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Stern Beteigeuze leuchtet deutlich heller – Wird er als Supernova explodieren?

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Von: Tanja Banner

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Der Stern Beteigeuze (oder Alpha Orionis/Betelgeuse), zu finden im Sternbild Orion ist ein roter Überriese und wird in einer Supernova enden.
Der Stern Beteigeuze (oder Alpha Orionis/Betelgeuse), zu finden im Sternbild Orion. Er ist ein roter Überriese und könnte möglicherweise bald explodieren. © ESO, L. Calcada

Der auffällige Stern Beteigeuze im Sternbild Orion sorgt erneut für Aufsehen – dieses Mal, weil er heller wird. Steht nun eine Supernova bevor?

Frankfurt – Gerade erst hat sich der auffällige Stern Beteigeuze gemeinsam mit dem Sternbild Orion vom Abendhimmel verabschiedet, da sorgt sein Verhalten plötzlich wieder für Aufsehen. Der rote Überriese, linker Schulterstern des Sternbilds Orion und etwa 650 Lichtjahre von der Erde entfernt, verändert wieder seine Helligkeit. Zuletzt war das im Winter und Frühjahr 2019/2020 geschehen: Beteigeuze war in diesem Zeitraum deutlich dunkler geworden und ließ Fachleute über das seltsame Verhalten rätseln.

Während manche auf eine Supernova in Sichtweite der Erde hofften, normalisierte sich die Helligkeit von Beteigeuze im April 2020 wieder. Erklärungen für das von der Erde aus sichtbare Phänomen hatten nichts mit einer Supernova zu tun. Trotzdem steht bereits fest, dass der rote Überriese Beteigeuze eines Tages in einer Supernova enden wird. Wenn der Stern irgendwann nicht mehr genügend Material für die Kernfusion hat, wird er unter seinem eigenen Gewicht kollabieren und explodieren.

Name:Beteigeuze (Betelgeuse, Alpha Orionis)
Typ:Roter Überriese
Sternbild:Orion (linker Schulterstern)
Entfernung zur Erde:etwa 650 Lichtjahre
Alter:etwa 8 Millionen Jahre
Temperatur auf der Oberfläche:etwa 3300 Grad Celsius

Stern Beteigeuze wird deutlich heller – Steht eine Supernova bevor?

In den vergangenen Wochen hat sich die Helligkeit des Sterns Beteigeuze um mehr als 50 Prozent gegenüber seiner normalen Helligkeit erhöht, wie der Scientific American berichtet. Das zieht natürlich die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich, die beruflich oder privat den Sternenhimmel beobachten. Viele hoffen auf eine spektakuläre Sternenexplosion. Tatsächlich steht die Supernova von Beteigeuze – in astronomischen Dimensionen betrachtet – kurz bevor. „Wir wissen, dass Beteigeuze bald explodieren wird, aber ‚bald‘ ist irgendwann in den nächsten 10.000 bis 100.000 Jahren“, erklärt der Astrophysiker Jared Goldberg gegenüber dem Scientific American.

Beteigeuze hat etwa den 900-fachen Radius der Sonne. Explodiert der Stern irgendwann als Supernova, wird es ein unübersehbares Spektakel werden, haben Fachleute berechnet. „Was wir sehen würden, ist, dass Beteigeuze wirklich hell wird – 10.000, 100.000 Mal heller als normalerweise – und das in einem Zeitraum von einer Woche“, erklärt Goldberg. Der Stern würde etwa drei Monate lang so hell wie der Halbmond am Himmel strahlen – er wäre so hell, dass es nachts Schattenwürfe geben dürfte. Etwa ein Jahr lang soll die Supernova auch am Taghimmel zu sehen sein, nachts soll man sie über mehrere Jahre mit bloßem Auge sehen können.

Roter Überriese Beteigeuze: Supernova stellt keine Gefahr für Erde dar

Glücklicherweise ist der Stern Beteigeuze weit genug von der Erde entfernt, sodass die gewaltige Explosion im Weltall dem blauen Planeten nicht schaden dürfte. Konsequenzen erwartet die Forschung trotzdem: „Der Himmel würde sich dramatisch verändern und es wäre sichtbar für jeden – das würde eine wirklich große Reaktion überall auf der Welt verursachen“, ist sich der Astronom Bryan Penprase sicher.

Stern Beteigeuze ist noch zu jung für eine Supernova

Doch basierend auf Beteigeuzes Helligkeit, Farbe, Größe und dem geschätzten Alter des Sterns gehen Fachleute davon aus, dass noch genügend Helium vorhanden ist, das im Inneren des Sterns durch Kernfusion zu Kohlenstoff verschmolzen wird. Ist kein Helium mehr verfügbar, wird Kohlenstoff zu Sauerstoff umgewandelt – bis der Kern am Ende keine Energie mehr generieren kann und unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht. In menschlichen Dimensionen betrachtet, dürfte es bis dahin noch lange Zeit dauern – vermutlich wird niemand, der die „große Verdunklung“ von Beteigeuze miterlebt hat, die Explosion des Sterns miterleben.

Das Sternbild Orion ist eins der auffälligsten Wintersternbilder. In ihm befindet sich der Orionnebel (M42) als Teil des „Schwertes“. In dieser Aufnahme ist auch der bekannte Stern Beteigeuze gut zu sehen: Es ist der linke Schulterstern, der rötlich leuchtet.
Das Sternbild Orion ist eins der auffälligsten Wintersternbilder. In ihm befindet sich der Orionnebel (M42) als Teil des „Schwertes“. In dieser Aufnahme ist auch der bekannte Stern Beteigeuze gut zu sehen: Es ist der linke Schulterstern, der rötlich leuchtet. © imago/Leemage

Ein Forschungsteam hat im vergangenen Jahr eine Art „Frühwarnsystem“ für eine Supernova entwickelt. Wichtigstes Kriterium: Sollte ein roter Überriese innerhalb weniger Monate 100 Mal dunkler werden und letztendlich ganz verschwinden, sollte man der Forschungsgruppe zufolge genauer hinschauen: Dann steht die Supernova unmittelbar bevor. Bei Beteigeuze sieht das Team diese Gefahr jedoch auf absehbare Zeit nicht. (tab)

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