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Intendanten um ARD-Chef Tom Buhrow haben „kein Vertrauen mehr“ in RBB-Geschäftsleitung

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Von: Tobias Utz, Moritz Serif

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Friederike von Kirchbach tritt als Vorsitzende des RBB-Rundfunkrats zurück. Jetzt schaltet sich die ARD ein. 

Update vom Samstag, 20. August, 17.15 Uhr: Die ARD-Spitze hat der amtierenden Leitung des RBB das Vertrauen entzogen. „Wir, die Intendantinnen und Intendanten der ARD, haben kein Vertrauen mehr, dass der geschäftsführenden Leitung des Senders die Aufarbeitung der diversen Vorfälle zügig genug gelingt“, erklärte der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow am Samstag in Köln. Wenige Stunden zuvor hatte die Vorsitzende des RBB-Rundfunkrats, Friederike von Kirchbach, ihr Amt niedergelegt.

Hintergrund ist die Affäre um die inzwischen abberufene bisherige RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. Buhrow kritisierte, nach wie vor erführen seine Kolleginnen und Kollegen immer neue Vorwürfe ausschließlich aus der Presse. Er betonte, der RBB brauche jetzt einen Neuanfang. „Dieser wird auch die amtierende Geschäftsführung des Senders betreffen müssen“, denn es sei fraglich, dass der RBB mit seiner bisherigen Aufstellung stabilisiert werden könne, hob Buhrow weiter hervor. Genau dies sei aber „im elementaren Interesse der ARD, der leidgeprüften Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch der Menschen im RBB-Sendegebiet“.

Tom Buhrow, Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), sitzt in seinem Büro im Gebäude des WDR.
WDR-Intendant Tom Buhrow hat dem RBB öffentlich das Vertrauen entzogen. © Henning Kaiser/dpa/picture alliance

Schlesinger-Skandal: RBB-Rundfunkrat-Vorsitzende tritt zurück

Erstmeldung vom Samstag, 20. August: Berlin –  Die Vorsitzende des RBB-Rundfunkrats, Friederike von Kirchbach, tritt angesichts der Krise des öffentlich-rechtlichen ARD-Senders mit sofortiger Wirkung zurück. Das teilte die 67-Jährige am Samstag in einer Erklärung mit. Damit gibt es nun eine weitere personelle Konsequenz in der Affäre um Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen die abberufene Intendantin Patricia Schlesinger.
Von Kirchbach teilte mit: „Der RBB steht vor einem Neuanfang. Nach zehn Jahren als Vorsitzende des Rundfunkrates möchte ich dazu einen Beitrag leisten und stelle mein Amt zur Verfügung.“ Das Gremium habe mit der Abberufung von Schlesinger als Intendantin den Weg für neue Strukturen und Personen in dem ARD-Sender frei gemacht. „Für alles, was jetzt kommt, sehe ich neue Verantwortliche in der Pflicht, deshalb trete ich zurück“, hieß es weiter.

Friederike von Kirchbach
Friederike von Kirchbach hat ihren Rücktritt als Vorsitzende des RBB-Rundfunkrates erklärt. © Gerald Matzka / dpa

Sie betonte zugleich, in der aktuellen Debatte um den RBB und das öffentlich-rechtliche System solle es nicht um Personen gehen, für sie stehe die Sache im Vordergrund. „Dazu gehört die selbstkritische Betrachtung unserer Arbeit im Rundfunkrat in der Vergangenheit. Diese Diskussion jetzt noch mit angestoßen zu haben, ist mir wichtig.“ Sie sei andererseits nicht bereit, ihre berufliche Integrität als Pfarrerin und Seelsorgerin in Frage stellen zu lassen, das geschehe öffentlich und sei für sie nicht hinnehmbar.

Schlesinger-Skandal beim RBB: Auch von Kirchbach nicht mehr im Amt

Von Kirchbach stand dem Kontrollgremium seit 2013 vor, seit 2007 war sie Mitglied. Der stellvertretende Rundfunkratsvorsitzende, Dieter Pienkny, übernimmt die Amtsgeschäfte vorerst kommissarisch.

ARD legt nach Schlesinger-Skandal Gehälter offen

So viel verdienen die Intendantinnen und Intendanten

Der Rundfunkrat ist eines der Kontrollgremien in dem öffentlich-rechtlichen Sender, er hat die Programmarbeit im Blick. Das Gremium wählt auch den Intendanten. Am Montag hatten die Rundfunkratsmitglieder Schlesinger abberufen. Der Verwaltungsrat als zweites Kontrollgremium behandelt nun die konkrete Vertragsauflösung. (tu/dpa)

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