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Sommerwelle wegen BA.5: Lauterbach kündigt neue Corona-Impfstoffe für Herbst an

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Von: Kai Hartwig

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Deutschlands Corona-Zahlen gehen hoch. Gesundheitsminister Lauterbach spricht von der Sommerwelle, er kündigt für Herbst eine neue Impfkampagne an.

Update vom 17. Juni, 10.58 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich auf der Bundespressekonferenz in Berlin zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland geäußert. In der Bundesrepublik befinde man sich derzeit in der „Sommerwelle“, sagte Lauterbach. Die aufkommenden Virusvarianten BA.5 und BA.4 würden den Temperatureffekt, den das sommerliche Wetter in der Vergangenheit auslöste, umgehen.

Lauterbach beruhigte allerdings, dass es keinen Grund für Panikmache gebe, auch nicht bei weiter ansteigenden Inzidenzen: „Wir sind nicht existenziell gefährdet.“ Lauterbach sieht Deutschland in Sachen Corona auf einem guten Weg. „Wir haben das Problem im Griff, aber noch nicht gelöst“, ordnete er ein.

Lauterbach nennt Corona-Plan für den Herbst – Neue Impfkampagne und „Winterreifen“ aufziehen

Für den Herbst kündigte der Gesundheitsminister einen Maßnahmenkatalog an, der umfasst sieben Punkte. Zu den zentralen Bausteinen zählt dabei eine neue Impfkampagne. Lauterbach warb für eine vierte Corona-Impfung. Zudem kündigte er an, dass man im Herbst neue Impfstoffe erwarte. Die Vakzine von Biontech und Moderna seien dann an die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 angepasst. Verhandlungen mit den Pharmakonzernen laufen bereits, so Lauterbach.

„Bei der vierten Impfung sollten die Impfstellen „großzügiger“ handeln und nicht strikt nach den Vorgaben der Stiko-Empfehlung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die vierte Corona-Impfung generell erst ab 70 Jahren. Lauterbach kündigte zudem an, mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) Eckpunkte für künftige Regelungen im Infektionsschutzgesetz besprechen zu wollen. Man wolle die „Winterreifen“ vorbereiten, bemühte Lauterbach einen Vergleich. Aktuell seien noch die „Sommerreifen“ aufgezogen.

Corona-Lage in Deutschland: RKI-Vize sieht derzeit „keine Anzeichen“ für höhere Sterblichkeit durch BA.5

10.54 Uhr: Die Pressekonferenz in Berlin neigt sich nun dem Ende entgegen.

10.30 Uhr: Lauterbach und Schaade stellen sich nun den Fragen der Presse. Ein Journalist will von Lauterbach wissen, ob man sich lieber jetzt mit dem klassischen Corona-Impfstoff oder im Herbst mit einem neuen, angepassten Vakzin impfen lassen soll. Der Gesundheitsminister bekräftigt, dass dies auf den Einzelfall ankomme. Besonders gefährdete Risikogruppen seien auch mit dem derzeit verfügbaren Impfstoff besser geschützt als ohne diesen.

10.25 Uhr: Der stellvertretende RKI-Chef mahnt allerdings, dass die weitere Entwicklung der Corona-Lage auch von der Disziplin der Bevölkerung abhänge. Auch bei den Impfungen gebe es noch viel Nachholbedarf. Dass es bisher verhältnismäßig wenig Todesfälle gegeben habe, liege auch daran, dass viele Menschen geimpft seien.

10.23 Uhr: Nun spricht Schaade. Es gebe derzeit „keine Anzeichen dafür, dass BA.5 eine höhere Sterblichkeit“ verursache, bekräftigt der RKI-Vize.

10.20 Uhr: Lauterbach sieht „Licht am Ende des Tunnels“. Und macht Hoffnung: „Ich gehe persönlich davon aus, dass wir in den nächsten Monaten oder Jahren Impfstoffe entwickeln können, die schon die Ansteckung mit Corona verhindern“, sagt der Bundesgesundheitsminister. Das könnten Lauterbach zufolge etwa Sprüh-Impfstoffe sein. Allerdings werde seine Zuversicht in der Wissenschaft nicht von allen Experten geteilt. „Wir haben das Problem im Griff, aber noch nicht gelöst“, schließt der Minister seine Ausführungen zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland.

10.15 Uhr: Außerdem will der Gesundheitsminister mit einem neuen System einen tagesaktuellen Überblick über die Intensivbettenbelegung erhalten. Außerdem sollen Schulen und Kitas mit einem „möglichst einheitlichen Hygienekonzept“ auf den Herbst vorbereitet werden. „Es ist das oberste Ziel, dass wir Schul- und Kita-Schließungen mit allen Mitteln verhindern müssen.“

Corona-Lage in Deutschland: Lauterbach kündigt Impfkampagne und neue Impfstoffe an

10.12 Uhr: Lauterbach setzt sich für eine vierte Corona-Impfung ein. Die habe er selbst „bereits erhalten“. Man wolle ab Herbst sieben Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie einleiten. „Wir werden eine Impfkampagne vorbereiten“, benannte Lauterbach die erste Maßnahme. In Kontakt stehe die Bundesregierung mit Biontech und Moderna, man werde „im Herbst drei unterschiedliche Impfstoffe anbieten können“, so Lauterbach. Das seien der klassische Corona-Impfstoff sowie auf die aktuellen Varianten wie BA.5 angepasste Impfstoffe von Biontech und Moderna.

10.08 Uhr: Lauterbach wirbt für das freiwillige Maskentragen. „Damit schützt man sich selbst und andere“, sagt der Gesundheitsminister. Besonders in geschlossenen Räumen sei dies wichtig. Lauterbach kündigt zudem an, dass er mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) noch vor der Sommerpause Eckpunkte für künftige Regelungen im Infektionsschutzgesetz anstrebt. Die jetzigen Vorgaben laufen zum 23. September aus. Nähere Angaben zu Instrumenten machte Lauterbach vorerst nicht. Es sollten „Winterreifen“ vorbereitet werden. Und es sei klar, dass mehr gebraucht werde, als jetzt an „Sommerreifen“ aufgezogen sei.

10.05 Uhr: In Panik müsse man jetzt nicht verfallen, beruhigte Lauterbach. „Wir sind nicht existenziell gefährdet“, ergänzte er. Allerdings sei man auch nicht glücklich über die Sommerwelle. Gerade in den Altenheimen gebe es mehr Fälle. Das sei beunruhigend und mit Sorge zu beobachten, so der Gesundheitsminister.

Update vom 17. Juni, 10.02 Uhr: Der Gesundheitsminister betritt das Podium. „Wir haben jetzt eine Sommerwelle vor uns“, beginnt Lauterbach. Dies sei prognostiziert worden und daher nicht überraschend. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir in der Sommerwelle hohe Inzidenzen haben.“

Corona in Deutschland: Sommerwelle wegen Omikron-Variante BA.5

Erstmeldung vom 17. Juni: Berlin – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Deutschland wieder stark an. Besonders die Ausbreitung der Omikron-Subvariante BA.5 bereitet Sorgen. "Die angekündigte Sommerwelle ist leider Realität geworden", befand Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gegenüber der Rheinischen Post.

"Weil die aktuelle Virusvariante sehr leicht übertragbar ist und weil fast alle Vorsichtsmaßnahmen ausgelaufen sind, verpufft in diesem Jahr der Sommereffekt in der Pandemie", ergänzte der SPD-Politiker. Am Freitagmorgen (17. Juni) ab 10.00 Uhr äußert sich Lauterbach auf einer Pressekonferenz in Berlin gemeinsam mit Lars Schaade, dem Vizepräsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), zur aktuellen Corona-Lage.

Corona in Deutschland: RKI-Wochenbericht sieht Variante BA.5 als dominierend an

Das RKI gab am Vortag in seinem neuen Wochenbericht an, dass die Omikron-Variante BA.5 derzeit wohl die Mehrheit der Corona-Neuinfektionen ausmacht. „Das starke Wachstum von BA.4 und insbesondere BA.5, aber auch BA.2.12.1, lässt darauf schließen, dass diese Varianten aktuell bereits die Mehrzahl der Nachweise ausmachen“, hieß es im RKI-Wochenbericht, dessen Daten sicht immer auf die vorvergangene Woche beziehen.

Die Omikron-Variante BA.5 machte laut dem Bericht in diesem Zeitraum in einer Stichprobe rund 24 Prozent der positiven Proben aus. Damit verdoppelte sich der Wert im Vergleich zur Vorwoche. Die Omikron-Varianten BA.4 und BA.2.12.1 traten demnach in rund vier Prozent der Fälle auf.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach während einer Pressekonferenz
Gesundheitsminister Lauterbach kündigte weiter Corona-Maßnahmen für den Herbst an. © Michael Kappeler/dpa

Corona in Deutschland: Bundesregierung erwägt „O bis O“-Regel - Maskenpflicht von Oktober bis Ostern

Unterdessen wurde am Freitag (17. Juni) ein Bericht der Welt am Sonntag bekannt, wonach die Bundesregierung eine neue „O bis O“-Regel für die Maskenpflicht in Erwägung zieht. Die würde das Tragen einer FFP2-Maske im Zeitraum Oktober bis Ostern zur Pflicht machen.

Die Maskenpflicht wäre dann weiterhin in öffentlichen Verkehrsmitteln, medizinischen Einrichtungen und Seniorenheimen verpflichtend. Zudem würde wieder im Einzelhandel und der Gastronomie Maskenpflicht gelten. Ob diese auch auf Schulen ausgeweitet werden soll, sei dem Bericht zufolge noch offen.

Die jetzigen Regelungen im Infektionsschutzgesetz laufen am 23. September aus. Kostenlose Bürgertests sind vorerst bis einschließlich 29. Juni geregelt. Bis zum 30. Juni wird das Gutachten eines Sachverständigenausschusses erwartet, das die bisherigen Schutzmaßnahmen bewertet. (kh mit afp)

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