News-Ticker für den Freistaat

Corona: Bayerns Inzidenz höher als im Rest des Landes - wegweisende Sommer-Entscheidung für München steht an

Tag für Tag gehen die Corona-Zahlen in Bayern in die Höhe. Eine von Gesundheitsminister Holetschek befürwortete Ausgangssperre könnte dem entgegen wirken. Der News-Ticker aus dem Freistaat.

  • Nach wie vor steigen die Corona-Zahlen im Freistaat. Eine Übersicht mit aktuellen Daten zu den Landkreisen und Städten finden Sie hier*.
  • Markus Söder hat sich in einer Pressekonferenz zur Kanzlerfrage auch klar in puncto Corona positioniert (siehe Update vom 19. April, 14.46 Uhr).
  • Bayern hat die dritthöchste Inzidenz in Deutschland (siehe Update vom 19. April, 8.34 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

+++++ Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 20. April finden Sie hier. +++++

Update vom 19. April, 14.46 Uhr: Vor wenigen Minuten trat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München vor die Kameras und Mikrofone. Zuvor beriet er sich mit der CSU-Führung Beratungen zur Frage: Wer wird Kanzlerkandidat der CDU/CSU? In der fast halbstündigen Pressekonferenz mit dem Themenschwerpunkt Machtkampf in den beiden Schwesterparteien der Union gab es auch eine kurze Episode zur aktuellen Corona-Politik. Söder sagte, „neben der K-Frage gibt es auch noch die C-Frage“.

Hier nutzte der CSU-Chef noch einmal die Bühne, um sich auch in dieser Frage, wer der bessere Corona-Bekämpfer ist, zu profilieren. Es brauche einen erfahrenen Politiker, aber auch einen Mann mit vielen Ideen, um mit der Pandemie fertigzuwerden. Er selbst sei so ein Mann, bekräftigte er noch einmal und gab so seinem Konkurrenten Armin Laschet (CDU) indirekt einen Seitenhieb mit. Außerdem verteidigte er den Plan eine bundeseinheitlichen Corona-Notbremse einzuführen. Er - und damit auch Bayern - werde die Entscheidung, die der Bundestag und -rat diese Woche dazu treffen wird, mittragen und umsetzen.

Coronavirus in Bayern: Holetschek befürwortet die Ausgangssperre

Update vom 19. April, 10.11 Uhr: Während in Berlin diese Woche der Bundestag über die Corona-Notbremse abstimmt, hat sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) zu einem zentralen Punkt aus eben jenem Regel-Katalog geäußert. Er sprach sich in einem Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin am Montag für eine Ausgangssperre aus. Es sei „verhältnismäßig, mal ein paar Wochen vielleicht nicht auf die Straße gehen zu können am Abend und da mitzuwirken“, sagte der Minister. Die Auslastung in den Kliniken werde in zwei bis drei Wochen einen Höchsstand erreichen. „Jetzt ist die Zeit zu handeln.“

Corona-Zahlen in Bayern weiter auf hohem Niveau

Update vom 19. April, 8.34 Uhr: Bayern befindet sich im deutschlandweiten Inzidenz-Vergleich inzwischen auf Platz drei. Das RKI meldet am Montag für den Freistaat einen Wert von 187,3 (Stand: 19. April, 3.09 Uhr). Hingegen liegt der Wert für die gesamte Bundesrepublik lediglich bei 165,3. Das RKI meldet außerdem 2151 neue Corona-Fälle in Bayern. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen ist aber am Montag niedriger als in der Wochenmitte, da am Wochenende weniger getestet wird.

Inzwischen gibt es im Freistaat auch nur noch zwei Landkreise, die unter die Inzidenzgrenze von 100 fallen. Am unteren Ende der Inzidenzliste findet sich der ehemalige Spitzenreiter in Deutschland, der Landkreis Tirschenreuth (68). Danach kommt der Landkreis Forchheim mit 94,7. Spitzenreiter ist der Landkreis Dingolfing-Landau mit einem Wert von 349,6 Fällen in den vergangenen sieben Tagen. Knapp dahinter der Landkreis Kronach mit 349,1 Fällen. Die Inzidenz in der Landeshauptstadt München ist wieder ein wenig gesunken. Sie liegt am Montag bei 161,3 (Vortag: 163,9). 13 Menschen starben in den vergangenen 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Update vom 18. April, 18.38 Uhr: Die Stadt München kann der Europäischen Fußball-Union weiterhin keine Garantie für die Ausrichtung der vier EM-Spiele in diesem Sommer vor Zuschauern geben. „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob es das Infektionsgeschehen im Juni zulässt, Zuschauer ins Stadion zu lassen oder nicht“, sagte der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter der Welt am Sonntag.

Corona in Bayern: München weiter ohne Garantie für EM - „Schlicht nicht möglich“

Das UEFA-Exekutivkomitee trifft während einer Sitzung an diesem Montag (ab 10.00 Uhr) die Entscheidung, ob München dennoch Mit-Gastgeber des Turniers (11. Juni bis 11. Juli) bleiben darf. Nach der aktuellen Infektionsschutzverordnung seien Veranstaltungen dieser Art mit Zuschauern nicht erlaubt. „Wir hoffen aber, dass sich die Pandemielage bis Juni entspannt und wir unter Einbeziehung zusätzlicher Hygienemaßnahmen und eventueller Teststrategien, wie von der UEFA angestrebt, wenigstens einen gewissen Prozentsatz der Plätze in der Allianz Arena für Zuschauer freigeben können“, sagte Reiter.

Corona in Bayern: Inzidenz in München sinkt leicht

Update vom 18. April, 14.08 Uhr: Die Stadt München hat die aktuellen Corona-Zahlen veröffentlicht. Am Samstag, 17. April kamen demnach 264 Neuinfektionen hinzu - zwei Personen starben im Zusammenhang mit einer Erkrankung. Der R-Wert liegt nun bei 1,30. Die 7-Tage-Inzidenz liegt nach RKI-Angaben vom 18. April bei 163,9 (Vortag: 165,7). Dieser Rückgang der Inzidenz sollte jedoch nicht überinterpretiert werden. Erfahrungsgemäß sinken die Zahlen am Wochenende ab, da weniger getestet wird oder Zahlen erst verspätet übermittelt werden.

Aktuell sind den Angaben der Stadt nach 4.363 Personen in München mit Corona infiziert - 58.741 gelten als genesen. 1148 Personen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Update vom 18. April, 13.29 Uhr: Die neuen Regelungen zum Öffnen des Einzelhandels in Bayern stoßen nicht überall auf Zustimmung. Die Tatsache, dass Kunden nun einen negativen Corona-Test vorweisen müssen, hält viele vom Shopping-Trip ab, befürchten die Händler. Einige machen ihre Läden deshalb trotz Erlaubnis gar nicht erst auf.

Derweil vermelden Forscher der Universität in Regensburg erste Erfolge bei ihren Bemühungen ein Medikament gegen die Covid-19-Erkrankung zu entwickeln. Doch Professor Gernot Längst, der die Forschungen mit vorantreibt, erklärt, warum es trotzdem zu früh ist, um euphorisch zu werden.

Corona-Inzidenz in Bayern weit über Bundesdurchschnitt

Update vom 18. April, 7.38 Uhr: Auch in Bayern steigen die Corona-Zahlen weiter. Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 185,4 liegt der Freistaat auf Platz 3 aller Bundesländer und auch über dem Bundesdurchschnitt von 162,3. (Quelle RKI, Stand: 18.4., 3.09 Uhr) Inzidenz-Spitzenreiter in Bayern ist mittlerweile der Landkreis Kronach in Oberfranken mit einer Inzidenz von 367,1, gefolgt vom niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau mit 344,4. Die Stadt Hof, die lange Zeit steter Inzidenz-Spitzenreiter in Bayern war, liegt nun „nur“ noch auf Platz 3 (327,3). Den niedrigsten Inzidenzwert in Bayern weist am Sonntag der ehemalige Hotspot-Landkreis Tirschenreuth auf. Dort liegt der Wert laut Angaben des RKI aktuell nur bei 77,7.

Corona in Bayern: Zahlen steigen weiter - Söder ordnet Trauerbeflaggung an

Im Rahmen der zentralen Gedenkveranstaltung für die deutschlandweiten Todesopfer der Corona-Pandemie in Berlin hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Trauerbeflaggung aller staatlichen Dienstgebäude in Bayern für diesen Tag angeordnet. Die Gemeinden, Landkreise und Bezirke sowie die übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts wurden gebeten, in gleicher Weise zu verfahren. Der Bund hat für seinen Bereich eine entsprechende Regelung getroffen.

Update vom 17. April, 20.59 Uhr: Nach dem Demo-Verbot in Kempten haben rund 1.000 Gegner der Corona-Politik versucht, dennoch eine Versammlung in der Innenstadt des Ortes im Allgäu abzuhalten. Auch Mitglieder der linken Szene, deren Gegendemonstration ebenfalls untersagt worden war, hielten sich am Nachmittag laut Polizei in der Innenstadt auf. Dabei stellte die Polizei insgesamt fast 180 Verstöße gegen das Versammlungsrecht wegen Teilnahme an einer verbotenen Versammlung fest. Gegen rund 300 Personen wurden Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht in der Innenstadt eingeleitet, gegen rund 230 Personen wurden Platzverweise erteilt. Vier Menschen wurden demnach vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Corona in Bayern: Stiko-Chef stellt klar - Impfungen können dritte Welle nicht brechen

Update vom 17. April, 15.15 Uhr: Bayerns Strategie für die Corona-Impfungen ist bekannt: Um das Impftempo zu steigern, soll die Priorisierung aufgehoben werden. Das fordern auch die Hausärzte. Gegenwind zu dieser Entscheidung gibt es jetzt allerdings vom Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens.

Eindringlich warnt der Mediziner vor diesem Schritt. „Diese Diskussion nützt jetzt wirklich keinem. Wir müssen doch mit begrenzten Impfstoffmengen weiter möglichst Menschen mit hohem Risiko für schweren Covid-19-Verlauf wie Vorerkrankte schützen. Damit schützen wir doch auch unsere Intensivstationen“, äußert sich Mertens gegenüber RP Online. Laut dem Stiko-Chef reichen die Corona-Impfungen nicht aus, um die dritte Welle zu brechen. Mertens: „Dass zeigen auch Modellrechnungen. Dazu hätte man viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen.“

Update vom 17. April, 12.55 Uhr: In München macht die Sieben-Tage-Inzidenz erneut einen weiteren Sprung. Nach Angaben der Stadt liegt dieser Wert am Samstag bei 165,7.  Am Tag zuvor betrug die Inzidenz noch 158,5. Innerhalb der letzten 24 Stunden gab es insgesamt 380 Neuinfektionen - eine Person ist in Zusammenhang mit Corona verstorben.

Nach Angaben der Stadt vom Freitag wurden bis zum 15. April knapp 348 000 Menschen in München gegen das Coronavirus geimpft - darunter 242 000 Erst- und 105 600 Zweit-Impfungen.

Erstmeldung vom 17. April: München - Der negative Corona-Entwicklungstrend im Freistaat hält weiter an: Die Zahlen steigen. Am Samstagmorgen liegt die bundesweite Inzidenz laut dem RKI bei 182,4. Bereits am Freitag waren nur noch die drei Landkreise Miltenberg, Tirschenreuth, Lindau sowie die Stadt Bamberg unter dem wichtigen Grenzwert 100. Bayernweit ist die Stadt Hof mit 386,3 weiter ungewollter Spitzenreiter. Das bleibt nicht ohne Folgen: Der Freistaat steuert in den nächsten Wochen auf einen härteren Lockdown in Schulen und Einzelhandel zu.

Corona in Bayern: Mehrheit der Schüler geht wieder in Distanzunterricht - Nur für 30 Prozent Präsenz-oder Wechselunterricht

Im Klartext bedeutet das: Bei einer Inzidenz von mehr als 100 am Freitag müssen Schulen in der Folgewoche weitgehend in den Distanzunterricht wechseln. Nach Angaben des Kultusministeriums betrifft das in der kommenden Woche 70 Prozent der eine Million Schüler in Bayern. Folglich könnten nur noch rund 30 Prozent im Präsenz- und Wechselunterricht bleiben, bestätigte ein Ministeriumssprecher. Ausnahmen gelten lediglich für Abschlussklassen, die vierten Klassen der Grundschulen und die 11. Klassen am Gymnasium.

Auch die Landeshauptstadt München hatte eine entsprechende Regelung bereits am Freitagmorgen angekündigt. Hier steigt die Inzidenz am Samstag auf 165,7. Unabhängig von der noch nicht beendeten Diskussion über Schulöffnungen bis zu einer Inzidenz von 200 auf Bundesebene gilt in Bayern derzeit die 100-er-Grenze. Ab diesem Wert wird bei Schulen die Notbremse gezogen. In den betroffenen Regionen im Freistaat gelten vorerst von Montag, 19. April, bis Freitag, 25. April, folgende Regeln: Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen und organisierte Spielgruppen bieten nur noch eine Notbetreuung an. An allen Schulen findet Distanzunterricht statt.

Corona: Schüler im Präsenzunterricht müssen negatives Testergebnis vorlegen - Für Einzelhandel nur noch „Click&Collect“ erlaubt“

Schüler, die vor Ort unterrichtet werden, müssen den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und zu Beginn des Schultages ein negatives Ergebnis eines PCR- oder POC-Antigentests vorlegen. Als Alternative können die Kinder in der Schule unter Aufsicht einen Selbsttest* machen. Die Testpflicht* gilt mindestens zweimal wöchentlich. „Um die dritte Welle mit dominanter Mutation wirkungsvoll zu brechen, sind die Schließungen von Schulen und Kindertageseinrichtungen leider unerlässlich“, erklärt Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) der tz.

Auch der Einzelhandel muss sich erneut auf Verschärfungen einstellen. Am Freitag erfüllten insgesamt 23 Kreise im Freistaat die Einzelhandel-Bedingungen für eine komplette Schließung in der nächsten Woche, mit Ausnahme des Verfahrens „Click and Collect“. Dies gilt ab einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200 für mindestens drei Tage am Stück. Drei Kreise - Starnberg, Miltenberg und Tirschenreuth erfüllten am Freitag die Bedingungen für eine Öffnung des Einzelhandels mit Terminvereinbarung („Click and Meet“).

Noch mehr Geschichten aus Bayern lesen Sie hier. Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem Freistaat gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Bayern-Newsletter. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA (kof)

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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