Pressekonferenz aus Berlin

RKI-Chef Wieler warnt Deutschland vor schlimmer Corona-Welle - Spahn: „Eine Grenze bereits überschritten“

Freitagsritual: Jens Spahn und das RKI sprechen vor der Hauptstadtpresse über die Coronavirus-Pandemie in Deutschland. Der Gesundheitsminister erklärt eine Planänderung.

Update vom 26. März, 11.11 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler haben sich bei der obligatorischen Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage geäußert. Wieler warnte dabei: „Wir befinden uns am Anfang der dritten Welle. Es gibt deutliche Signale, dass diese Welle noch schlimmer werden kann, als die anderen beiden.“

Der Gesundheitsminister kündigte an, die Corona-Testpflicht für nach Deutschland einreisende Fluggäste zu verschieben. Sie tritt statt Sonntag erst Montagnacht (30. März, 0.01 Uhr) in Kraft, um allen Beteiligten Zeit zur Vorbereitung zu geben. Trotz der aktuell angespannten Lage zeigte sich Spahn optimistisch, den Kampf gegen das Coronavirus bald gewinnen zu können. Er verglich die Anstrengungen von Politik und Bevölkerung mit einem Marathon. „Das Ziel ist sehbar, aber noch einen Schritt weg“, ordnete der CDU-Politiker den Stand der Dinge ein.

Corona in Deutschland: Pressekonferenz von Jens Spahn und RKI im Live-Ticker - Gesundheitsminister fordert „Pragmatismus“ beim Impfen

11.10 Uhr: Die Fragen der anwesenden Journalisten an Gesundheitsminister Spahn und RKI-Präsident Wieler sind gestellt, die Pressekonferenz wird nun beendet.

11.07 Uhr: Spahn verteidigt die Impfkampagne. „Wir hätten diese Priosierungsfrage nicht in 50.000 Hausarztpraxen treffen können“, sagt Spahn. Deshalb habe es Impfzentren für die Priorisierungsgruppe 1 gebraucht. Künftig werde man aber, wenn die Impfstofflieferungen wie geplant kommen, auch in den Hausarztpraxen das Impfen vorantreiben.

10.51 Uhr: Dass einzelne Bundesländer die Notbremse nicht ziehen wollen, sieht Spahn kritisch. „Ich kann nur empfehlen, das, was wir gemeinsam als Bund und Länder vereinbart haben, auch umzusetzen. Im Sinne des Brechens der Welle“, bewertet Spahn mögliche Alleingänge der Länder.

10.35 Uhr: Eine Frage zur optimalen Nutzung der Impfstoffdosen wird gestellt. „Ich bin dafür, das auch die siebte Dosis aus den Fläschchen gezogen wird“, gibt Spahn an. Dies sei aber nicht immer technisch umsetzbar. Man könne zudem übrig gebliebene Impfstoffe einfach verimpfen. Über 70-Jährige könnten doch „einfach ihren Ausweis vorzeigen“ und an den Impfzentren einen kurzfristigen Termin bekommen. „Es braucht einfach Pragmatismus. Und die Impfverordnung macht Pragmatismus auch möglich“, erklärt Spahn.

10.30 Uhr: Gesundheitsminister Spahn bekräftigt unterdessen, dass er wöchentlich zwei Tests auf das Coronavirus in Schulen und Kitas sowie Betrieben für dringend notwendig erachtet. Beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern hatte er dies allerdings nicht verpflichtend umsetzen wollen. Dennoch erhöht er den Druck: „Wer Kitas und Schulen nicht schließen will, muss sie schützen.“

10.27 Uhr: RKI-Präsident Wieler sieht die Impfungen als Schlüssel zum Erfolg in der Corona-Pandemie. „Wenn die Impfzentren vorankommen, dann werden wir diese Pandemie kontrollieren in diesem Jahr.“

10.25 Uhr: „Uns stehen sehr schwere Wochen bevor“, prophezeit Wieler. Dafür sei besonders die Verbreitung der britische Corona-Mutante B.1.1.7 verantwortlich. Diese tritt vorwiegend bei berufstätigen Menschen auf, ist aber auch unter vielen Kindern und Jugendlichen festzustellen. Die meisten Ansteckungen gibt es laut Wieler in privaten Haushalten. Zudem zeigen die Daten des RKI, dass die Virus-Mutation in Kitas, Schulen und an Arbeitsplätzen um sich greift.

Corona in Deutschland: Pressekonferenz von Jens Spahn und RKI im Live-Ticker - „Staatliche Maßnahmen alleine reichen nicht“

10.22 Uhr: Auf Nachfrage eines Journalisten sagt Spahn, man habe womöglich „eine Grenze bereits überschritten“, deshalb sei eine „Notbremse“ nötig. Dass diese Maßnahme ausgerechnet Ostern umgesetzt werde, „fällt schwer“, so Spahn. Doch die Hilfe der Bürger sei dabei unumgänglich, „staatliche Maßnahmen alleine reichen nicht aus“, sagt der Gesundheitsminister.

10.17 Uhr: Wieler bittet die Bürger eindringlich, Testangebote wahrzunehmen und dies „auch ernst“ zu nehmen. Dann müsse man einen Arzt aufsuchen. „Zeit ist ein entscheidender Faktor dieser Pandemie“, so der RKI-Präsident.

10.15 Uhr: Wieler gibt die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland bekannt. Die Zahl der Neuinfektionen sei auf 21.573 Fälle gestiegen, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 119,1.

10.14 Uhr: Nun spricht RKI-Chef Wieler. „Wir befinden uns am Anfang der dritten Welle. Es gibt deutliche Signale, dass diese Welle noch schlimmer werden kann, als die anderen beiden.“ Es gebe besonders viele Ansteckungen in privaten Haushalten.

Corona in Deutschland: Pressekonferenz von Jens Spahn und RKI im Live-Ticker - Gesundheitsminister sieht „das Ziel sehbar“

10.12 Uhr: „Wir sind wahrscheinlich im letzten Teil des Pandemie-Marathons angekommen. Das Ziel ist sehbar, aber noch einen Schritt weg“, ordnet Spahn die Situation ein. Die Impfungen seien noch nicht

10.11 Uhr: Es sei inzwischen „ein nahezu flächendeckendes“ Netzwerk an Testzentren in Deutschland entstanden. „Genau diese Infrastruktur ist die Voraussetzung, die Tests strategisch besser nutzen zu können und mögliche Öffnungen voranbringen zu können“, meint Spahn.

10.09 Uhr: Spahn spricht nun über das Vorankommen der Impf-Kampagne in Deutschland. „8,3 Millionen Menschen sind geimpft“, so Spahn. Doch auch liegengebliebene Impfdosen spricht er an. Und warnt: „Am wichtigsten ist und bleibt, dass kein Impfstoff unverimpft bleibt.“ Jetzt gelte es, „besonders die Vorerkrankten und über 70-Jährigen zu impfen.“

Corona in Deutschland: Pressekonferenz von Jens Spahn und RKI im Live-Ticker -Treffen an Ostern „idealerweise nur draußen“

10.06 Uhr: Man müsse mit mehr Todesfällen wie im Winter rechnen. Bezüglich Ostern richtet Spahn eine Bitte an die Bürger: „Wenn sie andere treffen, dann idealerweise nur draußen“.

10.03 Uhr: Spahn ergreift das Wort. Der Gesundheitsminister gibt bekannt, dass die Corona-Testpflicht für nach Deutschland einreisende Fluggäste Montagnacht (30. März, 0.01 Uhr) in Kraft tritt. Ursprünglich sollte sie schon Sonntag in Kraft treten. Damit will man Flugreisenden und Fluggesellschaften mehr Zeit geben, die Vorgaben umzusetzen. „Die Einreiseverordnung allein ist jetzt nicht der Game Changer“, sagt Spahn. Dafür würden die Zahlen zu stark steigen.

10.00 Uhr: Jens Spahn und Lothar Wieler haben auf dem Podium Platz genommen.

Update vom 26. März, 9.58 Uhr: In wenigen Minuten startet die Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler.

Corona in Deutschland: Pressekonferenz von Jens Spahn und RKI im Live-Ticker - Viele Neuinfektionen bei Kindern

Update vom 26. März, 7.45 Uhr: Kinder und Jugendliche rücken weiter in den Blick, was das Corona-Infektionsgeschehen angeht. Nach Beobachtungen des Robert Koch-Instituts scheint sich die Rolle dieser Altersgruppe bei der Ausbreitung des Virus zu ändern. Dort stiegen die Fallzahlen einem Bericht zufolge besonders stark an. Das Problem: Kinder können mit den derzeit zugelassenen Impfstoffen noch nicht versorgt werden. Doch immerhin gibt es einen kleinen Lichtblick. Nach Moderna und Astrazeneca haben auch die Mainzer Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer begonnen, ihren Corona-Impfstoff an jüngeren Kindern zu testen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag von Pfizer erfuhr.

Doch bis zum Einsatz bei Kindern warnen Experten. Mit der Zunahme der Corona-Ansteckungen in der jungen Altersgruppe sind nach Einschätzung eines pädiatrischen Infektiologen auch mehr Spätfolgen in diesen Gruppen zu erwarten. „Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen“, sagte Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. „Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet.“

Womöglich geht auch RKI-Chef Lothar Wieler in der Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) um 10 Uhr darauf ein. Sie informieren wie jeden Freitag gemeinsam über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland (siehe Erstmeldung).

Dabei dürfte auch die Zunahme der Inzidenz sorgenvoll beobachtet werden. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.05 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 119,1 - und damit wieder höher als am Vortag (113,3). Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 1,08 (Vortag 1). Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 21.573 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 183 neue Todesfälle verzeichnet, wie die Zahlen des RKI vom Freitag zeigen. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.482 Neuinfektionen und 226 neue Todesfälle verzeichnet.

Corona in Deutschland: Pressekonferenz von Jens Spahn und RKI im Live-Ticker: Zahl der Neuinfektionen steigt drastisch

Erstmeldung vom 25. März: München/Berlin - „Immer wieder freitags kommt die Erinnerung“. Es ist nicht nur der Refrain eines bekannten Liedtextes. Es ist in der Corona-Krise* in Deutschland vielmehr schon ein Ritual: Immer freitags treten (der mittlerweile scharf kritisierte) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* sowie ein Vertreter des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI)* vor die Hauptstadtpresse und stehen Rede und Antwort im Kampf um die Eindämmung des heimtückischen Coronavirus*.

Gesprächsbedarf gibt es reichlich: Die Corona-Impfungen kommen weiter nur zäh voran, laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) waren - Stand 24. März - 4,3 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Virus geimpft. In Zahlen: 3.603.619 Menschen, was bei rund 83 Millionen Einwohnern nach wie vor überschaubar ist.

Ein weiterer Punkt: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden* in Deutschland lag am Donnerstag (25. März) bei hohen 22.657. Das bedeutete im Vergleich zum Dienstag eine Zunahme von mehr als 15.000 registrierten täglichen Fällen. Was das jetzt bedeutet. Was geplant ist, was nicht. Und wie tief die Bundesrepublik bereits in der dritten Corona-Welle steckt.

Corona in Deutschland: Pressekonferenz im Live-Ticker - Jens Spahn und RKI äußern sich zur aktuellen Lage

Antworten werden aus Berlin erwartet. Verfolgen Sie die obligatorische Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* und RKI-Chef Lothar Wieler an diesem Freitag (26. März) ab 10 Uhr hier im Live-Ticker. (pm) *Merkur.de und fr.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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