Einfluss auf Bekämpfung von Sars-CoV-2

Wissenschaftlern gelingt wichtige Entdeckung bei Corona-Forschung - bedeutender Bestandteil bisher übersehen

Das neuartige Coronavirus wird von Forschern seit Monaten auf seine Einzelteile untersucht. Um es effizienter bekämpfen zu können. Nun wird klar: Ein wichtiges Gen wurde lange Zeit nicht entdeckt.

  • Über das Coronavirus ist dank der Forschung schon eine Menge bekannt.
  • Nun haben Experten ein weiteres Gen entdeckt, das eine wichtige Rolle in dieser Pandemie einnehmen könnte.
  • Dass dieses bislang übersehen wurde, ist nicht einmal verwunderlich.

München - Manchmal dauert es Monate oder sogar Jahre, bis wir bestimmte Eigenschaften einer uns vermeintlich bestens bekannten Person erkennen. Umso überraschender treten diese dann oftmals zu Tage. Perplex waren nun auch Forscher, die sich seit einer gefühlten Ewigkeit mit dem neuartigen Coronavirus* beschäftigen. Sars-CoV-2 sezieren, auf Herz und Nieren untersuchen*. Um den Geheimnissen des Covid-19-Erregers auf den Grund zu gehen.

Denn die Experten entschlüsselten mitten in der zweiten Welle der Pandemie in Europa einen Bestandteil des Virus, der ihnen bislang komplett verborgen blieb. Dabei handelt es sich um ein verstecktes Gen, auch als überlappendes Gen oder „Gen in einem anderen Gen“ bekannt. Diese sind schwer zu identifizieren, aber umso bedeutungsvoller. Denn sie können Schlüsselrollen bei der Entstehung von Viren spielen und haben Einfluss auf deren Bekämpfung.

Coronavirus-Forschung: Neuentdecktes Gen hat starke Antikörperreaktion zur Folge

Das nun zutage geförderte Gen hört auf den Namen ORF3d und löst nach bisherigen Erkenntnissen eine starke Antikörperreaktion bei Covid-19-Patienten aus. Weitere Eigenschaften sind den Forschern um Chase W. Nelson, die ihre Arbeit im eLife-Magazin veröffentlichten, nicht bekannt. Der Experte von der Academia Sinica in Taiwan erklärt: „Überlappende Gene könnten dem Coronavirus eine effiziente Replikation ermöglichen und die Immunität des Wirtes* vereiteln.“

Deswegen kann die jüngste Entdeckung auch als Chance betrachtet werden: „Die Existenz und womöglich auch die Funktionalität von überlappenden Genen könnten es uns erleichtern, das Coronavirus zu kontrollieren, etwa über antivirale Medikamente.“ Die ersten Impfstoffe haben nach monatelanger Kleinstarbeit von Pharmaunternehmen rund um den Globus mittlerweile alle Testphasen erfolgreich durchlaufen, es soll bereits konkrete Pläne für die Verteilung geben.

Neue Möglichkeiten im Kampf gegen Corona: Ein Forscher-Team hat ein überlappendes Gen in der Virus-Struktur entdeckt.

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Coronavirus-Forschung: ORF3d führt wahrscheinlich nicht zur Ausschüttung von T-Zellen

Nun könnten Nelson und seine Kollegen dem Coronavirus den nächsten Tiefschlag versetzen. Zwar sind noch keine weiteren Eigenschaften von ORF3d bekannt. Es sei aber unwahrscheinlich, dass das Gen zur Ausschüttung von T-Zellen führt, die virusbefallene Zellen direkt zerstören können. Hierzu war bereits zuvor von Forschern aus Großbritannien festgestellt worden, dass T-Zellen im Falle von Sars-CoV-2 auch nach einem halben Jahr noch reagieren. Eine überraschende Offenbarung, die jedoch als weiterer Mutmacher herhalten kann.

Die Experten werden hinsichtlich des Umgangs mit dem lebensbedrohlichen Gegner also immer klüger. Von diesem heißt es, er besitze nur 15 Gene - umso signifikanter war nun der Erfolg von Nelson und Co. Der Gast-Wissenschaftler am American Museum of Natural History betont: „Wenn wir überlappende Gene nicht wahrnehmen, besteht die Gefahr, wichtige Aspekte der Viren-Biologie zu übersehen.“

Nelson selbst offenbart auf seiner Homepage übrigens auch bemerkenswerte Eigenschaften. Er nennt sich selbst „singender Wissenschaftler“, tritt als Theaterschauspieler auf und spielt Saxophon. Vielleicht wird es ja bald Zeit für eine neue Siegeshymne. (mg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © ANDRES LARROVERE/afp

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