Gewaltiger Anstieg bei Neuinfektionen

Corona in Deutschland: Drosten gibt düstere Prognose fürs Frühjahr - Zahlen deutlich über der Vorwoche

Im September hatte Angela Merkel noch vor einer gewissen Neuinfektions-Marke zu Weihnachten gewarnt. Nun werden die düsteren Befürchtungen wohl schon weitaus früher wahr.

  • Angela Merkel* hatte Ende September vor täglich 19.200 Corona*-Neuinfektionen zur Weihnachtszeit gewarnt.
  • Diese Zahl ist schon Ende Oktober, weit vor der düsteren Prognose - nahezu erreicht.
  • Die Gesundheitsämter beklagen bereits eine steigende Belastung. (Update 1. November, 13.10)
  • Dieser Ticker ist beendet.

+++ Wir beenden diesen Ticker an dieser Stelle. Alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Deutschland lesen Sie fortan in diesem News-Ticker. +++

Update vom 2. November, 11.30 Uhr: Die Universitätsstadt Tübingen richtet sich im Corona-Lockdown-Light* mit dramatischen Worten an ihre Bürger. OB Boris Palmer stellt knallharte Forderungen an Risikogruppen.

Update vom 2. November, 11 Uhr: Ab diesem Montag (2. November) gilt der flächendeckende „Lockdown Light“ bundesweit.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) überraschte jetzt mit einer Aussage zum Lockdown - und gab eine Prognose für den Winter ab.

Corona-Pandemie in Deutschland: Deutscher Krankenhaus-Chef rechnet mit Rekord an Intensivpatienten

Update vom 2. November, 8.32 Uhr: Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, rechnet angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen mit einem Rekord bei den Intensivpatienten in Deutschland. „In zwei bis drei Wochen werden wir die Höchstzahl der Intensivpatienten aus dem April übertreffen – und das können wir gar nicht mehr verhindern. Wer bei uns in 3 Wochen ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist heute schon infiziert“, erklärte er gegenüber Bild.

Nach Angaben des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gab es gestern in Deutschland 7970 freie Betten zur Intensivpflege. Gaß mahnte allerdings: „Die Zahl der freien Betten beschreibt immer nur Betten und Geräte, nicht ob auch genügend geschultes Personal zur Verfügung steht, um diese zu betreiben.“ Je näher man der Kapazitätsgrenze in den Intensivstationen komme, umso mehr müsse man auch Personal aus anderen Klinikbereichen einsetzen. „Das ist natürlich nicht optimal, aber in einer solchen Ausnahmesituation zu rechtfertigen.“, sagte Gaß.

Corona in Deutschland: Tübingen setzt auf den schwedischen Weg

Boris Palmer, Tübingens Oberbürgermeister, hat angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen in einem Appell Senioren in seiner Stadt dazu aufgerufen, die Stadt-Busse im November nicht zu nutzen. „Der Tübinger Appell setzt wie Schweden auf Eigenverantwortung und besonderen Schutz der Alten“, sagte er der Bild. Schweden hatte in der Pandemie vor allem auf freiwillige Vorsichtsmaßnahmen gesetzt, die sich vor allem an ältere Bürger richteten. Senioren sollten unabdingbare Fahrten mit einem Sammeltaxi unternehmen, so Palmer.

„Wir bitten alle, die fit genug sind, nicht den Bus, sondern das Fahrrad zu nutzen, auch wenn es jetzt kälter wird“, sagte der Grünen-Politiker weiter. Zudem sollten alle Bürger unter 65 Jahren und ohne Vorerkrankungen in Tübingen zwischen 9.30 und 11.00 Uhr nicht einkaufen gehen und diese Zeit den Senioren überlassen. Alle Menschen in Tübingen über 65 Jahren sollen zudem kostenlos mit hochwertigen FFP2-Masken versorgt werden.

Corona in Deutschland: 12.097 Neuinfektionen innerhalb eines Tages

Update vom 2. November, 6.24 Uhr: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen haben die Gesundheitsämter in Deutschland 12.097 Corona-Neuinfektionen (Vortage: 14.177) innerhalb eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am vergangenen Montag lag die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 8685.

Dem RKI zufolge haben sich seit Beginn der Pandemie bundesweit insgesamt 545.027 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 49 auf insgesamt 10.530. Das RKI schätzt, dass rund 355.900 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert genannt, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,13 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Sonntag ebenfalls bei 1,13 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Corona in Deutschland: Schließung von Schulen und Kitas „das letzte Mittel“

Update vom 1. November, 21.21 Uhr: Die erneute Schließung von Schulen und Kitas soll auch bei steigenden Corona-Infektionszahlen nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey das letztmögliche Mittel im Kampf gegen die Pandemie sein. „Die Schulen sind besser vorbereitet auf viele Situationen, wo im März Ratlosigkeit angesagt war“, meinte Giffey am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.

Die SPD-Politikerin ergänzte: „Es ist wichtig, dass wir jetzt bei der zweiten Welle eben sagen: Die Schließung von Kitas und Schulen sind nicht das erste Mittel, sondern sie sind das letzte Mittel, wenn es um Einschränkungen geht.“ Von über 30.000 Schulen und mehr als 56 .000 Kitas sei aktuell lediglich eine dreistellige Zahl wegen Corona geschlossen, so Giffey weiter. „Bevor wir Kitas und Schulen schließen, sind alle anderen Dinge dran.“

Corona in Deutschland: Drosten stellt düstere Prognose fürs Frühjahr

Update vom 1. November, 14.18 Uhr: Der Chef-Virologe der Charité Christian Drosten sieht trotz verschärfter Maßnahmen und Fortschritten bei Tests und Impfungen keine Aussicht auf eine schnelle Normalisierung. „Sicher ist: Ostern ist die Pandemie nicht beendet“, so Drosten gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Doch er macht Hoffnung auf den Sommer: „Spätestens im Sommer wird sich unser Leben deutlich zum Positiven verändern können - wenn wir jetzt die akut steigenden Ansteckungszahlen in den Griff bekommen.“ Auch die Verbreitung der Schnell-Tests sei hilfreich.

Helfen im Kampf gegen die Pandemie könne die weitere Verbreitung von Schnelltests, sagte Drosten. „Wenn sie in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, können wir gefährdete Gruppen sehr regelmäßig und niederschwellig testen“, sagte er der Zeitung. „Außerdem lässt sich nicht nur feststellen, ob jemand infiziert ist, sondern auch, ob er infektiös ist. Das kann den Umgang mit Quarantäne oder Kontaktverboten erleichtern.“ Dann sei beispielsweise ein vorzeitiges Ende einer Isolierung denkbar. Einen verstärkten Einsatz der Tests erwarte er in wenigen Wochen.

Drosten riet im Alltag zu konsequenter Vorsicht: „Am besten wäre es, wir täten alle so, als wären wir infiziert und wollten andere vor Ansteckung schützen.“ Zugleich lasse sich der Spieß umdrehen, indem man so tue, als sei „der andere infiziert und wir wollten uns selbst schützen. Daraus ergibt sich unser Verhalten“.

Währenddessen klagen die Gesundheitsämter über eine zunehmende Belastung (Update 13.10 Uhr) und ein Experte warnt vor falschen Einschätzungen der Lage in den Krankenhäusern. Es seien weniger Intensivbetten verfügbar als angenommen.

Corona in Deutschland: Gesundheitsämter beklagen Überlastung - „Viel mehr darf da nicht kommen“

Update vom 1. November, 13.10 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland sind zunehmend überfordert. So ergab eine Umfrage der FAZ am Sonntag, dass in Baden-Württemberg derzeit ein Drittel aller Gesundheitsämter überlastet ist. Und auch in anderen Bundesländern beantragen zahlreiche Ämter die Hilfe der Bundeswehr, es bräuchte tausende zusätzliche Mitarbeiter. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Berlin. Die Hälfte der Ämter kann nur noch „verzögert“, die andere Hälfte gar „stark verzögert“ arbeiten. „Viel mehr darf da nicht kommen“, meint beispielsweise der Ordnungsdezernent der Stadt Solingen, die als am stärksten betroffener Landkreis in Nordrhein-Westfalen gilt.

Während Karl Lauterbach auf das japanische Modell und die Konzentration auf Fall-Häufungen verweist, hofft unter anderem die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD Sabine Dittmar auf die Mithilfe der Bevölkerung. „Möglich wäre das beispielsweise durch das Führen eines Kontakttagebuchs.“ Dies würde die Gesundheitsämter entlasten und „helfen, Superspreading-Events zu identifizieren“, so Dittmar gegenüber die Zeitung.

Corona in Deutschland: Bundesregierung beschließt Teil-Lockdown - Schulen bereits jetzt deutlich betroffen

Update vom 1. November, 09.00 Uhr: Die Bundesregierung hat ab Montag einen Teil-Lockdown beschlossen. Schulen und Kitas sollen demnach geöffnet bleiben. Dennoch sind viele Schüler in Deutschland bereits jetzt von Schulschließungen betroffen. Mindestens 165 Schulen sind laut einer Umfrage der „Welt am Sonntag unter den 16 Kultusministerien der Bundesländer aktuell von kompletten Schulschließungen betroffen.

Am stärksten trifft dies das Bundesland Bayern, mit einer Zahl von 135 geschlossenen Schulen. In Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Thüringen, Berlin, Hamburg und Bremen sind keine Schulen komplett geschlossen. Doch auch hier befinden sich einzelne Klassenverbände in Quarantäne. Treten Fälle in einer Einrichtung auf, wird je nach Fall über die konkreten Maßnahmen beschlossen.

Corona in Deutschland: Maas mit Äußerung zu Grenzschließungen

Trotz der Verschärfungen der Maßnahmen, sollen auch die Grenzen zu den Nachbarländern offen bleiben, so Außenminister Maas zum Tagesspiegel. „Ja, die Grenzen werden offenbleiben.“ Weiter betonte er: „Wir haben im Frühjahr genügend Erfahrungen gemacht, wie wir Kontrollen organisieren, falls sie notwendig werden.“

Auch die Nachbarländer Deutschlands würden keine Grenzschließungen anstreben. Die Lage in Deutschland sei zwar „angespannt“, jedoch besser als in anderen Ländern. Dennoch seien die am Monatg in Kraf tretenden Maßnahmen notwendig. „Uns steht ein harter Winter bevor“, so der Außenminister.

Corona in Deutschland: Corona-Neuinfektionen am Sonntag - R-Wert bei 1,11

Update vom 1. November, 07.35 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 14.177 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird.

Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 532.930 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. (Stand: 1.11., 00.00 Uhr) Vor genau einer Woche waren 11.176 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet worden.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 29 auf insgesamt 10.481. Rund 355.900 Menschen waren von ihrer Infektion genesen. Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht bei 1,11 (Vortag: 1,06), der Sieben-Tage-R bei 1,19 (Vortag: 1,21).

Corona in Deutschland: Lockdown auch noch im Dezember? CDU-Politiker will nichts ausschließen

Update vom 31. Oktober, 18.49 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus will nicht ausschließen, dass der gerade erst beschlossene Teil-Lockdown (siehe Erstmeldung) länger als bis Ende November in Kraft bleibt. „Es ist der Plan, dass wir zum Dezember lockern. Garantieren kann das niemand“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte eine Verlängerung zuvor nicht ausgeschlossen. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU*) sagte der Bild-Zeitung, das Coronavirus* sei „nichts, was man auf dem Reißbrett oder auf lange Zeit planen kann“.

Ralph Brinkhaus (CDU) will aktuell kein Corona-Lockdown-Ende im Dezember 2020 versprechen.

Corona in Deutschland: RKI meldet knapp 20.000 neue Fälle - Forscher warnen vor dramatischer Entwicklung

Update vom 31. Oktober, 12.41 Uhr: In den kommenden Wochen werden einer Studie zufolge deutlich mehr Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektionen sterben als in den vergangenen Wochen. Modellrechnungen zeigten, dass die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 in Deutschland bereits Anfang November auf 500 bis 800 pro Woche zunehmen dürfte, sagte die Leiterin einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen, Viola Priesemann. Möglicherweise falle der Anstieg sogar noch stärker aus.

Die bisher relativ niedrigen Zahlen von Todesfällen seien darauf zurückzuführen, dass sich bis Ende September überwiegend Menschen unter 60 Jahren mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt haben, erläutern die Wissenschaftler um Priesemann. Seitdem steige die Zahl der gemeldeten Infektionen auch bei Über-60-Jährigen. Dies führe mit einem Zeitverzug von etwa zwei Wochen auch zu einem Anstieg der Todesfälle. An der Studie beteiligten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zahlreicher deutscher Forschungseinrichtungen.

Coronavirus in Deutschland: Wissenschaftler analysieren Neuinfektionen nach Altersgruppen

Dass sich seit Ende September vermehrt Menschen über 60 Jahren mit Corona infiziert haben, liegt den Wissenschaftlern zufolge daran, dass die Gesundheitsämter die Kontaktpersonen von Infizierten nicht mehr konsequent verfolgen und isolieren können. „Um die Kontrolle über das Infektionsgeschehen wiederzuerlangen, müssen die Fallzahlen unverzüglich gesenkt werden“, schreiben die Forscherinnen und Forscher laut Mitteilung im „Deutschen Ärzteblatt“, in dem die Studie veröffentlicht wurde.

Das Team analysierte den Anstieg der gemeldeten Corona-Neuinfektionen nach Altersgruppen und ermittelte aus der beobachteten Sterblichkeit in der jeweiligen Altersgruppe, wie sich die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 entwickelt. „Nach einer umfangreichen Metastudie verzehnfacht sich die Sterblichkeitsrate bei einer Coronainfektion alle 20 Lebensjahre und erreicht um das 82 Lebensjahr rund 10 Prozent“, hieß es.

Passanten warten vor einer Corona Teststelle in der Innenstadt. Bund und Länder haben ab dem kommenden Montag einen Teil-Lockdown beschlossen.

Coronavirus in Deutschland: Zahl der Neuinfektionen kratzt an 20.000er Marke

Update vom 31. Oktober, 12.18 Uhr: Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier befindet sich in häuslicher Quarantäne, weil Personen in seinem Umfeld positiv getestet worden sind. Ein erster Corona-Test Bouffiers fiel negativ aus.

Update vom 31. Oktober, 11.18 Uhr: Am Samstagmorgen hatte sich die Meldung der Neuinfektionszahlen durch das Robert Koch-Institut (RKI) verzögert. Das berichtet die dpa. Zudem öffnete sich auf der Website des offiziellen Corona-Dashboards die Warnung, dass es zu Meldeverzögerungen gekommen sei. Medienberichten zufolge waren anfangs 19.059 Neuinfektionen abzulesen, dann ein Wert von 17.544. Später bestätigte das RKI die anfangs gemeldete Zahl von 19.059 als richtigen Wert. Dieser ist auch jetzt wieder dem Dashboard zu entnehmen. Das Institut war bisher noch nicht für eine Erklärung gegenüber unserer Redaktion erreichbar.

Corona in Deutschland: RKI meldet knapp 20.000 neue Fälle - Vier Gebiete im Fokus

Update vom 31. Oktober, 8.33 Uhr: Innerhalb der letzten 24 Stunden verzeichneten die deutschen Gesundheitsämter laut Robert Koch-Institut (RKI) 19.059 Corona-Neuinfektionen (Datenstand: 31.10.2020, 00.00 Uhr). Damit wurde der Vortageswert schon wieder überschritten und ein neuer Rekordwert erreicht. Am Freitag meldete das RKI 18.681 neue Fälle.

Gemessen an der 7-Tages-Inzidenz ist das Infektionsgeschehen im Landkreis Rottal-Inn noch immer am intensivsten. Dort wurden in der letzten Woche 304,5 Menschen je 100.000 Einwohner positiv auf das Coronavirus getestet. Folgende Landkreise und Städte weisen Werte über 250 auf.

  • Rottal-Inn: 304,5
  • Marburg-Biedenkopf: 288,6
  • Berchtesgadener Land: 256,8
  • Stadt Offenbach am Main: 254,8

Corona in Deutschland: Großstadt vor Krankenhaus-Kollaps - neuer Ausbruch in Fleischbetrieb

Update vom 30. Oktober, 15.36 Uhr: Privatpartys sind in Corona-Zeiten tabu. Doch sollte die Politik Nachbarn zur Überwachung einspannen? Die Debatte schlägt hohe Wellen - das böse Wort „Denunziantentum“ macht die Runde.

Update vom 30. Oktober, 14.28 Uhr: Schleswig-Holstein wendet das im Rahmen des Bund-Länder-Beschlusses eingeführte Beherbergungsverbot für Touristen mehr als konsequent an. Bis zum 2. November müssen Urlaubsreisende das Bundesland verlassen haben. Ausnahmen gelten nur für die Inseln in der Nordsee und die Halligen. Aufgrund der kleinen Kapazitäten des Fährverkehrs läuft die Frist hier bis zum 5. November.

Corona in Deutschland: Überlastung der Krankenhäuser droht

Update vom 30. Oktober, 13.18 Uhr: Die aktuelle Entwicklung steuere auf eine Überlastung des Gesundheitsapparats hin, mahnte Ulrike Demmer, stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung bei einer Presserunde. Die Belegung der Intensivbetten sei in den letzten Wochen stetig gestiegen, die Personalsituation der Krankenhäuser könne dieser Entwicklung nicht mehr lange standhalten.

Ähnliche, noch deutlichere Worte findet Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG). Wenn die Zahlen weiter so steigen, befürchtet er, könnten die Kapazitäten auf den Intensivstationen knapp werden. Der Personalmangel sei das größte Problem. Ärzte und Pfleger müssten notfalls von anderen Abteilungen abgezogen werden, denen drohe dann schlimmstenfalls die Schließung. Um diesen Kollaps zu vermeiden, muss die Belegung der Intensivbetten möglichst gering gehalten werden.

Corona in Deutschland: Kanzleramtsminister Braun mit deutlichen Worten

Update vom 30. Oktober, 12.41 Uhr: Neue, scharfe Corona-Maßnahmen gelten ab dem 2. November. Zu deren Einhaltung wurden prompt Kontrollen im privaten Bereich ins Gespräch gebracht. Karl Lauterbach (SPD), der darüber schon früh sinniert hatte, ruderte kurz darauf zurück. Dennoch bleibt das Thema aktuell, schließlich findet die Mehrzahl der Neuinfektionen im privaten Umfeld statt.

Kanzleramtsminister Helge Braun bezog nun deutlich Stellung zum möglichen Eingriff in die Privatsphäre. „Keine proaktiven Kontrollen im Privatbereich, aber sehr deutliche Kontrollen im öffentlichen Bereich“, kündigte er im Bayerischen Rundfunk an, „alle müssen sich wirklich sehr, sehr konsequent an die Regeln halten.“

Von der Einhaltung der Maßnahmen verspricht er sich viel und verweist auf eine Überprüfung Mitte November. Das erklärte Ziel des neuerlichen Lockdowns ist, die Nachverfolgung der Infektionsketten wieder zu ermöglichen. „Das ist uns gelungen bis zu dieser berühmten Inzidenz von 50 und die sollten wir auch wieder erreichen, damit wir Stabilität bekommen“, erläutert Braun, „und deshalb sollten wir zur Halbzeit wenigstens sehen, dass die Kurve wendet, dass es statt rauf stabil zur Seite oder runter geht.“

Könnte der Lockdown also vielleicht früher enden, als heute angenommen? „Im November sollte man auf private Besuche möglichst verzichten“, will der Kanzleramtsminister hierfür keine Hoffnung schüren, „wir können nicht jede Art von Normalität ab 1. Dezember versprechen, aber eine Normalität, die Kultur wieder möglich macht, das das Weihnachtsgeschäft wieder möglich macht und die zu Weihnachten unsere persönlichen Begegnungen mit Freunden und Familie wieder möglich macht, das ist unser Ziel.“

Für die vielen Selbstständigen, vor allem Gastronomen, ist dieser Ausblick natürlich nur ein kleiner Trost. Die Schließung über den gesamten November drängt zahlreiche kleine Betriebe an die Existenzgrenze. Um den Schaden zu minimieren, hat die Bundesregierung allerdings ein großes Hilfspaket verabschiedet. Die Corona-Nothilfe kann nun von Unternehmen, Selbstständigen und auch Vereinen beantragt werden.

Corona in Deutschland: Neuer Ausbruch in Fleischbetrieb

Update vom 30. Oktober, 11.04 Uhr: In einem fleischverarbeitenden Betrieb bei Grimmen im Landkreis Vorpommern-Rügen sind 57 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das ist der größte konzentrierte Corona-Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern seit Beginn der Pandemie, wie die Ostsee-Zeitung berichtet.

Ein Mitarbeiter konnte als Quelle des Ausbruchs identifiziert werden. Er war am vergangenen Wochenende aufgrund von Symptomen auf das Coronavirus getestet worden. Nach dem positiven Testergebnis haben die Behörden bereits am Montag eine Quarantäne-Anordnung für alle 118 Kontaktpersonen verhängt. Am Mittwoch wurden diese Personen ebenfalls getestet - rund die Hälfte der Ergebnisse war ebenfalls positiv.

In einem fleischverarbeitenden Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern kam es zu einem Corona-Ausbruch. 57 Mitarbeiter wurden positiv getestet. (Symbolbild)

Wie eine Sprecherin des Landkreises berichtete, stammen viele der Mitarbeiter aus Osteuropa. „Der betroffene Betrieb arbeitet transparent und sehr kooperativ mit dem Gesundheitsamt zusammen, um eine weitere Verbreitung so gut es nur geht einzudämmen“, teilte der Landkreis Vorpommern-Rügen mit.

Corona in Deutschland: 7-Tage-Inzidenz bundesweit auf über 100 gestiegen

Update vom 30. Oktober, 9.29 Uhr: Wie das RKI am Freitagmorgen mitteilte, ist der 7-Tage-Inzidenz-Wert in Deutschland über 100 gestiegen. Der Wert liegt nun bundesweit bei 104,9. Insgesamt meldeten sechs Bundesländer einen 7-Tage-Inzidenz-Wert von mehr als 100.

Die Bundesländer mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 im Überblick:

  • Bremen: 106,3
  • Berlin: 146,1
  • Hessen: 145,8
  • Nordrhein-Westfalen: 140,0
  • Saarland: 116,5
  • Bayern: 114,1

Coronavirus in Deutschland: Pandemie entwickelt sich rasanter als von Merkel vorhergesagt

Update vom 30. Oktober, 6.20 Uhr: Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 18.681 neuen Fällen innerhalb eines Tages erneut einen neuen Höchstwert erreicht. Das geht aus den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Freitagmorgen hervor. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 499.694 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Die Weihnachtsprognose von Kanzlerin Angela Merkel, wonach es zu Heiligabend rund 20.000 Neuinfektionen geben könnte, rückt damit immer näher.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus ist innerhalb eines Tages um 77 auf insgesamt 10.349 gestiegen. Laut Lagebericht vom Donnerstag lag die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, in Deutschland bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwa eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Corona in Deutschland: Zahl der Neuinfektionen über 18.000

Update vom 29. Oktober, 21.12 Uhr: Angela Merkel warnte schon Ende September, dass die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland zu Weihnachten bei knapp 19.000 liegen könnte. Dafür wendete sie eine simple Rechnung an. Damals gab es offene Empörung. Jetzt ist klar: Die Pandemie entwickelt sich wohl noch rasanter, als die Kanzlerin es in ihrer Rechnung prognostiziert hatte. So sollen sich in Deutschland in 24 Stunden mehr als 18.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Das geht aus Berechnungen des Senders ntv hervor, der die Angaben der einzelnen Landesbehörden zusammengeführt hat. Die offiziellen Zahlen des RKI folgen am Freitag.

Dem Bericht nach kamen zudem 89 Todesfälle hinzu. Aktiv infiziert sein, sollen aktuell 143.200 Menschen in Deutschland.

Corona in Deutschland: Düstere Weihnachts-Prognose von Angela Merkel wohl bald Realität

Erstmeldung vom 29. Oktober: München - In der Regierungserklärung zu dem neuen Maßnahmenpaket im Kampf gegen das Coronavirus* hat Angela Merkel erneut auf eine harte Zeit hingewiesen: „Der Winter wird schwer. Vier lange schwere Monate, aber er wird enden.“ Die derzeitige „dramatische Lage“ beträfe alle. Daher seien die Maßnahmen auch „erforderlich und verhältnismäßig“. „Im gegenwärtigen exponentiellen Infektionsgeschehen können die Hygienemaßnahmen ihre Kraft nicht mehr entfalten“.

Wenn es um die exponentielle Steigung der Infektionsfälle geht, sollte man der Kanzlerin* mittlerweile glauben. Denn schon Ende September warnte sie vor einem damals noch massiven Anstieg der Zahlen. Zu Weihnachten könne es zu 19.200 Neuinfektionen am Tag kommen, prognostizierte sie bei einer virtuellen CDU-Präsidiumssitzung. In der Woche wurden damals durchschnittlich „nur“ 1665 Neuinfektionen gemeldet.

Peter Altmeier: Marke von 20.000 Corona-Neuinfektionen wird noch diese Woche geknackt

Mittlerweile hat uns die Merkel-Prognose also nahezu eingeholt. Alleine am Donnerstag meldete das Robert-Koch-Institut* 16.774 neue Fälle in Deutschland - Tendenz steigend. Die düstere 20.000-Marke wird wohl noch in dieser Woche geknackt. Im Vergleich zur Vorwoche steigt die Zahl jeden Tag um circa 70,75 Prozent. „Und das bedeutet: Wir werden wahrscheinlich schon Ende dieser Woche 20.000 Neuinfektionen am Tag haben“, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag beim Deutsch-Französischen-Wirtschaftstag.

Dabei handele es sich um eine Zahl, die man sich noch vor drei Wochen gar nicht habe vorstellen können. „Wir haben es mit einem exponentiellen Wachstum zu tun“, resümiert er. Auch der Chef des Weltärztebundes, Ulrich Montgomery, warnte letzte Woche vor dem Erreichen der 20.000-Marke. Ab der Zahl gerate die Lage außer Kontrolle, weil die „Infektionsketten nicht mehr nachzuvollziehen“ seien.

Coronavirus in Deutschland: Henrik Streeck will Angst wegen Neuinfektionen eindämmen

Mitte Oktober war es allerdings der Bonner Top-Virologe Hendrick Streeck, der insbesondere vor solch „apokalyptischen“ Szenarien abriet: „Es kann gut sein, dass wir wir Frankreich auf bis 20.000 Neuinfektionen pro Tag kommen werden. Das sollte einem aber jetzt erstmal nicht Angst machen. Man habe in den letzten Monaten gesehen, dass sich die Infektionszahlen von den wirklich schweren Fällen „ein wenig entkoppelt“ hätten.

„Wir müssen damit rechnen, dass die Infektionszahlen so stark steigen, dass die Kontaktnachverfolgung nicht mehr möglich sein wird.“ Daher dürfe man zwar die reinen Infektionszahlen nicht außer Acht lassen, jedoch müsse man sie in einem Verhältnis sehen „zu der Anzahl von Tests, die durchgeführt werden, und im Verhältnis zur stationären und intensivmedizinischen Belegung“. So würde man ein ganzes Bild der Pandemie bekommen. Merkel und Co. beriefen sich trotzdem auf schnelle Maßnahmen, um die reinen Infektionszahlen zu senken - auch, um weitere düstere Prognosen vorerst zu verhindern. (ta) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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