Polizei, Feuerwehr und Co.

Corona belastet die kritische Infrastruktur: In erster deutscher Stadt gilt „Pandemiestufe I“

Impfgegner-Protest im Januar 2021 in Berlin-Mitte: Zwei Polizisten in der Rückenansicht.
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Die Berliner Polizei fürchtet wegen Omikron Personalengpässe.

„Wir müssen sehen, dass wir auch in vier Wochen noch handlungsfähig sind“: Die Berliner Polizei hat wegen der Omikron-Welle ihren Stufenplan eingeleitet.

Berlin - In bekannten deutschen Großstädten ist die Inzidenz aktuell besonders hoch. Eine Momentaufnahme vom 20. Januar zeigt es. Hamburg: mehr als 1080. München: mehr als 980. Berlin: mehr als 1150 – und im Bezirk Mitte sogar über 2250. Die Polizei, Teil der kritischen Infrastruktur, ist nun in Alarmbereitschaft.

Die Gewerkschaft der Berliner Polizei ist besorgt über die zunehmenden Corona-Fälle in ihren Reihen. Gewerkschaftssprecher Benjamin Jendro sagte nun im rbb-Inforadio, die Kurve der Ausfälle zeige momentan „deutlich nach oben“. Aktuell sei man handlungsfähig. „Aber wir betrachten die nächsten Wochen schon mit Sorge.“

Corona-Personalausfall bei Polizei: Fast 900 Mitarbeiter fehlen in Berlin

Irgendwann komme auch die Berliner Polizei an ihre Grenzen. Deswegen müsse man schauen, dass man die Einsätze priorisiere. Die konkreten Zahlen: 881 Polizisten fallen hier derzeit wegen Corona aus, berichtet t-online.de. Das seien mehr als drei Prozent der rund 26.000 Mitarbeiter.

Weitere zehn Prozent fielen laut Jendro ohnehin weg – der übliche Winter-Krankenstand. Damit nähert sich die Berliner Polizei einem Personalausfall von 15 Prozent. Vor vier Tagen hatte man bereits die „Pandemiestufe I“ ausgerufen.

Corona in Berlin: Feuerwehr hält sich mit Vierstufenmodell bereit

„Dazu gehört im Übrigen auch die sehr personalintensive Begleitung der Corona-Spaziergänger am Montag. Das sind keine angemeldeten Demonstrationen und die Sicherheit muss gewährleistet werden“, sagte Jendro dem rbb. „Aber ob wir da immer mit einzelnen Hundertschaften dabei sein müssen, da stellt sich uns schon die Frage, ob das Infektionsrisiko nicht zu hoch ist. Weil wir müssen sehen, dass wir auch in vier, fünf, sechs Wochen handlungsfähig sind.“

Die Pandemie trifft auch die Berliner Feuerwehr, wenn auch noch nicht so stark. 330 von rund 6000 Mitarbeitern können laut Tagesspiegel deshalb zur Zeit nicht arbeiten. Bei der Feuerwehr gibt es ein vierstufiges Modell, das ab einem Ausfall von 15 Prozent des Personals greift. Dies sei derzeit aber noch nicht der Fall, hieß es auf Anfrage des Tagesspiegel.

Der Berliner Senat will die Corona-Auswirkungen auf die Arbeit von Polizei, Justiz, Feuerwehr, Schulen, U-Bahn, S-Bahn, Elektrizitäts- und Wasserwerken sowie Gesundheitsversorgung stärker beobachten. Man wolle ein Monitoring zur Funktionsfähigkeit der kritischen Infrastruktur einrichten, zitierte der Tagesspiegel die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD). (frs)

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