News-Ticker: Corona in Deutschland

Zahl der Intensivpatienten nimmt ab: Divi-Chef warnt aber vor Omikron - Erfolgsnachricht beim Impfen

Laut dem DIVI-Register nimmt die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen ab.
+
Laut dem DIVI-Register nimmt die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen, wie dieser, aktuell ab.

Das RKI meldet einen Höchststand der Infektionen. Doch die Zahl der Corona-Intensivpatienten nimmt ab. Dennoch kein Grund zur Entwarnung, meint der Divi-Chef. Der News-Ticker.

  • Das RKI meldet so viele Corona*-Infektionsfälle wie noch nie zuvor, auch die Inzidenz ist auf Rekordhoch (siehe Update vom 15. Januar, 7.32 Uhr).
  • Die Zahl der Corona-Intensivpatienten nimmt ab (siehe Update vom 15. Januar, 17.35 Uhr).
  • Meilenstein: Am Samstag hat die internationale Impfallianz die einmilliardste Dosis Impfstoff versendet (siehe Update vom 15. Januar, 21.24 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 16. Januar finden Sie hier.

Update vom 15. Januar, 21.24 Uhr: Die einmilliardste Dosis: In Deutschland sind laut dem RKI mittlerweile 72,5 Prozent der Menschen zweitgeimpft und 45,9 Prozent geboostert. International sehen die Zahlen nicht so gut aus. Daher liefert das internationale Impfstoffprogramm Covax inzwischen Impfdosen an 144 Länder aus. Die Allianz namens Gavi versorgt vor allem ärmere Länder, die kein Geld haben, um die Impfstoffe selbst zu bestellen. Sie besteht aus Regierungen, Firmen, Stiftungen und UN-Organisationen. Am Samstag versandte sie die einmilliardste Dosis. Sie war laut Angaben in einer Lieferung, die am Samstag in Ruanda ankam.

Gavi-Chef Seth Berkley verwies darauf, dass die Impfstoff-Verteilung noch sehr ungleich ist. 41 Prozent der Weltbevölkerung hätten noch keine einzige Impfdosis erhalten. „Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, um das Ungleichgewicht zu beenden“, teilte er in Genf mit. Covax arbeite daran, Ländern bei der Infrastruktur zu helfen, die nötig ist, um große Impfprogramme auf die Beine zu stellen. Das Ziel, bis Ende 2021 in allen Ländern der Welt 40 Prozent der Bevölkerung zu impfen, war in mehreren Dutzend Ländern verfehlt worden. Nun sollen bis Mitte des Jahres 70 Prozent der Menschen in allen Ländern geimpft sein. In vielen Ländern Afrikas wurden aber bislang kaum zehn Impfdosen pro 100 Einwohner verabreicht. In Deutschland waren es nach den WHO-Zahlen 185 pro 100 Einwohner. Und doch: Gesundheitsminister Lauterbach pocht auf eine starke Booster-Kampagne, um Omikron entgegenzutreten.

Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen sinkt - Intensivmediziner gibt Einschätzung ab

Update vom 15. Januar, 17.35 Uhr: Die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation sinkt in Deutschland. Das zeigt die Übersicht des DIVI-Registers im Bericht des RKI. Insgesamt sank die Zahl der intensivmedizinisch, behandelten Covid-19 Fälle am Samstag um 51 Fälle. Insgesamt gab es 1556 Neuaufnahmen. 1607 Behandlungen wurden abgeschlossen (davon starben 16 Prozent der Patienten). Bereits in den letzten Tagen hatte es weniger Aufnahmen als Entlassungen auf den Intensivstationen gegeben. Ein rückläufiger Trend.

Divi-Chef und Intensivmediziner Christian Karagiannidis glaubt jedoch, dass die Omikron-Welle die Krankenhäuser noch nicht vollends getroffen hat. „Es sieht nicht so aus, als wenn im Moment, Stand heute, die Omikron-Welle schon auf den Intensivstationen durchgeschlagen ist“, meint Karagiannidis im Interview mit dem Deutschlandfunk. Angesichts vermehrter Infektionen brauche es daher einen Notfallplan für die Spitäler. Zwar infizierten sich derzeit hauptsächlich jüngere Menschen im Alter bis 35 Jahren, doch durch die hohen Infektionszahlen, müsse man damit rechnen, dass Ärzte und Pflegekräfte ausfielen.

Corona-Rekordzahlen in Deutschland: Bundesland verhängt teils neue Ausgangssperren

Update vom 15. Januar, 11.40 Uhr: Die deutschlandweit rasant steigenden Zahlen schlagen sich auch in Baden-Württemberg nieder. In manchen Gebieten des Bundeslandes klettert die Sieben-Tage-Inzidenz über 500 und damit treten dort neue Maßnahmen in Kraft, wie der SWR berichtet. Für Nicht-Immunisierte, sprich Ungeimpfte und Nicht-Genesene, gilt daher ab Samstag eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Damit dürften betroffene Personen zwischen 21 und 5 Uhr nur mit triftigem Grund das Haus verlassen, etwa um zu arbeiten oder den Lebenspartner zu besuchen.

Die Regeln gelten laut SWR unter anderem in den Städten Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg und Ulm sowie in den Landkreisen Ravensburg, Waldshut, Biberach, Rastatt und Schwarzwald-Baar. Seit Dienstag seien die Regeln bereits in Freiburg in Kraft. Gemäß Corona-Verordnung des Landes könnten die schärferen Maßnahmen erst dann aufgehoben werden, wenn die Inzidenz fünf Tage hintereinander unter dem Grenzwert liege. Und trotzdem geben einige Experten Grund zur Hoffnung auf ein baldiges Entspannen der Situation. Grund dafür sind unter anderem die Omikron-Variante.

RKI meldet erneuten Rekord - Deutschlands Inzidenz so hoch wie noch nie

Update vom 15. Januar, 7.32 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Höchstwert bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit sage und schreibe 497,1 an. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 470,6 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 335,9 (Vormonat: 353,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 78.022 Corona-Neuinfektionen (Stand: 15. Januar, 5 Uhr). Vor einer Woche waren es 55.889 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 235 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 268 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.913.473 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag 3,23 an (Donnerstag: 3,09, Mittwoch: 3,13). Sie war damit erstmals seit einigen Tagen wieder gestiegen.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 6.942.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115.572.

Update vom 14. Januar, 22.20 Uhr: Der Krisenstabschef der Bundesregierung Carsten Breuer hat die Omikron-Welle als „beherrschbar“ eingeschätzt. Unter anderem mit mehr Impfungen werde man ein Bollwerk gegen die Welle errichten. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KVB), ist sich dagegen sicher, dass fast jeder Bürger in den nächsten Monaten mit der Omikron-Variante in Kontakt kommen werde. Das Virus sei zu ansteckend, um von einem anderen Szenario auszugehen. Die meisten Geimpften würden eine Infektion kaum bemerken. „Es besteht aber die Gefahr, dass die älteren Ungeimpften, die möglicherweise noch Vorerkrankungen haben, schwer erkranken können“, meinte der KBV-Chef. Eine Studie aus den USA hat dazu eine Liste an Risikofaktoren ermittelt, die einen schweren Verlauf trotz Impfung begünstigen.

Corona-Lage in Deutschland: Quarantäne-Alarm in Berlin - Hauptstadt kürzt ÖPNV

Update vom 14. Januar, 19.15 Uhr: Die hohen Infektionszahlen machen sich bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) bemerkbar. Das Unternehmen gab am Freitag eine Einschränkung des Fahrplans bekannt. Grund dafür seien steigende Fälle an Krankmeldungen und Quarantänefällen. Zunächst betrifft die Maßnahme nur den Busverkehr. Am 24. Januar tritt vermutlich eine weitere Kürzung in Kraft. Der Fahrplan im Busbereich wird damit zunächst um 3,2 Prozent eingeschränkt. Zuvor hatten auch bereits Testlabore eine Überlastung gemeldet (siehe Update vom 14. Januar, 18.10 Uhr).

Um Quarantäne-bedingte Ausfälle gering zu halten, hatten Bund und Länder in der vergangenen Woche Neuregelungen beschlossen. Auch das RKI änderte nun seine Empfehlungen. Sie gelten ab diesem Samstag. Generell sollen sich die Quarantänezeiten für Kontaktpersonen von Infizierten und die Isolierung Erkrankter an einer „Sieben-Tage-Regel“ orientieren: Sie enden nach sieben Tagen, wenn man sich dann mit einem negativen PCR- oder Schnelltest „freitestet“. Für das Ende einer Isolierung muss man zuvor auch noch 48 Stunden ohne Symptome sein. Ohne abschließenden Test sollen Quarantäne und Isolierung jeweils zehn Tage dauern.

Corona-Lage in Deutschland: Labor-Chef rät jetzt für einen Fall zu PCR-Verzicht

Update vom 14. Januar, 18.10 Uhr: Die Infektionszahlen steigen in Deutschland stetig an. Am Freitag wurden mehr als 90.000 Neuinfektionen verzeichnet (siehe Ursprungsmeldung). Das ist auch in den Testlaboren deutlich zu merken. Dr. Thomas Fenner, Geschäftsführer eines solchen Labors, sagte im Interview mit ntv: Die Situation sei „seit Neujahr nicht mehr zu wuppen“. Die Anzahl der Proben übersteige deutlich die Kapazitäten. Selbst mit Sonderschichten dauerte die Auswertung meist zwischen 36 und 48 Stunden. Gesundheitsminister Lauterbach hatte zuletzt eine Priorisierung der Auswertung für Pflegepersonal gefordert.

Angesichts vieler roter Warnungen der Corona-App stellt sich nun die Frage: Wer sollte als Bürger noch einen PCR-Test machen? Fenner rät hier in folgenden Situationen ab: Hat man bereits einen positiven Test an den Tagen zuvor erhalten oder Symptome in Kombination mit einem positiven Antigentest, kann laut seinen Aussagen auf einen PCR-Test verzichtet werden.

Corona-Lage in Deutschland: Weitere milliardenschwere Unterstützung für Krankenhäuser

Update vom 14. Januar, 16.47 Uhr: Die Krankenhäuser bekommen wegen der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie weitere milliardenschwere Unterstützung vom Bund. Für den Zeitraum von Mitte November 2021 bis Ende Januar 2022 stellt der Bund 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung, wie das Portal The Pioneer am Freitag berichtete. Es berief sich auf eine Mitteilung des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss.

Mit dem Geld sollen demnach Einnahmeausfälle der Krankenhäuser kompensiert werden, die planbare Aufnahmen, Operationen und andere Eingriffe verschieben oder aussetzen mussten, um Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten zu schaffen.

Update vom 14. Januar, 11.45 Uhr: Nicht nur Deutschland hat mit der Omikron-Welle zu kämpfen, auch Italien kämpft mit Rekordzahlen. Der Anstieg betroffener Menschen wirkt sich dort bereits auf die Intensivstationen aus.

Update vom 14. Januar, 10.45 Uhr: Die Corona-Zahlen in Deutschland knacken neue Rekorde. Am Freitag informieren Bundesgesundheitsminister Lauterbach, RKI-Chef Wieler und Virologe Christian Drosten auf einer PK.

Update vom 14. Januar, 7.40 Uhr: Der Virologe und Epidemiologe Klaus Stöhr hält die Kontaktnachverfolgung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland für nicht mehr sinnvoll. „Wir brauchen einen Exitplan. Wie passen wir die Maßnahmen der sich verändernden Situation und dem sich verändernden Virus an? Ich kann Ihnen nicht sagen, warum man in Deutschland noch Kontaktnachverfolgung machen sollte. Von der Inzidenz her ist es von den Gesundheitsämtern nicht mehr zu stemmen“, sagt er im Podcast „Die Wochentester“ des Kölner Stadt-Anzeiger und des RedaktionsNetzwerk Deutschland im Gespräch mit den Moderatoren Wolfgang Bosbach und Christian Rach.

Stöhr: „Wenn ein Großteil der Bevölkerung mild und asymptomatisch infiziert ist und Antikörper hat, wird eine sogenannte Kontaktnachverfolgungs-Quarantäne sinnlos. Man bewegt sich aus dem ersten Teil der Pandemie in den zweiten. In Südafrika hat man damit schon begonnen.“ Was der Virologe hingegen für sinnvoll hält: „Der beste Weg aus der Pandemie wäre: sich erst impfen lassen und sich dann infizieren. Im Paket wird es dann einen langanhaltenden Immunschutz geben. Die Kombination aus Impfschutz und Infektion ist eigentlich der Weg.“

Erstmals mehr als 90.000 Infektionen: RKI meldet neuen Höchststand - auch Inzidenz knackt Rekord

Ursprungsmeldung vom 14. Januar 2022: Berlin - Seit zwei Jahren bestimmt das Coronavirus* das alltägliche Leben in Deutschland und vielen weiteren Ländern. Vor allem die neue Variante Omikron sorgt aktuell für rasant steigende Infektionszahlen. Das Robert Koch-Institut meldet nun tatsächlich einen neuen Höchststand. Auch die Inzidenz knackt einen neuen Rekord.

Erstmals mehr als 90.000 Infektionen: RKI meldet neuen Höchststand - auch Inzidenz knackt Rekord

Erstmals wurden dem RKI binnen eines Tages mehr als 90.000 neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach Angaben vom Freitagmorgen wurden in den vergangenen 24 Stunden 92.223 Personen positiv auf das Virus getestet. Einen Rekord hatte es bereits vor zwei Tagen gegeben. Am Mittwoch war die Zahl erstmals größer als 80.000 gewesen. Vor genau einer Woche waren es 56.335 erfasste Neuinfektionen, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte mit 470,6 einen Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 427,7 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 303,4 (Vormonat: 375,0). Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 286 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 264 Todesfälle. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

In der „Villa Anima“ finden alte und kranke Katzen ein letztes Zuhause
WELT
In der „Villa Anima“ finden alte und kranke Katzen ein letztes Zuhause
In der „Villa Anima“ finden alte und kranke Katzen ein letztes Zuhause
Weiter Prozess gegen TÜV Süd nach Staudamm-Katastrophe
WELT
Weiter Prozess gegen TÜV Süd nach Staudamm-Katastrophe
Weiter Prozess gegen TÜV Süd nach Staudamm-Katastrophe
Omikron: Biontech/Pfizer startet klinische Studie zu Corona-Impfstoff
WELT
Omikron: Biontech/Pfizer startet klinische Studie zu Corona-Impfstoff
Omikron: Biontech/Pfizer startet klinische Studie zu Corona-Impfstoff
Baden-Württemberg: Neue Corona-Verordnung – Öffnungen bei Großveranstaltungen?
WELT
Baden-Württemberg: Neue Corona-Verordnung – Öffnungen bei …
Baden-Württemberg: Neue Corona-Verordnung – Öffnungen bei Großveranstaltungen?

Kommentare