Tests an Ratten durchgeführt

Corona-Impfstoff von Biontech: Umstrittenes Labor beteiligt - es gab Tierversuche an Ratten

Tierschützer schlagen Alarm. Zur Entwicklung des Corona-Impfstoffs von Biontech wurden Tierversuche durchgeführt. Ein umstrittenes Labor war offensichtlich an der Entwicklung beteiligt. 

Das Pharmaunternehmen Biontech ist in Sachen Impfstoff gegen Covid-19 auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen weltweit suchen die Möglichkeiten auf, sich impfen zu lassen*. In einer ausführlichen Mitteilung bedankte sich das Unternehmen kürzlich bei 134 Partnern, die zur Entwicklung beigetragen hatten. echo24.de* berichtet, dass Tierschützer hellhörig wurden, weil darunter auch das umstrittene Tierversuchslabor LPT gelistet war.

Das Hamburger Labor stand bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Fokus von Tierschützern. Es hatte den Verdacht gegeben, dass Hunde und Affen im LPT-Labor in Mienenbüttel (Niedersachsen) misshandelt worden waren. Verstöße gegen geltende Tierschutzgesetze konnten letztendlich aber nicht nachgewiesen werden.

Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus: Labor führt Tierversuche an Ratten durch

Auf der Entwicklung des Impfstoffs gegen das Coronavirus ruht augenscheinlich alle Hoffnung. Denn: Die Infektionszahlen sind weiterhin zu hoch*! Doch zu welchem Preis wurde die Forschung so viel schneller als üblich vorangetrieben? RTL berichtet über eine Äußerung des LPT-Geschäftsführers Thomas Wiedermann am Dienstag: „Wir sind stolz darauf, einen frühen und wichtigen Beitrag zur Entwicklung dieses Corona-Impfstoffes geleistet zu haben.“ Es sei eine einmalige Ausnahme, dass sich ein Auftraggeber öffentlich bedanke. Sonst gelte absolute Verschwiegenheit, so der LPT-Geschäftsführer.

Der Corona-Impfstoff wird seit rund einem halben Jahr an Tieren getestet. Am Standort Löhndorf wurden Ratten zu diesem Zweck eingesetzt. Gegenüber RTL teilte das Labor wohl mit, dass am Standort in Hamburg nur die anschließenden umfangreichen Labor-Untersuchungen und die Dokumentationen durchgeführt wurden. Ebenfalls heftig diskutiert wird derzeit, wer sich gegen das Coronavirus impfen lassen sollte und wer nicht. Viele Menschen haben noch Bedenken, immer weniger wollen sich wirklich impfen lassen*.

Ohne Tierversuche keine Zulassung für den Corona-Impfstoff von Biontech?

Komplikationen hatte es bei den Tierversuchen nicht gegeben. Es seien zudem weniger als 300 Tiere für die Versuche eingesetzt worden. Das Labor reagiert auf die geäußerte Kritik und beruft sich auf die Zulassungsbehörde. In einer Stellungnahme heißt es, dass diese einen Impfstoff ohne die durchgeführten Versuche an Tieren gar nicht zulassen würde. „Ein Impfstoff, der nicht zuvor am Tier getestet worden ist, bekäme gar nicht die Chance, am Menschen eingesetzt zu werden, weil das für erste Versuche mit gesunden Probanden zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) das nicht genehmigen würde.“

Ein Tierschützer demonstriert gegen die Tierversuche von LPT. Vor dem Ausbruch des Virus war das Labor stark in der Kritik gestanden.

Mitarbeiter des Tierversuchslabors erfahren während Arbeit für Impfstoff Anfeindungen

Das PEI bestätigte die Notwendigkeit der Versuche ebenfalls. Wiedermann sagte, dass seine Mitarbeiter mit Anfeindungen zu kämpfen gehabt hätten. Vor den Türen des Labors sei gegen ihre Arbeit demonstriert worden, während man sich drinnen um die Sicherheit des Corona-Impfstoffs bemüht hatte.

Verwunderlich ist der erneute Aufschrei der Tierschützer allerdings nicht, nachdem bereits im November 2019 tausende Demonstranten ihre Abneigung gegen brutale Tierversuche des Labors kundgetan hatten - damals war es noch nicht um die Zulassung eines Impfstoffs und damit einhergehende Notwendigkeit gegangen. Neben der Entwicklung des Corona-Impfstoffs macht es außerdem Hoffnung, dass Forscher wohl eine Schwachstelle des Coronavirus* entdeckt haben. *echo24.de ist Teil es Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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