Aus dem Zeitalter der Wikinger 

Sensationsfund auf Rügen: Schüler (13) findet tausend Jahre alten Silberschatz 

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Ein tausend Jahre alter Silberschatz wurde auf Rügen gefunden. 

Einen tausend Jahre alten Silberschatz hat ein 13-Jähriger Schüler gemeinsam mit einem Hobby-Archäologen auf Rügen entdeckt. Nun kam heraus, woher der Fund stammt.

Rügen - Archäologen haben auf der Ostseeinsel Rügen einen Silberschatz aus der Zeit des Dänenkönigs Harald Blauzahn gehoben. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung fand der Schüler Luca Malaschnitschenko (13) gemeinsam mit Hobby-Archäologe René Schön den Wikinger-Schatz mit Metalldetektoren. Beide sind ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger auf Rügen. 

Die Münzen, Ringe, Armreife, Fibeln und Perlen wurden ersten Erkenntnissen zufolge zwischen 980 und 990 in der Nähe eines Hügelgrabs aus der Bronzezeit vergraben. Damals war vermutlich der erste christliche König Dänemarks auf der Flucht vor seinem Sohn in der Gegend, wie Michael Schirren vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommerns am Montag der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Silberschatz auf Rügen umfasst rund anderthalb Kilo Schmuck und Münzen 

Diese Münze ist unter Harald Blauzahn (936-984) der erste eigenständige Münztyp Dänemarks gewesen.

Insgesamt bargen die Experten am vergangenen Wochenende bei Schaprode auf einer Fläche von 400 Quadratmetern rund anderthalb Kilogramm Schmuck und Münzen. Allein die Menge mache den Fund zu einem der bedeutendsten im südlichen Ostseeraum, sagte Schirren. Die Stücke stammen aus Sachsen, England, dem Ottomanischen Reich und selbst aus Byzanz.

Die zwei ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger entdeckten die ersten Münzen bereits im Januar und informierten das Landesamt. Um das Feld absuchen zu können, mussten die Archäologen aber auf besseres Wetter warten. Schirren ist sicher, dass der Schatz möglicherweise in nicht mehr vorhandenen Leder- oder Stoffbeuteln auf sehr begrenzten Raum vergraben wurde. Über die Jahrhunderte wurden die Schmuckstücke von Pflügen unter der Erde verteilt, ohne dass die Bauern es merkten.

Wikinger-Schatz hat tausend Jahre alte Geschichte 

Rund hundert der insgesamt 600 Münzen hatte Harald Blauzahn, der von 910 bis 987 lebte, prägen lassen. Sie sind in der Regel mit Kreuzen verziert und waren möglicherweise ein "politisches Bekenntnis" des Königs zu seinem christlichen Glauben. Harald, der die dänischen Stämme einte und selbst Norwegen eroberte, wollte einst noch als Wikinger England erobern.

960 aber ließ er sich taufen. Im Streit mit seinem Sohn Sven Gabelbart floh Harald kurz vor seinem Tod um 987 über die Ostsee und könnte auch den Schatz bei Schaprode vergraben haben, zumal fast nebenan auf der Insel Hiddensee 1872 der berühmte Goldschatz von Hiddensee gefunden wurde, den die Experten eindeutig Haralds Hofstaat zuordnen.

Anders als Harald hielt sein Sohn offenbar nicht viel vom Christentum. Die Ambivalenz der damaligen Zeit zeigt sich auch im Silberschatz von Schaprode. Ein kleiner silberner heidnischer Thorshammer gehört für Schirren zu den schönsten Fundstücken. Auch Harald hatte möglicherweise nur ein taktisches Verhältnis zur christlichen Kirche. Verheiratet war er jedenfalls mit der Tochter eines slawischen Abodritenfürsten.

Lesen Sie auch: Kreta: Deutsche Schatzsucher landen im Gefängnis

AFP

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