Großer Verlust in 2020

Nach überraschendem Tod: Gotthilf Fischer äußerte bereits 2003 seinen letzten Wunsch

Der Komponist und Chorleiter Gotthilf Fischer ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Volksmusik-Stars wie Florian Silbereisen trauern um ihn.

  • Der prominente Komponist und Chorleiter Gotthilf Fischer ist tot.
  • 92 Jahre wurde der Musiker alt, bevor er im Kreis seiner Liebsten verstarb.
  • Seit den 1950er Jahren zählte er in Deutschland zu den Branchen-Größen.

Update vom 17. Dezember: Angst vor dem Tod hatte der mit 92 Jahren verstorbene Gotthilf Fischer nie. „Mein Schlusswunsch ist, dirigierend in die Kiste zu fallen“, berichtete der berühmte Chorleiter bereits in einem Interview mit ntv im Jahr 2003. Für ihn gehe es „senkrecht und waagerecht durch die Welt.“

Im Gespräch mit ntv kam damals auch eine ganz besondere Leidenschaft Fischers ans Tageslicht. Seine Leidenschaft für das Sammeln von Grabkreuzen. Vor 17 Jahren verriet er, dass er bereits ein eigenes hat anfertigen lassen - kunstgeschmiedet und aus dem Bregenzer Wald.

2008 verstarb Fischers Ehefrau Hildegard (damals 89 Jahre alt) ebenfalls im Dezember - nämlich am zweiten Weihnachtsfeiertag. Seit 1949 war er mit ihr verheiratet gewesen. Der berühmte Chorleiter wurde damals mit folgenden Worten zitiert: „Ich konnte bei ihr sein, bis sie eingeschlafen ist.“ Jetzt nach zwölf Jahren also das Wiedersehen an einem besseren Ort.

Update vom 16. Dezember, 19.26 Uhr: Besonders in der Schlager- und Volksmusik-Welt ist die Trauer nach dem Tod von Gotthilf Fischer groß. Auch Florian Silbereisen teilte seine Trauer nun öffentlich. „Egal ob Papst, Königin oder US-Präsident - er hat mit seinen Chören für alle gesungen! Nun wird er im Himmel weiter dirigieren“, schrieb der Moderator und Sänger via Instagram zu einem Foto, das ihn und Fischer in Schwarz-Weiß zeigt.

Erstmeldung vom 16. Dezember: Stuttgart - Bereits am vergangenen Freitag ist der bekannte Komponist und Chorleiter Gotthilf Fischer im Kreise seiner Familie in Stuttgart verstorben. Das berichtet Bild. Seinem Tod ging wohl keine schwere Krankheit voraus. Er sei „friedlich eingeschlafen“, sagt seine Managerin Esther Müller. „Es war einfach das Alter. Heute wurde er beerdigt“, ergänzte sie am Mittwoch.

Der Musiker war in Deutschland vor allem aufgrund seiner Fischer-Chöre berühmt geworden. Die Gesangsgruppen waren bisweilen sogar über 1000 Mitglieder stark. Er feierte aber auch mit Schallplatten und in Fernsehsendung riesige Erfolge. Besonders einprägsam: Bei der Fußball-WM 1974 wurde ein Auftritt mit einem seiner Chöre von München aus in die ganze Welt übertragen. Sein Tod ist ein weiterer großer Verlust, der 2020 für uns bereit hält.

Die Musik-Legende Gotthilf Fischer ist tot.

Gotthilf Fischer ist gestorben: Leben, Werk und Auszeichnungen des berühmten Komponisten

Geboren wurde Fischer 1928 im baden-württembergischen Plochingen. Schon in seiner Kindheit entdeckte er die Liebe zur Musik und musizierte in seiner Freizeit viel und gerne. Eine entsprechende Ausbildung absolvierte er jedoch nie. Seinem großen Erfolg hat das keinen Abbruch getan. Nach seinem Karrierestart als Chorleiter schien es für den Komponisten stetig bergauf zu gehen.

Nach dem denkwürdigen Auftritt 1974 in München führten ihn Welttourneen mit seinen Chören unter anderem in die italienische Hauptstadt Rom oder auch in die USA. Von seiner Musik konnte der tüchtige Schwabe stets gut leben. Gemeinsam mit seinen Chören nahm er über 50 Tonträger auf, mehrere davon wurden mit einer goldenen Schallplatte geehrt.

Seine großen Leistungen wurden aber auch von ganz offizieller anerkannt: Er bekam zwei mal das Bundesverdienstkreuz und auch die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Musikalisch konnte man ihn tendenziell unter volkstümlichen Schlager verorten, aber auch für Neues blieb Fischer stets offen. In Erinnerung bleiben wird, wie er im Alter von 72 Jahren die Loveparade in Berlin besuchte.

Gotthilf Fischer ist 2020 gestorben: Er wird nicht in Vergessenheit geraten

Fischer hinterlässt Kinder und Enkel. Seine Ehefrau Hilde starb bereits 2008 nach einem Schlaganfall. Über seinen eigenen Tod sagte Fischer einst: „Die Zeit wird kommen, wo ich die Engel im Himmel dirigieren darf.“ Die Engel haben nun einen neuen Chorleiter bekommen. (mam)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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