Wählerumfrage

Sonntagstrend: Erstmals Mehrheit für schwarz-gelbe Koalition möglich - satte Gewinne aber nur für eine Partei

Reicht es bei der nächsten Bundestagswahl wieder für ein Bündnis zwischen Union und FDP?
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Reicht es bei der nächsten Bundestagswahl wieder für ein Bündnis zwischen Union und FDP?

Sonntagstrend: Erstmals seit 2009 ergibt eine Umfrage wieder eine Mehrheit für schwarz-gelbe Koalition - satte Gewinne macht dabei aber nur eine Partei.

  • Im Zuge der Coronakrise hat sich die Beliebtheit der Parteien etwas gewandelt, neue Themen sind in den Vordergrund getreten.
  • Dass sich Maßnahmen* und Krisenmanagement von Angela Merkels* Regierung in Umfragewerten bezahlt macht, wird jetzt offensichtlich.
  • Doch nicht alle Regierungsmitglieder profitieren - Stand jetzt gäbe es sogar eine Mehrheit für eine neue Koalition.

München - Seit 2013 regiert in Berlin eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD, bestätigt auch durch die Bundestagswahl 2017 und Neubildung eines Kabinetts unter Angela Merkel im Jahr 2018. Und obwohl dabei längst nicht alles harmonisch ablief, bestätigte der Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag der Bild am Sonntag durchführt, im Allgemeinen diese Koalition.

Doch die durch den Coronavirus* ausgelöste Kris e macht alles neu, jetzt auch in den Umfragewerten: Erstmals seit 2009 sieht der Sonntagstrend die Möglichkeit für eine schwarz-gelbe Koalition: Rein rechnerisch könnten, wäre heute Bundestagswahl, CDU/CSU und die FDP gemeinsam regieren - eine bürgerlich-liberale Regierungskoalition, wie es sie auf Bundesebene zuletzt vor der Bundestagswahl 2013 gegeben hatte. Doch das ist der Verdienst von nur einem der möglichen Regierungspartner.

Sonntagstrend: Umfragewerte für die Union steigen stark an - plötzlich Schwarz-Gelb möglich

Es ist die CDU/CSU, die anscheinend aus der Krise den meisten Profit in Sachen Wählergunst ziehen kann. Satte zwei Prozentpunkte legt sie zu - und kommt damit auf 40 Prozent der Stimmen. Da die FDP auf acht Prozent kommt, hätte eine gemeinsame Koalition eine rechnerische Mehrheit von 48 Prozent - genug für eine Regierungsbildung.

Doch dabei kommt die FDP etwas unverhofft in diese Lage - denn ihre eigenen Umfragewerte sind im Vergleich zur letzten Woche sogar gesunken. Einen Punkt verliert die FDP, stand sie letzte Woche noch bei neun Prozent, wie die Bild am Sonntag schreibt. 

Der aktuelle Koalitionspartner SPD hat weiterhin deutlich mehr Prozentpunkte als die FDP - die SPD bleibt auf gleichem Stand wie letzte Woche und bekommt 16 Prozent Zuspruch. Damit liegt sie knapp vor den Grünen (15 Prozent).

Sonntagstrend: Die AfD weiter auf Tiefstand - auch Linke verliert

Für die anderen Parteien geht es bergab - sowohl die Die Linke, als auf die AfD rutschen um jeweils einen Prozentpunkt ab. Die AfD liegt bei neun Prozent, die Linke noch bei sieben Prozent. Für den Trend waren 1934 Menschen zwischen 20. und 26. Mai befragt worden.

Dass die AfD um ihre Position in der Coronakrise ringt, zeigte unter anderem ein Vorfall Mitte Mai: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warf einem AfD-Politiker dabei vor, zwar konstruktiv in Ausschüssen mitzuarbeiten, vor der Kamera aber ein anderes Gesicht zu zeigen.  

Die AfD hatte kürzlich einen Untersuchungsausschuss zum Vorgehen der Bundesregierung in der Corona-Krise gefordert. Dass Angela Merkel inzwischen weitestgehend den Ländern die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und weiteren Maßnahmen überlassen hat, gefällt nicht allen Experten. Mit einem drastischen Vorschlag ist jetzt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgeprescht - er will eine „Steuersenkung wie seit 30 Jahren nicht mehr“.

*Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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