Impfstoff gegen Corona

Spektakuläre Bilder zeigen Astrazeneca-Wirkweise im Körper: „Zellen produzieren virale Stacheln“

Was man mit eigenen Augen sieht, glaubt man eher. Nur hat nicht jeder ein Mikroskop. Spannend also, was Forscher jetzt zum Astrazeneca-Corona-Vakzin veröffentlicht haben.

Southampton - Wie sieht es in unserem Körper aus, wenn er sich Corona* gegen immunisiert? Gute Frage. Wie in der Achtziger-Jahre-Zeichentrickserie „Es war einmal... das Leben“? Nicht ganz. Das beweisen nun neue, beeindruckende Bilder.

Forscher der Universität Southampton haben mit einer speziellen Bildtechnik sichtbar gemacht, wie der Astrazeneca-Impfstoff* in menschlichen Zellen wirkt. „Viele Menschen wissen vermutlich nicht, wie ihre Zellen zu kleinen Fabriken werden, die virale Stacheln produzieren, die dann die Immunreaktion anstoßen, die es braucht, um die Krankheit zu bekämpfen“, sagte der britische Biologe Max Crispin der Nachrichtenagentur PA.

Auf den bunten, fast außerirdisch anmutenden künstlerischen Nachbildungen sind diese Stacheln deutlich auf den Oberflächen der Zellen zu erkennen. Die Darstellung basiert auf der mikroskopischen Arbeit der Forscher aus Southampton und Oxford, die Tausende mikroskopische Bilder aufgenommen haben.

Ein mikroskopisches Fotos, wie der Astrazeneca-Impfstoff gegen Covid-19 in menschlichen Zellen wirkt (künstlerische Darstellung)

Beindruckende Astrazeneca-Bilder von Corona-Impfstoff-Wirkweise: „Hoffentlich hilft diese Forschung“

„Hoffentlich hilft diese Forschung der Öffentlichkeit, zu verstehen, wie der Oxford-Astrazeneca-Impfstoff wirkt“, so Crispin. Er besitzt eine abgeschwächte Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen das genetisches Material des stacheligen Oberflächenproteins der Viren in die Körperzellen transportiert. Nach einer Impfung bilden die Zellen mit Hilfe der Bauanleitung in etwa das stachelige Protein der Viren nach und der Körper entwickelt eine Immunantwort dagegen.

Wie beim Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Johnson & Johnson* und dem russischen Vakzin Sputnik V* handelt es sich bei Astrazeneca um einen Vektorvirenimpfstoff. Dabei wird als Vektor ein sogenanntes Adenovirus genutzt. Dieses löst normalerweise eine gewöhnliche Erkältung aus, wurde jedoch so verändert, dass es sich nicht vermehren kann.

Über den Vektor werden genetische Anweisungen an die Zellen übermittelt, ein bestimmtes Protein des Covid-19-Erregers Sars-CoV2 zu produzieren. Auf diese Weise wird das Immunsystem auf die Bekämpfung des echten Coronavirus vorbereitet. (dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © University Of Southampton/PA Media/dpa

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