Attentäter tötet fünf Menschen

Nach Angriff in Norwegen: Zweifel an Zurechnungsfähigkeit des Schützen - Deutsche unter den Opfern

Unter den Todesopfern von Kongsberg war auch eine Deutsche. Das bestätigte das Auswärtige Amt. Unterdessen werden Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Schützen laut.

Update vom 17. Oktober 2021: Wenige Tage nach dem Anschlag in Norwegen mit fünf Toten haben die Behörden große Zweifel an der geistigen Zurechnungsfähigkeit des mutmaßlichen Bogen-Attentäters von Kongsberg. Polizeiinspektor Per Thomas Omholt sagte, dass die laufenden Ermittlungen den Verdacht erhärtet hätten, dass der Festgenommene psychische Probleme hat. Er wurde deshalb für die Untersuchungshaft in einer medizinischen Einrichtung untergebracht. Wie das Auswärtige Amt bestätigte, war unter den Opfern des Angriffs auch eine 52-jährige Deutsche (siehe Erstmeldung).

Immer „weniger glaubwürdig“ erschien dem Ermittler Omholt zufolge der Übertritt des Verdächtigen Espen Andersen B. zum Islam. Der 37-jährige Däne habe sich „nicht an die in dieser Kultur und Religion üblichen Traditionen“ gehalten, sagte Omholt. Von der These eines zunächst für möglich gehaltenen islamistisch motivierten „Terrorakts“ rücken die Ermittler somit immer weiter ab. Eine psychische Erkrankung hätte auch Auswirkungen auf die Schuldfähigkeit des Angreifers. Die psychiatrische Begutachtung B.s könnte mehrere Monate in Anspruch nehmen.

B. hatte zugegeben, am Mittwoch in Kongsberg im Südosten Norwegens fünf Menschen getötet und drei weitere verletzt zu haben. Dabei schoss er unter anderem mit Pfeil und Bogen um sich. Nach der Tat wurde der Verdächtige festgenommen. Nach Polizeiangaben gab er die Tat zu, seine Schuld gestand er aber nicht ein. „Alles deutet darauf hin, dass er seine Opfer willkürlich auswählte“ und allein handelte, sagte Omholt weiter. Nach Angaben der Polizei hatte er „ein paar Tage“ vorher über seinen Anschlag nachgedacht.

Kongsberg: Frau aus Deutschland unter den Todesopfern

Meldung vom 16. Oktober 2021:

Kongsberg - Mit Pfeil und Bogen war der Todesschütze von Kongsberg bei seinem Angriff am Mittwochabend auf unschuldige Passanten losgegangen, fünf Menschen starben. Unter den Todesopfern ist auch eine Frau aus Deutschland. Das bestätigte nun das Auswärtige Amt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten norwegische Medien über die Identität der Opfer berichtet.

Nach Angriff in Norwegen: Auswärtiges Amt bestätigt - Frau aus Deutschland unter den Todesopfern

Während sich der mutmaßliche Täter, ein 37 Jahre alter Mann aus Dänemark, weiter in Untersuchungshaft befindet, dringen nach und nach immer mehr Details zu seinen Opfern ans Tageslicht. „Wir müssen leider bestätigen, dass unter den Opfern eine seit längerem in Norwegen lebende deutsche Staatsangehörige ist“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Weitere Details zu Alter oder Lebensumständen der Frau nannte er nicht. Wie t-online unter Berufung auf norwegische Berichte erklärt, soll es sich bei der getöteten Frau aus Deutschland um eine 52-Jährige handeln. Sie stamme demnach aus Norddeutschland.

Das Motiv des Angreifers scheint nach Angaben der Polizei noch immer unklar. Nach der Vernehmung sei es für Ermittler denkbar, dass der Mann psychisch krank sei. „Unsere Hypothese ist, dass der Hintergrund eine Erkrankung ist“, sagte Polizeiinspektor Thomas
Omholt am Freitag bei einer Pressekonferenz. Aus diesem Grund werde dem Angreifer bislang keine Terrortat, sondern fünffacher Mord vorgeworfen. Der 37-Jährige hatte die Tat kurz nach dem Angriff eingeräumt. Wie die Polizei weiter erklärt, befinde sich der mutmaßliche Täter aufgrund seines Gesundheitszustands nicht im Gefängnis, sondern in einer geschlossenen medizinischen Einrichtung.

Rubriklistenbild: © Terje Bendiksby/NTB/dpa

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