf-Star Johannes Hösflot Kläbo und seine norwegischen Teamkollegen verweigerten wegen Minusgraden ihren Start im finnischen Ruka.

Zum Saisonauftakt im Skilanglauf kam es zu einem Kuriosum. Eine nordeuropäische Wintersportnation verweigerte den Rennstart - wegen klirrender Kälte.

Ruka - Lange mussten die Wintersport-Asse auf ihre ersten Einsätze warten. Nur im Winter bei Schnee und Kälte ist daran überhaupt zu denken. Am vergangenen Wochenende stand für die Skilangläufer der Saisonauftakt im finnischen Ruka an. Doch schon nach den ersten beiden Rennen war die Freude darüber bei einigen Teilnehmern im wahrsten Sinne des Wortes erkaltet.

Wintersport-Überraschung: Skilanglauf-Team verzichtet auf Rennen - wegen Minusgraden

Das gesamte norwegische Männer-Team um Dreifach-Olympiasieger Johannes Hösflot Kläbo verzichtete am Sonntag wegen Minusgraden auf einen Start. „Es ist bitterkalt. Die Gesundheit geht vor, wir riskieren keine Krankheit“, sagte Skilanglaufchef Espen Bjervig der norwegischen Zeitung VG. Am frühen Sonntag waren in dem Ort nahe des Polarkreises 20 Grad unter Null gemessen worden.

Die norwegischen Stars hatten am Sonntag bei Temperaturen von zunächst 20, beim Start dann 17 Grad unter Null aus gesundheitlichen Gründen komplett auf das Verfolgungsrennen über 15 Kilometer verzichtet. Laut Reglement des Weltverbands FIS dürfen Wettbewerbe nur stattfinden, wenn es nicht kälter als minus 20 Grad ist.

Skilanglauf-Star Johannes Hösflot Kläbo und seine norwegischen Teamkollegen verweigerten wegen Minusgraden ihren Start im finnischen Ruka.

Die norwegischen Frauen gingen dagegen an den Start, das Rennen über 10 km war extra von 10.20 Uhr auf 13.45 Uhr MEZ verschoben worden. Der Sieg ging prompt an Topstar Therese Johaug, bei den Männern führte Alexander Bolschunow einen russischen Vierfachsieg an.

Wintersport-Skandal: Norwegische Skilangläufer ziehen zurück - DSV-Team profitiert

Deutschlands Skilanglauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder konnte den Startverzicht des norwegischen Teams beim Weltcup im eiskalten Ruka überhaupt nicht nachvollziehen. Im Falle einer Wiederholung forderte der 51-Jährige Konsequenzen. „Das ist sportlich unfair - und so etwas gehört auch bestraft künftig“, sagte der Olympia-Zweite von 2002 der Sportschau. Schlickenrieder kann sich mehrere Konsequenzen vorstellen, „zum Beispiel, dass das die Mannschaftskasse etwas kostet - oder auch Startplätze.“

Sein DSV-Team hatte von den vielen Absagen auch bei anderen Nationen durchaus profitiert: Lucas Bögl holte als Siebter das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere und erfüllte damit die Olympia-Norm für Peking 2022. Zudem gelang Jonas Dobler auf Platz 14 zum zweiten Mal die halbe Norm.

Dass es nicht zwingend zu kalt sein muss, sondern ganz im Gegenteil, auch mal zu heiß werden kann, bewies ein Langlauf-Star. Die Hose fing plötzlich Feuer. (ck/sid) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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