„90 Prozent der Erwachsenen erfahren es“

Corona: Erschreckenden Faktor bei bestimmten Covid-19-Todesfällen beobachtet

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das neuartige Coronavirus
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Sars-CoV-2: Eine Infektion mit dem Coronavirus verläuft in einigen Fällen besonders schwer. Forscher haben nun bei den Corona-Toten einen Faktor entdeckt (Symbolbild).

Zahnfleischbluten klingt eigentlich ganz harmlos. Bei einer Corona-Infektion ist dieses Symptom jedoch alles andere als harmlos, sondern gefährlich. Britische Forscher sind alarmiert.

  • Eine Studie hat sich mit dem Einfluss der Zahnfleischgesundheit - Stichwort Parodontitis - auf den Covid-19-Erkrankungsverlauf beschäftigt.
  • Die Forscher sprechen von einer „signifikant höheren Todesrate“, falls die Mundhöhle nicht gesund ist.
  • Nun haben sie eine klare Empfehlung für die behandelnden Mediziner von Corona-Patienten.

Leeds - Eine gute Mundhygiene und regelmäßige Check-Ups beim Zahnarzt sind in der Corona-Pandemie* wichtiger denn je: Eine britische Studie kommt nun zu dem Ergebnis, dass Menschen mit Zahnfleischbluten oder geschwollener Mundschleimhaut im Falle einer Sars-CoV-2*-Infektion eine „signifikant höhere Todesrate“ haben.

Die Studie mit dem Titel „Der Einfluss von Parodontitis auf Krankenhauseinlieferung und Sterblichkeit in der Covid-19-Pandemie“ wurde von einem Team der Universität Leeds durchgeführt.

Bislang nicht erforschter Corona-Faktor: Entzündetes oder blutendes Zahnfleisch

„Entzündetes oder blutendes Zahnfleisch sowie sich lockernde Zähne haben wir bei 3,3 Prozent der Covid-19-Erkrankten festgestellt“, schreiben die Forscher. Daher empfehlen die Wissenschaftler sehr, Krankenhausakten und Zahnbefunde der Corona-Patienten zusammen anzusehen, „um den Einfluss von Zahnfleischerkrankungen auf den Covid-19-Verlauf besser zu verstehen“.

Allerdings sehen die Forscher keinen Zusammenhang zwischen einer Parodontitis und einer Coronavirus-Infektion. „Es gibt bislang keine ausreichenden Hinweise darauf, dass Menschen mit Zahnfleischerkrankungen ein höheres Risiko haben, sich mit Sars-CoV-2 zu infizieren“, heißt es in dem Paper weiter.

Faktor auf Verlauf von Covid-19-Erkrankung: „90 Prozent der Erwachsenen erfahren ihn“

Im Rahmen der Studie wurden Daten von 13.253 Patienten zwischen März und Juni 2020 ausgewertet. 12 Prozent der Teilnehmer hatten in dieser Zeit ein positives Corona-Testergebnis*, die restlichen 88 Prozent waren negativ getestet worden. „Studien belegen, dass Geschlecht, Alter und Vorerkrankungen* wie Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Krebs das Risiko eines Covid-19-Todes erhöhen können“, weist die Studie hin.

„Im Lauf ihres Lebens erfahren etwa 90 Prozent aller Erwachsenen eine Zahnfleischerkrankung“, warnen die Forscher aus Großbritannien. In dem kürzlich aus der EU ausgetretenen Land ist zum ersten Mal eine besonders ansteckende Mutation* des neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. (frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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