Alle Entwicklungen im News-Ticker

Corona in Deutschland: Zwei Wochen nach Weihnachten - RKI meldet neuen Rekord bei den Todeszahlen

Die Infektions- und Todeszahlen in Deutschland sind weiterhin auf einem hohen Niveau. Der Corona-Lockdown wurde nochmals verlängert. Der News-Ticker.

Update vom 8. Januar, 6.15 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchstwert erreicht: Innerhalb von 24 Stunden übermittelten die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 1188 neue Todesfälle. Das geht aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervor. Außerdem wurden 31.849 Neuinfektionen gemeldet. Der bisherige Höchstwert von 1129 Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden.

Bei der Interpretation der Fallzahlen sei weiter zu beachten, dass in den Wochen um Weihnachten und den Jahreswechsel vermutlich weniger Menschen einen Arzt aufsuchten, weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt wurden, hieß es vom RKI. „Dies kann dazu geführt haben, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet wurden.“ Während die Zahlen „zwischen den Jahren“ deutlich gesunken waren, steigen sie seit einigen Tage wieder. Da Weihnachten mittlerweile zwei Wochen zurückliegt, können diese Steigerungen ihren Ursprung wahrscheinlich an Weihnachtsfeiertagen haben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt aktuell bei 136,5, dieser Wert sei aber mit Vorsicht zu genießen. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß.

Update vom 7. Januar, 22.30 Uhr: Knallharte Corona-Regeln in Deutschland: Familien mit Kindern* sollen sich vorerst nur mit einem weiteren Erwachsenen oder Kind treffen dürfen. Ein Kritiker teilt gegen die geplante Covid-19-Maßnahme aus (siehe Link).

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Deutsche Polizei hält neue Regeln für nicht kontrollierbar

Update vom 7. Januar, 19 Uhr: Die deutsche Polizei hält es für nicht möglich, die Kontrolle der neuen Corona-Regeln in Deutschland zu gewährleisten.

„Jedenfalls ist nicht damit zu rechnen, dass die Polizei anlasslos in Privathaushalten vorstellig wird, um Kontrollen durchzuführen - das gilt auch für Ordnungsbehörden“, erklärte Rainer Wendt dem Nachrichtenportal Watson zur sogenannten Ein-Personen-Regel, wonach sich ein Haushalt vorerst nur mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen darf.

Die Durchsetzung der Regeln sei „nicht allein mit ordnungsbehördlichen oder polizeilichen Maßnahmen zu schaffen“, meinte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) weiter.

Der Deutschen Presse-Agentur sagte Wendt: „Die Polizei kann nur schwerpunktmäßig kontrollieren, nicht flächendeckend.“ Der Polizeigewerkschafter bezog sich dabei auf die 15-Kilometer-Regel, auch Corona-Leine genannt, wonach Wohnorte mit einer Inzidenz von über 200 bis Ende Januar nur in einem entsprechenden Umkreis verlassen werden dürfen.

Kontrolle der Corona-Kontaktbeschränkungen: Eine Polizeistreife in der ansonsten belebten Neuhauser Straße in München.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: 668.000 weitere Impfdosen für die Bundesrepublik

Update vom 7. Januar, 18.50 Uhr: Endlich Fortschritte bei den Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland: An diesem Freitag (8. Januar) sollen die Bundesländer 668.000 weitere Impfdosen vom Hersteller Biontech erhalten.

Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 141 375 Dosen. Den kleinsten Anteil bekommt Bremen mit 4875 Dosen. 107.250 Impfdosen gehen nach Bayern.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Neue Hinweise zur Corona-Mutation

Update vom 7. Januar, 18 Uhr: Corona-Impfungen in Deutschland: Das große Warten - viele Impfzentren stehen bereit, aber es kommt kein Impfstoff (Hintergründe siehe Link).

Update vom 7. Januar, 17.50 Uhr: Wie verbreitet ist die Coronavirus-Mutation in Deutschland*? Es gibt neue Hinweise - und besorgniserregende Erkenntnisse zur neuen Corona-Art.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: „Kinder sind nicht die Treiber der Pandemie“

Update vom 7. Januar, 13.50 Uhr: Der Dresdner Kinderarzt und Infektiologe Reinhard Berner hat die Schließungen von Schulen und Kitas kritisiert. „Kinder sind nicht die Treiber der Pandemie“, sagte der Leiter der Kinderklinik des Universitätsklinikums Dresden den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Wissenschaftlich gesehen gebe es „keine klaren Gründe, warum Kitas und Schulen längerfristig geschlossen bleiben sollen“.

Berner zufolge wurden in Deutschland von März bis Ende Dezember etwa 800 Kinder mit dem Coronavirus in Krankenhäusern behandelt. Das geht demnach aus dem Register der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hervor. Der Spezialist für Infektionskrankheiten bei Kindern bewertete diese Zahl als „enorm wenig“, wenn man sie auf die Gesamtzahl der 14 Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland beziehe.

Der Kinderarzt war auch in der großen Expertenrunde am Montagabend vor dem Corona-Gipfel dabei. Berner hatte sich gegen eine weitere Schließung von Schulen und Kitas ausgesprochen. Kinder seien weniger empfänglich für Infektionen. „Und wenn insbesondere junge Kinder mit Coronavirus infiziert sind, das ist ausreichend gut belegt, kommt es seltener zu einer Weitergabe der Infektion“, so der Experte.

Corona in Deutschland: Virologin Ciesek fürchtet nachhaltige Veränderung der Gesellschaft

Update vom 7. Januar, 12.10 Uhr: „Die immer stärker werdende Spaltung der Gesellschaft, dass da gar kein Austausch mehr möglich ist, das finde ich sehr beunruhigend und auch enttäuschend“, sagte Virologin Sandra Ciesek der dpa. Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Uniklinik Frankfurt fürchtet, dass die Corona-Pandemie die Gesellschaft und die Wissenschaft nachhaltig verändern wird.

„Es macht mich traurig, nachdenklich, frustriert, wenn ich sehe, wie manche Menschen das fast ins Lächerliche ziehen“, sagte Ciesek im Bezug auf Berichte aus Intensivstationen, das Leid der Patienten und die Belastung des Klinikpersonals. Auch dass die Meinung von Wissenschaftlern viel mehr gehört wird als vor der Corona-Pandemie, findet Ciesek nicht nur positiv. „Das ist auch eine Gefahr für die Wissenschaft, wenn sie falsch dargestellt wird, wenn Ergebnisse verkürzt werden. Das haben wir ja mehrmals erlebt 2020: Dass am Ende nur ein Satz zitiert wird - für Wissenschaftler ist das extrem frustrierend“, erklärte die Virologin.

Sandra Ciesek ist Direktorin des Instituts für Virologie der Uniklinik in Frankfurt am Main. (Archivbild)

Die zunehmende Vernetzung der Wissenschaft hat Ciesek hingegen extrem positiv wahrgenommen. „Ich hoffe, dass das nicht wieder verloren geht.“ Trotz aller Belastungen und Frustration für den Einzelnen sei die Corona-Pandemie wissenschaftlich gesehen „absolut spannend: ein Jahrhundertereignis, das wir so - hoffentlich - nie wieder erleben.“

Corona in Deutschland: Bestatter im Hotspot Meißen am Rande der Verzweiflung

Update vom 7. Januar, 9.18 Uhr: Der Landkreis Meißen in Sachsen hat mit einem Wert von 483,2 die höchste 7-Tage-Inzidenz in Deutschland. Es ist aktuell der Corona-Hotspot der Bundesrepublik. Das spürt auch das Krematorium in Meißen. Laut einem Bericht der Bild, müssen die dortigen Mitarbeiter aufgrund der hohen Anzahl an Toten derzeit an ihre Grenzen gehen.

Im Meißener Krematorium werden neben Verstorbenen aus der Region auch Tote aus einem Einzugsgebiet, das sich bis nach Berlin und Brandenburg erstreckt, eingeäschert. Laut dem Bericht lagern dort derzeit etwa 250 Leichen, normalerweise sind es rund 60. „Das geht schon eine ganze Weile so. Mittlerweile bewegen wir hier 750 Tonnen an Verstorbenen pro Monat“, erklärt Jörg Schaldach, der Leiter des Krematoriums.

„Wenn das so weitergeht, schaffen wir das bald nicht mehr“, berichtet einer der Bestatter. Er sei fast durchgehend im Bereitschaftsdienst und hält fest: „Wir halten das nur aus, weil wir so gut zusammenarbeiten – aber wie lange soll das noch gehen?“ Laut dem Bericht brannten selbst an Heiligabend und Neujahr die Öfen des Krematoriums rund um die Uhr, um bei der Masse an Toten hinterherzukommen.

Der Landkreis Meißen ist mit einer 7-Tage-Inzidenz von 483,2 derzeit der Corona-Hotspot Deutschlands.

Corona in Deutschland: Kinderärzte fordern schnellstmögliche Impfung für Kinder und Jugendliche

Update vom 7. Januar, 7.05 Uhr: Deutschlands Kinderärzte fordern schnellstmögliche Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche, damit Kitas und Schulen wieder geöffnet werden können. Kinder und Jugendliche hätten es in der Pandemie ohnehin besonders schwer. „Dass sie nun auch beim Impfen hintanstehen - und die Schulen deswegen weiter dichtbleiben - ist daher doppelt bitter“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, der Neuen Osnabrücker Zeitung.

„Daher erwarten wir, dass beim Impfen für Kinder mehr Tempo gemacht wird, um endlich die Situation an Schulen und Kitas dauerhaft zu entspannen“, so Fischbach. Es sei problematisch, „dass die Zulassung eines Impfstoffs für Kinder in der gegenwärtigen Aufgeregtheit über die Impfstoffknappheit für Erwachsene aus dem Blick gerät“, kritisierte er. „Es braucht so schnell wie möglich auch geeignete Vakzine für Kinder und Jugendliche, die Testung und Zulassung sollte daher mit Hochdruck vorangetrieben werden“, forderte Fischbach.

Corona in Deutschland: RKI meldet mehr als 26.000 neue Fälle - 1070 neue Todesfälle

Update vom 7. Januar, 6.42 Uhr: Am Donnerstagmorgen meldete das RKI 26.391 neue Corona-Fälle und 1070 neue Todesfälle innerhalb eines Tages für Deutschland. Eine Interpretation der Corona-Zahlen* bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Klarheit über das Infektionsgeschehen nach den Feiertagen ist nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 17. Januar zu gewinnen.

Die 7-Tage-Inzidenz für Deutschland lag am Donnerstagmorgen bei 121,8. Die höchsten Inzidenzen bei den Bundesländern hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert wies Bremen mit 74,0 auf. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte allerdings ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Corona in Deutschland: Inzidenzwert in allen Kreisen Baden-Württembergs unter 200

Update vom 6. Januar, 21.30 Uhr: Zum ersten Mal seit Anfang November liegen alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg wieder bei einem Inzidenzwert von unter 200. Die Schwelle hat eine hohe Bedeutung, da sie in vielen Ländern als Gradmesser dafür gilt, ob die geplante Beschränkung eines Bewegungsradius von 15 Kilometern um den eigenen Wohnort gilt.

Das Robert-Koch-Institut gab bereits an, dass eine Interpretation der Daten rund um den Jahreswechsel schwierig sei, da Corona-Fälle nur verzögert erfasst und übermittelt werden. Im Kern erklärt die Inzidenzzahl aber, wie viele Menschen sich je 100.000 Einwohner innerhalb einer Region binnen einer Woche mit dem Virus angesteckt haben.

„Wir erwarten, dass zum Jahresanfang mit der Öffnung von Arztpraxen und Teststellen wieder mehr Personen getestet werden“, so Michael Müller, der erste Vorsitzende des Verbands Akkreditierter Labore in der Medizin. Um Weihnachten rum waren die Zahlen der durchgeführten Tests deutlich gesunken. Das RKI geht davon aus, dass die Zahlen zum Infektionsgeschehen erst zur übernächsten Woche wieder belastbar sind. Die Zahl 200 hat außerdem eine hohe Bedeutung, da sie in vielen Ländern als Gradmesser dafür gilt, ob die geplante Beschränkung eines Bewegungsradius von 15 Kilometern um den eigenen Wohnort gilt.

Corona in Deutschland: Regierung fördert Medikamenten-Entwicklung - Trend bei einer Altersgruppe lässt hoffen

Update vom 6. Januar, 14.45 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Beschlüsse von Bund und Ländern für eine Verlängerung und Verschärfung des Corona-Lockdowns als „notwendig“ bezeichnet. „Und es ist, glaube ich, auch richtig, dass man erstmal den Präsenzunterricht an den Schulen nicht überall sofort wieder aufnehmen kann“, fügte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Berlin hinzu.

Schulen seien vielleicht keine Treiber der Pandemie, sie seien aber Teil des Infektionsgeschehens. „Und in diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass man die gesundheitliche und die bildungspolitische Frage miteinander denkt“, so Karliczek.

Corona in Deutschland: Karliczek verkündet Förderprogramm für Entwicklung von Medikamenten

Zudem verkündete Karliczek, dass die Bundesregierung für die Entwicklung von Corona-Medikamenten ein Förderprogramm mit einem Volumen von zunächst 50 Millionen Euro aufgelegt hat. „Wir brauchen zur Überwindung der Pandemie wirksame und verfügbare Impfstoffe, aber genauso auch wirksame und verfügbare Arzneimittel zur Behandlung schon erkrankter Menschen“, sagte die Bundesforschungsministerin.

„Wir müssen nach wie vor leider damit rechnen, dass selbst bei einer hohen Impfrate Menschen weiter an Covid-19 erkranken“, fügte die Ministerin hinzu. Für diese Patienten brauche es „neue Therapieoptionen“, die in den unterschiedlichen Stadien der Infektion eingesetzt werden könnten. Es gebe bereits einige erfolgversprechende Ansätze. Gefördert werden bis Ende des Jahres 2023 sowohl die Entwicklung von Arzneimitteln als auch deren klinische Prüfung. Unternehmen und Wissenschaftler können die Gelder bis Mitte Februar beantragen. Die Initiative ergänzt bereits laufende Förderprogramme des Ministeriums.

Corona in Deutschland: Zahlen bei einer Altersgruppe lassen hoffen

Update vom 6. Januar, 12.10 Uhr: Die Corona-Zahlen in Deutschland sind weiterhin hoch, die Situation angespannt. In den verschiedenen Altersgruppen zeigen sich den RKI-Zahlen zufolge aber deutliche Unterschiede, was die 7-Tage-Inzidenz angeht. Vor rund drei Wochen wurden die Schulen geschlossen, beziehungsweise die Präsenzpflicht ausgesetzt - hinzu kamen die Ferien über Weihnachten und Neujahr. In diesem Zeitraum halbierte sich die 7-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe der Schüler, wie tagesschau.de berichtet.

In der Woche vom 7. bis 13. Dezember lag die Inzidenz bei den 15- bis 19-Jährigen noch bei 224 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Dieser Wert lag noch deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Bis Anfang Januar sank die 7-Tage-Inzidenz allerdings auf den Wert von 123. Bei den Zehn- bis 14-Jährigen lag die Inzidenz Mitte Dezember noch bei 153, nun bei 70. Bei Kindern im Grundschulalter sank sie in diesem Zeitraum von 115 auf 51.

Die Zahlen des RKI sind aktuell allerdings mit Zurückhaltung zu bewerten. Experten warnen vor einer Dunkelziffer, weil über die Feiertage weniger getestet worden sei und Daten möglicherweise noch nachgemeldet würden. Zudem nahm die Inzidenz in Deutschland insgesamt ab. Die Werte sanken in den anderen Altersgruppen allerdings längst nicht so signifikant wie bei den Schülern.

Corona in Deutschland: Ärztegewerkschaft froh über Lockdown-Verlängerung

Update vom 6. Januar, 10.10 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die verschärften Corona-Beschlüsse von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder begrüßt. „Es ist richtig, die Bremse weiter anzuziehen. Der Bund-Länder-Beschluss ist deshalb nur konsequent“, sagte die Vorsitzende, Susanne Johna, der Rheinischen Post. Wo immer möglich, sollten Menschen Kontakte vermeiden. „Mit der Verfügung von Maßnahmen allein ist es aber nicht getan - sie müssen auch durchgesetzt werden“, betonte Johna.

„Ohne die Kontakt- und Aktivitätsbeschränkungen der vergangenen Wochen wäre unser Gesundheitswesen kollabiert“, mahnte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft. Johna betonte, dass das Klinikpersonal seit Wochen im absoluten Dauerstress sei. Eine Lockerung von Kontaktbeschränkungen würde zu dieser Jahreszeit zwangsläufig zu noch stärker steigenden Infektionszahlen führen und die medizinische Versorgung insgesamt gefährden, sagte sie. „Das dürfen wir nicht zulassen.“

In Bayern wird heute im Landtag über die konkrete Umsetzung der Maßnahmen diskutiert - es droht Zoff.

Corona in Deutschland: RKI meldet mehr als 20.000 Neuinfektionen - über 1000 Tote

Update vom 6. Januar, 8.29 Uhr: Das RKI meldete am Mittwochmorgen 21.237 Corona-Neuinfektionen und 1019 neue Todesfälle innerhalb eines Tages für Deutschland. Man geht allerdings davon aus, dass die Corona-Zahlen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, so das RKI. Eine Interpretation der Daten bleibt derzeit schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die 7-Tage-Inzidenz lag am Mittwochmorgen bei 127,3. Die höchsten Inzidenzen in Deutschland hatten am Dienstag die Bundesländer Sachsen mit 262,1 und Thüringen mit 244,6. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 73,7.

Corona in Deutschland: Krankenhäuser schlagen Alarm - „starke Grenzsituation“

Update vom 5. Januar, 19.38 Uhr: Auf der Pressekonferenz zu den Lockdown-Beschlüssen von Bund und Ländern betonte Angela Merkel noch einmal, eine klare Datenlage sei wegen der Feiertage erst ab 17. Januar feststellbar. Sie bezog sich auf die Leitung der Charité Berlin und betonte die hohe Belastung der Krankenhäuser und Intensivstationen. „Wir sind jetzt sehr, sehr stark in Grenzsituationen, an einigen Krankenhäusern.”

Eine hohe Bedeutung im Kampf gegen das Coronavirus räumte Merkel außerdem der Mutation des Virus aus Großbritannien ein: „Hier müssen wir besonders vorsichtig sein”. Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder betonte: „Vorsicht ist der beste Weg. Wir verlängern den Lockdown nicht nur wegen hohen Zahlen, sondern auch aus Sorge vor dem mutierten Virus.“ Die bisherigen Daten zur Virus-Mutation lassen eine deutlich erhöhte Ansteckungsfähigkeit der neuen Variante vermuten. In Deutschland sollten die Mutationen durch verstärkte Sequenzierung entdeckt werden. Dafür werde das Bundesgesundheitsministerium eine Verordnung erlassen.

Update vom 5. Januar, 18.15 Uhr: Corona-Sorgenkind Sachsen: In der Coronavirus-Pandemie ist der Freistaat weiter das Bundesland mit der höchsten 7-Tage-Inzidenz in Deutschland.

Und zwar liegt der Wert der Neuansteckungen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 357,3. Mit dem Vogtlandkreis (801,2) und Meißen (504,2) sind zudem die beiden Landkreise mit den höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen in Sachsen beheimatet.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: „Blinde Flecken in der Steuerung der Pandemie“

Update vom 5. Januar, 16.01 Uhr: Bei der Bewertung der Corona-Infektionszahlen spielt immer auch die Anzahl der Tests eine signifikante Rolle. Die ALM, der größte Verband von Laboren in Deutschland hat jetzt Zahlen zu den über die Feiertage durchgeführten PCR-Tests veröffentlicht.

Sie mahnt zu einem besseren Monitoring auch von Antigentests, um die Pandemie in Deutschland besser in den Griff zu bekommen. Nur so ließe sich das Coronavirus-Testgeschehen im Blick behalten. „Die Daten zu den Antigen-Schnelltests sind nicht zugänglich. So bestehen bundesweit und regional blinde Flecken in der Steuerung der Pandemie.“ warnt der Stellvertretende Vorsitzende Prof. Jan Kramer in einer Pressemitteilung.

Generell ging die Zahl der PCR-Tests in Deutschland stark nach unten. Erfasst worden seien 721.463 Tests in der Woche vom 28. Dezember bis 3. Januar, was sich mit den vielen Antigentests aber auch mit dem „Feiertagseffekt“ begründen lässt. Dass bei der deutlich geringeren Zahl an Tests aber die Positiv-Ergebnisse nicht explodiert sind, sondern der Anstieg eher moderat blieb, könnte als ein gutes Zeichen gewertet werden, bleibt aber eine Frage der Interpretation. Es wächst die Hoffnung, der harte Lockdown in Deutschland könnte langsam Wirkung zeigen.

PCR- oder Antigentests: Überblick zum Testgeschehen in Deutschland - Zeigt der Lockdown Wirkung?

Trotzdem steigen die Positivzahlen weiterhin um 16,45% an. Umso wichtiger ist eine transparente Darstellung der Testergebnisse. „Wir erwarten, dass zum Jahresanfang mit der Öffnung von Arztpraxen und Teststellen wieder mehr Personen getestet werden“, erklärte der erste Vorsitzende des Verbands, Michael Müller. Für die laufende Woche stünden 1,79 Millionen sogenannte PCR-Tests zur Verfügung.

Update vom 5. Januar, 13.20 Uhr: Während die Länderchefs heute über die weiteren Maßnahmen nach dem 10. Januar beraten, sehen Virologen dunkle Wolken aufziehen. Die Virus-Mutation, die zunächst in Großbritannien entdeckt wurde, könnte schärfere und längere Maßnahmen nötig machen. Sie hat einen 0,4 bis 0,7 höheren R-Wert.

„Wenn die Daten zur erhöhten Ansteckungsfähigkeit der neuen Variante stimmen - und davon gehe ich aus - dann wird die Aufgabe sicherlich schwieriger.“ „Wir müssen besser bei den Maßnahmen werden, um das Virus zu kontrollieren. Falls nicht, werden wir mehr Corona-Fälle sehen“, so Virologen aus Deutschland und den USA.

Corona in Deutschland: Impf-Koordination in der Kritik - Hausarzt erhebt Vorwürfe

Update vom 5. Januar, 12.28 Uhr: Die Organisation der Impfungen gegen das Coronavirus der Bundesregierung steht immer wieder in der Kritik. Ein Hausarzt aus Sachsen hat jetzt schwere Vorwürfe gegen die Politik erhoben.

„Das jetzige System ist nicht effizient. Seit Wochen bemühen wir Hausärzte uns bis hinauf ins Sozialministerium, am Corona-Impfsystem beteiligt zu werden. Denn wir sind bestens ausgerüstet, haben die Erfahrung und uns vertrauen Millionen Patienten“, sagte Allgemeinmedizin-Facharzt Dr. med. Klaus Lorenzen der Bild und erklärte: „Doch wir finden kein Gehör.“

Corona in Deutschland: Lage auch im neuen Jahr angespannt - Lockerungen nicht in Sicht

Erstmeldung vom 5. Januar, 11.19 Uhr: München/Berlin - Weihnachten und Silvester sind vorbei und Deutschland ist mit einem harten Lockdown, aber auch mit dem Impfstart in das neue Jahr 2021 gestartet. Doch wie sieht die Corona*-Lage aktuell aus? Die Politiker wollen am Dienstag (5.1) über weitere Maßnahmen beraten. Der Konsens dabei steht bereits fest: Der Lockdown muss bleiben. Eine Lockerung halten viele angesichts der weiterhin hohen Zahlen für unwahrscheinlich. Wie steht es um die Zahlen und wie ist die Lage in den Krankenhäusern?

Corona in Deutschland: Wie sieht die Lage aus? - RKI spricht von sehr hoher Gefährdung

„Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland ist insgesamt sehr hoch“, so heißt es im Lagebericht des RKI. Am Dienstag vermeldete das Institut 11.897 neue Fälle innerhalb eines Tages. In den Wochen zuvor lagen die Zahlen meist zwischen 20.000 und 30.000. Das RKI betont jedoch auch, dass sich über die Feiertage weniger Menschen testen ließen. Dazu kamen am Dienstag 944 neue Todesfälle.

Deutschlandweit liegt die 7-Tage-Inzidenz* derzeit bei 139 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Besonders hoch liegen die Zahlen im Osten in Sachsen und in Thüringen. Das RKI führt die Zahlen auf ein meist diffuses Infektionsgeschehen zurück. Die Herde seien schwer zuzuordnen. Jedoch sehe man weiterhin Häufungen in privaten Haushalten und Alten- und Pflegeheimen.

Corona in Deutschland: Auslastung der Krankenhäuser - „Es wird wirklich eng werden“

Auch die Lage in den Krankenhäusern ist weiterhin ernst. Stand 4. Januar 2021, 12.15 Uhr, wurden laut DIVI-Intensivregister folgende Daten übermittelt:

Belegte Intensivbetten22.002 (82%)
Freie Intensivbetten4688 (18%)
Corona-Patienten auf Intensivstation5744
Beatmete Corona-Patienten3211

Am Montag wurden deutschlandweit zudem 583 neuen Covid-19-Patienten auf Intensivstationen aufgenommen. Auch DIVI-Präsident Prof. Uwe Janssens warnte Ende Dezember vor einer zunehmenden Belastung der Krankenhäuser, berichtet RND. Vor allem ein Mangel an Pflegepersonal und Intensivmedizinern mache den Krankenhäusern zu schaffen. Experten hatten bereits mehrmals davor gewarnt, dass aufgrund des Mangels nicht alle Betten belegbar wären. „Ohne ausreichend vorhandenes Personal können die Intensivbetten nicht betrieben werden, Patienten werden keinesfalls adäquat, qualitativ ausreichend versorgt“, machte auch Janssens deutlich.

„Es wird wirklich eng werden in den Krankenhäusern“, sagte auch DIVI-Leiter Prof. Christian Karagiannidis, „egal, wie gut der Lockdown im Moment funktioniert.“ Der Ernstfall, dass Patienten triagiert werden müssen, sei bisher in Deutschland aber noch nicht eingetreten.

Corona in Deutschland: Lockerungen im Januar? - Intensivmediziner warnen zu Verlängerung

Noch heute (5.1) wollen die Regierungschefs von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen beraten. Eine Lockerung scheint aufgrund der Zahlen nicht in Sicht. Bayerns Ministerpräsident Söder positionierte sich deutlich vor den Gesprächen mit Kanzlerin Merkel.

Auch die Intensivmediziner fordern Verlängerungen der Maßnahmen. Der Lockdown-Effekt sei aktuell in den Krankenhäusern noch nicht zu bemerken. Dies liegt unter anderem an der langen Aufenthaltsdauer von Corona-Patienten auf der Intensivstation. „Eine Lockerung von Maßnahmen, Begegnungen von mehr Menschen oder die Öffnung von Geschäften können wir uns aus medizinischer Sicht deshalb absolut noch nicht leisten!“, so Gernot Marx, neuer Präsident der DIVI laut dpa. Währenddessen gehen die Impfungen* weiter. 265.986 Personen wurden in Deutschland bereits einmal gegen COVID-19 geimpft*. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © imago images / Sven Simon

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