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Live: Spahn und Wieler appellieren an Ungeimpfte: „Was muss noch geschehen?“

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Von: Anna Charlotte Groos

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Jens Spahn.
Jens Spahn ruft bei der Bundespressekonferenz zu Kontaktbeschränkungen auf. © Screenshot Phoenix

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter. Lothar Wieler und Jens Spahn informieren heute über die Lage. Kontaktbeschränkungen und Corona-Impfen seien unbedingt notwendig.

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+++ Update, 11.02 Uhr: Um weitere Corona-Impfungen durchzuführen, müssten noch mehr Kapazitäten geschaffen werden, sagte Wieler. „Mein Ziel ist es, dass in unserem Land dafür Sorge getragen wird, dass so wenige Menschen wie möglich sterben und schwer erkranken.“ Impfungen sollten daher auch außerhalb von Arztpraxen durchgeführt werden.

Für Unterstützungsangebote und Solidaritätsbekundungen aus anderen europäischen Ländern bezüglich der Lage der überlasteten Intensivstationen sei Spahn zudem sehr dankbar. „Der Zusammenhalt in der europäischen Union ist untereinander sehr groß“, sagte Spahn.

Spahn zur aktuellen Corona-Lage – Auffrischungsimpfungen seien zu spät empfohlen worden

+++ Update, 10.52 Uhr: Es dürfe nicht nur danach gehandelt werden, was die Stiko empfehle, so Spahn. Dies habe dazu geführt, dass Auffrischungsimpfungen nicht früh genug empfohlen worden seien. Es seien jedoch auch unabhängige Entscheidungen im Bund getroffen worden. „Die verantwortlichen Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben die Auffrischungsimpfungen beziehungsweise das Impfen für Kinder und Jugendliche empfohlen und möglich gemacht“, so Spahn. Bis Weihnachten sollen 20-30 Millionen weitere Impfungen durchgeführt werden.

+++ Update, 10.45 Uhr: In den vergangenen Wochen und Monaten habe es viele Beratungen mit wissenschaftlichen Expert:innen gegeben. Die aktuelle Corona-Lage erfordere jedoch nicht noch mehr wissenschaftliche Beratungen, sondern ein politisches Handeln. Es müsse ein gemeinsames Verständnis entwickelt werden, wie die Länder und der Bund mit der Corona-Pandemie umgehen wollen, so Spahn. „Wir haben alle Informationen, um sachgerecht zu entscheiden“, so Wieler.

Spahn zur Corona-Lage in Deutschland: Impfflicht sei nicht das aktuelle Thema

+++ Update, 10.39 Uhr: Die konkreten Maßnahmen seien im Sinne des Infektionsschutzgesetzes weiterhin in den Ländern und Kommunen zu treffen, sagte Spahn. Die Zusammenarbeit zwischen der alten und neuen Regierung bewertet Spahn als insgesamt positiv. Es müssten jedoch weiterhin viele Absprachen getroffen werden. Die aktuelle Corona-Lage werde unterschiedlich eingeschätzt. Das aktuelle Thema sei für ihn nicht die Impfpflicht, über die in den vergangenen Tagen viel diskutiert wurde, sondern wie die derzeitige Welle sofort gebrochen werde könne. Besonders in Hinsicht auf die Belastung der Intensivstationen.

+++ Update, 10.34 Uhr: Personen, die eine Booster-Impfungen bekommen, seien deutlich besser geschützt, so Wieler. Jedoch müssten sich auch diese Menschen an die Maßnahmen halten und vorsichtig verhalten. Das wichtigste sei, die Kontakte einzuschränken, Auffrischungsimpfungen und Erstimpfungen durchzuführen. „Alle, die sich noch nicht impfen lassen haben, sollen sich gefälligst impfen“, so Wieler.

Neue Corona-Variante in Südafrika: Flugverkehr eingestellt

+++ Update, 10.30 Uhr: Bezüglich der Menschen, die sich aufgrund der Corona-Pandemie psychisch belastet fühlen, äußert Jens Spahn Verständnis. „So leid wie es mir tut, das was den Unterschied macht, ist das deutliche Reduzieren von Kontakten“, so Spahn. Es sei momentan jedoch zu beobachten, dass die Menschen ihr Verhalten im Alltag nicht so wie bei den vergangenen drei Corona-Wellen verändern würden. Es müsse noch wesentlich mehr getan werden.

+++ Update, 10.20 Uhr: Um die Übertragung der neuen Virusvariante aus Südafrika nach Deutschland zu verhindern, müssen alle Einreisenden aus diesem Land für mindestens 14 Tage in Quarantäne, so Spahn. Diese Regelung solle ab heute Nacht gelten. Der Flugverkehr aus Südafrika soll nun eingestellt werden.

In bestimmten Provinzen von Südafrika gebe es stark steigende Fallzahlen, sagte Wieler. Ob diese Zahlen wirklich mit der neuen Virusvariante zusammenhängen, müsste jedoch noch untersucht werden. Durch Reisebeschränkungen könne die Ausbreitung jedoch gut verhindert werden. In Europa sei die neue Variante bisher nicht gefunden worden.

Lothar Wieler.
Lothar Wieler bei der Bundespressekonferenz. © Screenshot Phoenix

Bundespressekonferenz: RKI-Chef Wieler ruft zum Gedenken der Corona-Opfer auf

+++ Update, 10.14 Uhr: RKI-Chef Lothar Wieler ruft zum Gedenken der Todesopfer der Corona-Pandemie auf. „Was muss noch geschehen, damit wir davon überzeugt sind, Maßnahmen einzuleiten, um die vierte Welle zu brechen?“, so Wieler. Alle Entscheider:innen müssten sofort handeln, besonders die Kontaktbeschränkungen müssen eingehalten werden. Aktuell würden mehr als 4000 Intensivpatient:innen bundesweit behandelt, so Wieler.

Ein Teil der Intensivpatient:innen benötige zudem eine künstliche Lunge. Jedes fünfte verfügbare Bett werde momentan von Covid-19-Patient:innen belegt. In den belasteten Regionen müssten zudem geplante Operationen abgesagt werden, um die Covid-19-Patient:innen zu versorgen. „Das geht zur Belastung aller“, so Wieler. Er betont, dass die Situation ohne die Impfungen noch dramatischer sein würde. Es brauche in jedem Fall weitere Kontaktbeschränkungen, um gegen die Corona-Pandemie anzugehen. Wieler rät zudem dringend dazu, die Corona-Warn-App zu nutzen. „Lassen Sie uns diese Pandemie beenden, als ob unser Leben davon abhinge.“

Corona-Lage in Deutschland: Das wichtigste seien aktuell Kontaktbeschränkungen

+++ Update, 10.05 Uhr: In der aktuellen Bundespressekonferenz rät Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringend zu Kontaktbeschränkungen. Es brauche 2G Plus, es braucht das Absagen von Großveranstaltungen, so Spahn. „Die Lage ist dramatisch ernst, wie zu keinem Zeitpunkt der Pandemie.“ Besonders die Belastung des Gesundheitssystems müsse verhindert werden.

+++ Update, 09.55 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz mit Jens Spahn und Lothar Wieler. Thema dürfte auch die Sorge um eine neue Corona-Mutante aus Südafrika* werden.

Erstmeldung vom Freitag, 26.11.2021, 09.45 Uhr: Als Naturkatastrophe in Zeitlupe bezeichnen Fachleute die Corona-Pandemie. Die Zahl der Gestorbenen hierzulande entspricht inzwischen der Einwohnerzahl so mancher Großstadt. Und dabei dürfte es nicht bleiben. Sollte es keinen Fortschritt bei den Impfungen geben, müsse sich Deutschland auf mindestens 100.000 weitere Corona-Tote vorbereiten, „bevor sich das Fahrwasser beruhigt“, sagte kürzlich der Berliner Virologe Christian Drosten. „Das ist eine konservative Schätzung.“

Heute um 10 Uhr wollen RKI-Chef Lothar Wieler und der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz eine neue Bewertung zur Dramatik der vierten Welle abgeben.

Corona-Pandemie in Deutschland: Lothar Wieler ruft zu Impfungen auf

Seit Beginn der Pandemie starben nach Angaben des RKI in Deutschland 100.476 Menschen nach einer Corona-Infektion (Stand 26.11.2021). Wie das Institut am frühen Freitagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter meldete, infizierten sich inzwischen mehr als 5,5 Millionen Menschen hierzulande mit dem Coronavirus. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg erneut und liegt jetzt bei 438,2.

Schon zuvor hatte Wieler angesichts rasant steigender Inzidenzzahlen zu einer „nationalen Kraftanstrengung“ aufgerufen, um möglichst alle zu impfen. Impfstoff sei genug vorhanden, sagte Wieler im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Wieler wertet die Lage als dramatisch; die Infektionszahlen stiegen „nach wie vor rasant“ Ohne drastische Einschränkung der Kontakte werde „die ärztliche Versorgung in vielen Krankenhäusern nicht mehr gewährleistet sein“. Weitere Teil-Lockdowns in bestimmten Regionen seien zwar politischen Entscheidungen; er sehe aber kaum eine Alternative.

Steigende Inzidenzzahlen – RKI-Chef rät dringend zu Booster-Impfungen gegen Corona

Der RKI-Chef empfahl zugleich dringend die Auffrischungsimpfung gegen Corona. Sie stelle einen „qualitativen Sprung“ dar, sei „deutlich wirksamer, sowohl gegen Erkrankungen wie gegen Übertragungen“.

Auch Kanzlerin Angela Merkel dringt angesichts des ungebremsten Anstiegs der Infektionszahlen auf zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. „Hier zählt jeder Tag“, sagte Merkel am Donnerstag (25.11.2021) in Berlin. (red/dpa/kna) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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