Corona-Pandemie in Deutschland

Nach Corona-Impfung oder Erkrankung: Wie lange ist man tatsächlich immun?

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland immer weiter aus, aber auch die Impfkampagne schreitet voran. Doch wie lange hält die Immunität nach einer Impfung oder bei Genesenen an?

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland immer weiter aus und das Ende der Pandemie liegt scheinbar noch in weiter Ferne. Die letzte Hoffnung bald zur Normalität zurückzukehren bleibt der Corona-Impfstoff. Um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und möglichst bald zur Normalität zurückzufinden, will der Bund den vollständig Geimpften ihre Freiheitsrechte zurückgeben*, beziehungsweise mehr Erleichterungen ermöglichen, wie echo24.de* berichtet.

Doch noch sind viele Fragen bezüglich Corona-Impfung offen: Wie lange ist man gegen Corona immun? Muss die Impfung wieder aufgefrischt werden?

Nach Corona-Impfung oder Erkrankung: Wissenschaftler gehen von sechsmonatigem Impfschutz aus

Janina Plato von der „Pro Seniore Residenz Frankenhöhe“ in Mainz und ihr Team haben im Februar ihre zweite Impfung bekommen und fragen sich jetzt: „Wie lange hält das an? Wie lange sind wir durch die Impfung geschützt?“ Um das Herauszufinden startete sie einen Selbstversuch, wie das ZDF berichtet. Mit drei weiteren Kollegen machte sie einen Antikörper-Test. „Drei von uns hatten einen anscheinend sehr hohen Antikörper-Wert, eine Kollegin hatte einen deutlich geringeren“, berichtet Plato. Wie kommt so ein Ergebnis zustande?

Die Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass der Impfschutz nach einer Impfung oder durchgemachten Krankheit etwas einen sechsmonatigen Schutz bietet. Allerdings handelt es sich dabei um nicht genau erforschte Daten. „Wir haben bisher einfach noch keine Langzeitdaten“, sagt Oliver Nolte, Leiter der Mikrobiologie am Zentrum für Labormedizin (ZLM) im schweizerischen St. Gallen im Gespräch mit ZDF. Was er aber sagen könne: „Der Impfschutz bleibt mindestens ein halbes Jahr bestehen.“

Laut Studien: Immunität bei Genesenen und Geimpften etwa gleich

Laut einer Studie, die im „The New England Journal of Medicine“, veröffentlicht wurde, soll der Impfstoff von Biontech/Pfizer noch ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung eine Wirksamkeit von 90 Prozent aufweisen. Einem schweren Covid-19-Verlauf beuge dieses Vakzin sogar zu 100 Prozent vor. Allerdings steht gerade dieser Corona-Impfstoff im Verdacht schwere Nebenwirkungen zu haben. Demnach könne Biontech-Impfstoff Herzmuskelentzündungen verursachen, wie echo24.de* bereits berichtete.

Auch eine durchgemachte Covid-19-Erkrankung soll einen gewissen Schutz vor einer erneuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 bieten. Das belegt eine Studie aus Dänemark, die im „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Laut der Studie sind Genesene für eine Periode von mindestens sechs Monaten geschützt. Das Risiko für Ältere ist hier aber deutlich höher: Bei Menschen über 65 Jahren traten erneute Infektionen häufiger auf als bei jüngeren. Heißt es im Umkehrschluss, dass Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung bereits durchgemacht haben, sich nicht mehr impfen lassen müssen?

Immunität nach Impfung oder Erkrankung: RKI empfiehlt - Auch Genesene sollten sich impfen lassen

Wie die Autorin der Studie aus Dänemark erklärt, gebe es keine Hinweise dafür, dass der Schutz nach einer einmal durchgemachten Infektion innerhalb einer sechsmonatigen Periode abnimmt. Außerdem gibt es Hinweise auf sogenannte „Gedächtniszellen“, die für eine länger anhaltende Immunität verantwortlich sind. Chinesische Forscher konnten diese Zellen in einer Studie mit Covid-Patienten nachweisen, ebenso wie Forscher der Johns-Hopkins-Universität.

Allerdings gibt es auch Hinweise darauf, dass eine Impfung besser vor einer Ansteckung schützt als eine durchgemachte Infektion. „Die Immunantwort, die durch das Impfen ausgelöst wird, ist sehr, sehr stark. Die Menge der Antikörper im Blut ist sogar höher als bei Vergleichsgruppen, die eine Erkrankung durchgemacht hatten“, erklärt Oliver Nolte. „Ich würde einfach mal vermuten: Wenn die Werte höher sind, wird der Schutz vermutlich auch länger bestehen bleiben. Nachgewiesen ist das nicht. Die Daten stimmen uns aber optimistisch.“

Aufgrund dieser Ergebnisse spricht das Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland eine Impf-Empfehlung für bereits Genesene aus. Die Impfung sollte aber frühestens sechs Monate nach der Infektion erfolgen, um eine überschießende Immunantwort zu verhindern, so das RKI. Zudem reiche dann eine Impfdosis für Genesene aus. Die Frage nach der Dauer der Schutzimpfung wäre hiermit geklärt. Doch wie verhält es sich mit der Folgeimpfung - wird eine Auffrischung der Corona-Impfung notwendig sein?

Immunität nach Corona-Impfung: Auffrischung der Impfung wegen Mutanten notwendig

Ob eine Auffrischung der Corona-Impfung nach einer bestimmten Zeit wieder notwendig sein wird - ähnlich wie eine Grippeschutzimpfung - ist bislang unklar. Es könnte allerdings mit Blick auf die Virus-Mutanten* notwendig werden, um weiterhin einen vollen Schutz zu haben. Derzeit beherrscht eine Corona-Mutante aus Indien die Medienlandschaft. Die „Doppelmutante“ B.1.617 breitet sich in Indien rasant aus. Ob die vorhandenen Impfstoffe gegen die „Doppelmutante“ wirken und wie gefährlich die Variante aus Indien tatsächlich ist, hat echo24.de* in einem separaten Artikel zusammengefasst.

Der Chef des Pharma-Konzerns Pfizer, Albert Bourla, bezeichnete es als „wahrscheinliches Szenario“, dass eine dritte Dosis notwendig werde. Dies soll irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten der Fall sein. Danach müsse es vermutlich jährliche Auffrischungen geben, das müsse aber noch alles wissenschaftlich bestätigt werden, sagte er in einem Interview mit dem US-Sender CNBC. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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