38 Millionen teuer

Elite-Uni macht peinliche Fehler in neuem Pracht-Bau: „Auch Studienanfänger haben damit oft Probleme“

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Die LMU eröffnete eine neue Bibliothek, das Philiologicum. Dort kam es zu Schreibfehlern bei Zitaten an den Wänden.

Bei einer Prüfung gäbe es dafür Punktabzug. An den Wänden der neuen Fachbibliothek für Sprach- und Literaturwissenschaften an der LMU, stehen falsche Zitate an den Wänden.

  • An der Münchner LMU wurde eine neue Fachbibliothek für Sprach- und Literaturwissenschaften eröffnet.
  • Der Bau des Philologicum dauerte vier Jahre und kostete 38 Millionen Euro.
  • Kurz nach der Eröffnung sind bei den griechischen Zitaten an den Wänden Fehler aufgefallen.

Update 15 Uhr: „Das Problem war vor allem, dass die Zitate im Foliendruckverfahren angebracht worden sind, und bei dieser Technik die Folie vom Glas abgezogen werden muss“, sagte der Leiter des Philologicums, Benjamin Rücker angesprochen auf die Panne im LMU-Gebäude. „Dabei sind einige der typographisch recht feinen Hauchzeichen leider mit abgezogen worden.“

Bei diesen Hauchzeichen handelt es sich um diakritische Zeichen über den Vokalen. Die Uni hat inzwischen aus der Not eine Tugend und aus der Fehlersuche eine Übung für ein Proseminar gemacht. „Auch Studienanfänger der Gräzistik haben oft Probleme mit dem korrekten Setzen der Hauchzeichen“, sagte Rücker. Die Korrekturen der Fehler seien aber schon in Auftrag gegeben worden.

München: Elite-Uni leistet sich peinliche Fehler in neuem Vorzeige-Bau

Ursprungsmeldung vom 6. Dezember, 14.30 Uhr:

Es war ein Großprojekt für die Ludwig-Maximilians-Universität in München - der Bau des Philologicum. Doch das Projekt wurde ohne schwerwiegende Verzögerung beendet und fertiggestellt. Das ließ die LMU in einem Statement verlauten. In der neu errichteten Fachbibliothek für Sprach- und Literaturwissenschaften sind alle philologischen Bibliotheken der LMU unter einem Dach vereint. 

Auf einer Fläche von etwa 6.000 Quadratmetern können die Studenten dann 430.000 Medien in über 80 Sprachen nutzen. Dort haben die Studenten Platz und müssen nicht mit kuriosen Gästen im Hörsaal sitzen.

Dafür wurde das von Friedrich von Gärtner erbaute Gebäude aus dem Jahr 1833 in der Ludwigsstraße 25 entkernt und ausgebaut. Die Baumaßnahmen dauerten vier Jahre und kosteten rund 38 Millionen Euro. Seit Anfang des Wintersemesters steht das Gebäude den Studierenden offen. 

Offiziell durch den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder eingeweiht wurde das Philologicum jedoch erst am Mittwoch. Bei der Einweihung sprach auch LMU-Präsident Professor Bernd Huber: 

„Mit dem Philologicum wird ein lang gehegter Wunsch Wirklichkeit: Die Zusammenführung aller Bibliotheken der Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU in einem modernen und zukunftsweisenden Zentrum, das optimale Studien- und Forschungsbedingungen direkt am Stammgelände der Universität bietet. Wir sind überzeugt, dass das Philologicum den Anforderungen unserer Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an eine Bibliothek im 21. Jahrhundert bestmöglich gerecht wird.”

Panne an der LMU München: Fehler bei Zitaten an der Wand 

Doch ob das neue Gebäude den Ruf der LMU nur positiv verstärkt, sei dahingestellt. Laut Informationen der SZ, haben sich ein paar Fehler in das Gebäude eingeschlichen. Dabei geht es allerdings nicht um Pfusch am Bau. 

An den Wänden des Philologicum stehen Zitate in gut 20 verschieden Sprachen. Darunter sind auch mehrere Ausschnitte von Homers Odyssee, natürlich auf Altgriechisch. In dieser Sprache werden, ähnlich wie im Französischem, Akzente auf den Buchstaben benutzt, um die Betonung auszudrücken. Doch laut SZ, fehlen diese bei vielen Stellen an den griechischen Wand- Zitaten. Damit sind die Textstellen fehlerhaft. 

Anscheinend konnte niemand von der Bauleitung altgriechisch. Auch die Handwerker, die die Passagen auf die Wände geklebt haben, waren der Sprachen anscheinend nicht mächtig. Es kam allerdings zu keinen ernsthaften Konsequenzen, wie bei einem Schreibfehler der bei „Rock am Ring“ Terroralarm auslöste.

Gegenüber der SZ vermutet der Philologe Peter Isèpy, dass wahrscheinlich keine wissenschaftlichen Werke für die Wand- Zitate verwendet wurden. Er hat bei einer Recherche im Internet Texte gefunden, die dieselben Fehler beinhalten. Isèpy nutzt den Fehler jetzt für seinen Kurs in Morphologie und schickt seine Erstsemester auf Fehlersuche in das Philologicum.

Es kam immerhin nicht zu einem ernsthaften Pfusch am Gebäude, wie in folgendem Video.

jh

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