Neuer ICE 4

XXL-Neuheit bei der Deutschen Bahn: Welche Details zum Mega-ICE bereits bekannt sind

Die Deutsche Bahn (DB) bringt einen XXL-ICE auf die Gleise. Erste Informationen zu Plätzen und Geschwindigkeit sind bekannt. Hält der Zug auch am Hauptbahnhof Frankfurt?

  • Mitten in der Corona*-Pandemie kündigt die Deutsche Bahn (DB) eine große Neuerung an.
  • Ein ICE der Superlative soll auf die Gleise kommen und auch am Hauptbahnhof Frankfurt* halten.
  • Am kleineren ICE 4 gab es viel Kritik – Wie steht es bei der neuen Zug-Variante um Platz, Geschwindigkeit und Co.?

Frankfurt – Schon zur Einführung des ICE 4 gab es viel Kritik. Einige Kunden der DB waren mit der Ausstattung und der Power des Zuges ganz und gar nicht zufrieden. Mitten in der Corona-Pandemie präsentiert die Deutsche Bahn nun eine Neuerung für den kritisierten ICE. Aber hat die neue ICE-Variante das Zeug dazu, der Kritik aus der Vergangenheit standzuhalten?

Die ersten XXL-Züge der DB sind in jedem Fall ein Hingucker. Mit ihren 375 Metern an Länge sind sie die Riesen unter den Zügen. Kein Zug in der Geschichte der Bahn kommt daran heran. Durch die Konstruktion von Siemens können besonders viele Reisende untergebracht werden, wie die Deutsche Bahn mitteilt. In der XXL-Variante mit 13 Teilen gibt es satte 918 Sitzplätze. Sie soll auch den Hauptbahnhof in Frankfurt anfahren.

Deutsche Bahn (DB) mit Neuerung im XXL-Format – Was tatsächlich möglich ist

Fans der DB wird womöglich das Gewicht stutzig machen. Denn es ist niedriger, als es die Größe vermuten lässt. Nimmt man zum Vergleich die zwölfteilige Variante des ICE 4 her und vergleicht sie mit dem ICE 1 mit zwölf Mittelwagen, ist der Riese rund 120 Tonnen leichter. Das liegt laut Angaben der Deutschen Bahn unter anderem daran, dass die Laufdrehgestelle stark weiterentwickelt wurden. Dabei handelt es sich um ein Drehgestell, in dem die Radsätze des Zuges gelagert werden. Sie sind leichter und bieten einen geringeren Luftwiderstand. Das zahlt auch in die Energiebilanz mit ein. Denn laut Informationen der Deutschen Bahn ist der Energieverbrauch beim ICE 4 je Sitzplatz um 22 Prozent niedriger, im Vergleich zum ICE 1.

ICE 1ICE 4 (13-Teiler)
Länge: 358 MeterLänge: 375 Meter
Sitzplätze: 703Sitzplätze: 918
Leergewicht beim (12 Teiler): circa 790 TonnenLeergewicht beim (12 Teiler): 670 Tonnen
Höchstgeschwindigkeit: 280 StundenkilometerHöchstgeschwindigkeit: 250 Stundenkilometer (wird auf 265 angehoben)
Quelle: deutschebahn.de

Deutsche Bahn (DB) mit XXL-Zug: Bereits im Vorfeld gab es Kritik am ICE 4

Doch es gibt nicht nur Fans des neuen ICE-Formats. Und das hat vor allem mit der Geschwindigkeit des ICE-4*-Riesen der Deutschen Bahn zu tun. Denn: Mit der Höchstgeschwindigkeit des ICE 1 kann auch die XXL-Variante des ICE 4 nicht mithalten. Er schafft derzeit 250 Kilometer pro Stunde. Satte 30 Stundenkilometer langsamer als sein etwas kürzerer Kollege.

Nutzer machte das sauer. Ein User konfrontierte die Deutsche Bahn bei der damaligen Einführung des kürzeren ICE 4 mit gleicher Höchstgeschwindigkeit im Kommentarbereich der DB-Webseite. Er fragte: „Wieso nicht wie ICE 3 für 300 Km/h entwickelt? (sic)“. Die Deutsche Bahn reagierte auf die Kritik und antwortete, dass bei größeren Hochgeschwindigkeiten die Beschaffungskosten und der Unterhalt des Zuges stark zunähmen. Außerdem werde die Reise durch schnelleres Fahren nicht wesentlich verkürzt, da die Halteabstände in Deutschland mehrheitlich sehr kurz seien. Doch auch weitere Nutzer machten ihrem Ärger Luft.

Neuerung bei DB: XXL-ICE: „Missratener Zug“ oder „Nutzflächenweltmeister“?

Denn durch den Einsatz des ICE 4 mussten zwangsläufig andere Züge weichen. Darunter auch solche, die größere Höchstgeschwindigkeiten in petto hatten. „Warum muss dieser missratene Zug unbedingt auf einer Strecke eingesetzt werden, auf der bis 300km/h schneller gefahren werden kann?“, wollte ein Nutzer wissen. „Was nützen uns Strecken für 270 bis 300km/h, wenn der Zug das nicht ausfahren kann?“, fragt ein weiterer. Der Fahrplan auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke wie zwischen dem Hauptbahnhof Frankfurt und Köln sei laut dem User somit nur einzuhalten wenn Zwischenstopps gestrichen werden.

Ein anderer warf der Bahn vor, beim Design des ICE 4 „ein Brett vorm Kopf“ zu haben. Denn die Sitzordnung sei einfach zu eng. Darauf reagierte das Team der DB im Kommentarbereich nicht. Ob in der XXL-Version des ICE 4 diese Probleme in Wohlgefallen auflösen, bleibt abzuwarten. In Ihrer Pressemitteilung spricht die Bahn beim 13-teiligen Riesen-ICE von einem „Nutzflächenweltmeister“ bei dem die Einzelwagen um zwei Meter länger seien und die Beinfreiheit gleichbleibend sei. Wie die Kunden die Beinfreiheit und den Konform wahrnehmen werden, bleibt abzuwarten.

Deutsche Bahn (DB): Noch ist er nicht regelmäßig auf den Schienen, doch bald soll der XXL-ICE kommen. (Symbolbild)

Darüber hinaus soll die Höchstgeschwindigkeit des zwölf- und 13-teiligen ICE 4 von derzeit 250 Kilometern die Stunde auf 265 Kilometer pro Stunde erhöht werden, um die Pünktlichkeit zu verbessern. Das schreibt die Deutsche Bahn in ihrer Pressemitteilung. Damit fährt der XXL-ICE zwar etwas schneller als die vorhergehende ICE-Variante, doch an die Geschwindigkeit des ICE 1 kommt er auch mit dieser Erhöhung nicht heran.

Deutsche Bahn (DB): ICE 4 hat einen weiteren Nachteil

Einen Nachteil hat die Riesen-Variante des ICE 4 jedoch definitiv. Denn der Zug kann laut „Focus Online“ nur an Bahnsteigen halten, die mindestens eine Länge von 410 Metern haben. Viele Bahnhöfe können somit nicht angefahren werden. Laut dem Nachrichtenportal soll der längste Zug der Bahngeschichte das erste Mal regelmäßig am 13. Juni 2021 eingesetzt werden – auf der Strecke Hamburg bis Chur in der Schweiz. Unterwegs macht der XXL-ICE unter anderem auch am Hauptbahnhof Frankfurt Station.

Dabei handele es sich zunächst jedoch um eine einmalige Aktion. Erst im September 2021 solle der XXL-Variante des ICE dann regelmäßig eingesetzt werden. Und zwar auf der Strecke Nordrhein-Westfalen nach München (Sophia Lother) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Endlich bekomme „ich nach der langen Corona-Dürre das Gefühl von Club-Musik zurück“, jubelt eine Facebook-Nutzerin mit einer Portion Sarkasmus. Die Anwohnerin ist wütend auf die Deutsche Bahn (DB).*

Rubriklistenbild: © Holger Hollemann/dpa

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