Riesiger Luxuspalast

Luxus-Anwesen von Wladimir Putin? Das sagt der Architekt des Palasts zur Nawalny-Enthüllung

Luxuspalast am Schwarzen Meer? Kreml-Kritiker Alexej Nawalny wirft Russlands Präsident Korruption im großen Stil vor. Jetzt meldet sich der Architekt des Anwesens.

  • Der Putin-Kritiker Alexej Nawaly wurde nach seiner Rückkehr nach Russland inhaftiert.
  • Nawalny veröffentlichte ein Video mit neuen Korruptionsvorwürfen gegen Wladimir Putin.
  • Ein riesiger Luxus-Palast am Schwarzen Meer soll laut Nawalnys Recherchen Putin gehören.

Update vom Freitag, 19.02.2021, 16.32 Uhr: Das Enthüllungsvideo des Kreml-Kritikers und Oppositionellen Alexej Nawalny über ein mutmaßliches Luxus-Anwesen des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat in Russland hohe Wellen geschlagen. Fast ein Viertel aller Russen soll den Film laut Umfragen gesehen haben. Auf Youtube wurde das Video mittlerweile fast 113 Millionen Mal angeklickt. Jetzt meldet sich der Architekt des Luxuspalastes zu Wort.

„Architektonisch gesprochen ist es nicht mein größtes oder bestes. Schöner Neoklassizismus halt, das war gefragt. Ich baue als Architekt das, was der Kunde wünscht“, sagt der italienisch-russische Architekt Lanfranco Cirillo in einem Gespräch mit dem Spiegel. Mit 7800 Hektar Fläche ist das Anwesen in Gelendschik am Schwarzen Meer fast 39-mal so groß wie Monaco. Der mutmaßliche Putin-Palast selbst strotzt laut den Recherchen von Alexej Nawalny nur so vor Überfluss. Einen großen Wellnessbereich, eine Aquadiskothek und ein Heimtheater soll es darin geben.

Putin-Anwesen am Schwarzen Meer: Luxuspalast ist von Schimmel befallen

„Wir haben fantastische Materialien benutzt. Am Ende war ich stolz auf meine Arbeit. Das ist gutes „Made in Italy““, sagte Cirillo. Den Film von Nawalny habe er sich angesehen. Die Möblierungspläne des Palasts sähen echt aus. Auch die 3-D-Rekonstruktion stimme im Großen und Ganzen. Ansonsten findet Cirillo so ziemlich alles irreführend in diesem Film, lässt gegenüber dem Spiegel jedoch viele Fragen ins Leere laufen. Über Putin sagt er: „Ich habe nie den Präsidenten in Gelendschik gesehen, und ich habe nie mit dem Präsidenten über dieses Projekt gesprochen.“

Der Palast selbst ist aktuell weit von der Fertigstellung entfernt. Die von Nawalny im Film gezeigten Rekonstruktionen entsprechen zwar den Plänen, jedoch nicht dem tatsächlichen Zustand des Luxuspalastes. Grund ist ein hartnäckiger Schimmel und ein Fehler beim Lüftungssystem. Das Anwesen musste leergeräumt werden, alle kostbaren Gegenstände wurden entfernt, erzählt Nawalny in seinem Video.

Das Bild aus einem vom russischen Oppositionellen Alexej Nawalny produzierten Youtube-Video zeigt eine Drohnenansicht eines Anwesens an der Schwarzmeerküste.

Russland: Wende nach Nawalny-Enthüllung - Nun meldet sich Putin zu Wort

Update vom Montag, 25.01.2021, 14.56 Uhr: Während einer Online-Fragerunde mit Studierenden hat Russlands Präsident Wladimir Putin sich offenbar überraschend zu den Korruptionsvorwürfen von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny geäußert. Nawalny hatte vor etwa einer Woche, am 19. Januar 2021, ein Video auf Youtube veröffentlicht, in dem er Putin den größten Korruptionsskandal der Geschichte Russlands vorwirft.

In dem fast zweistündigen Video, das mittlerweile mehr als 86 Millionen Mal angesehen wurde, rekonstruiert Alexej Nawalny die Besitzverhältnisse eines riesigen Luxuspalasts am Schwarzen Meer. Laut dem Kreml-Kritiker gehört dieser Wladimir Putin. Dieser hat die Vorwürfe nun persönlich zurückgewiesen. „Nichts von dem, was hier als mein Besitz aufgeführt wird, gehört mir oder meinen engen Verwandten, und das hat es auch niemals“, sagte Putin während des Video-Gesprächs mit Studenten laut spiegel.de.

Wladimir Putin betritt während seiner Inauguration in Moskau durch eine goldene Tür einen Saal im Kreml.

In dem Gespräch soll Putin auch gesagt haben, er habe das Nawalny-Video noch nicht gesehen. Gleichzeitig soll er es als „langweilig“ bezeichnet haben. Laut Russlands Präsident ist das Video das Ergebnis von „Gehirnwäsche“.

Ist das Putins geheimer Luxus-Palast? „39-mal so groß wie Monaco...“

Erstmeldung vom Donnerstag, 21.01.2021: Moskau - Das zweistündige Video von Putin-Kritiker Alexej Nawalny sorgt in Russland für Aufsehen. Innerhalb kürzester Zeit ging das Video viral und wurde innerhalb eines Tages mindestens 22 Millionen Mal angesehen.

Mit dem Video erhebt Nawalny, der nach seiner Rückreise nach Russland zu einer 30-tägigen U-Haft verurteilt wurde, erneut Korruptionsvorwürfe gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er sei ein „Zar“, der jedes Maß verloren habe, sich selbst bereichere und seine Freunde durch das Stehlen öffentlicher Gelder zu abhängigen Dienern mache, wirft Nawalny Putin mit Blick auf den riesigen Luxus-Palast am Schwarzen Meer vor.

Nawalny-Recherche: Putins geheimer Palast am Schwarzen Meer

Die Videoaufnahmen zeigen einen Luxus-Palast unglaublicher Ausmaße. Mit einer Fläche von 7800 Hektar Fläche* ist das Anwesen etwa 39-mal so groß wie Monaco. Es soll unter anderem eine eigene Weinkelterei, eine Austernfarm, eine Kirche, Parkanlagen und einen Hubschrauberlandeplatz, sowie einen Wellnessbereich mit Saunen und Massagebereich in Putins mutmaßlichem Luxus-Anwesen geben. Auf Facebook hat das Team Nawalny auch Bilder des vermeintlichen Putin-Anwesens veröffentlicht. Ende des vergangenen Jahres waren Gerüchte aufgekommen, dass Putin an Krebs* erkrankt ist.

Zudem bezeichnet Nawalny das Anwesen als „den teuersten Palast der Welt“. Etwa 1,3 Milliarden Euro (100 Milliarden Rubel) soll das Luxusgebäude kosten - laut der Recherche von Alexej Nawalny durch Schmiergelder finanziert. Laut Nawalny handele es sich bei dem geheimen Luxus-Palast um den größten Korruptionsskandal der russischen Geschichte.

Er wirft Putin Amtsmissbrauch und Hinterziehung öffentlicher Gelder in Russland vor. Anhand zahlreicher erstmals so gezeigter Dokumente rekonstruiert das Video die verschleierten Besitzverhältnisse des größten Privatanwesens in Russland.

Der „teuerste Palast der Welt“ gehört laut Nawalny-Recherchen Wladimir Putin

Den Recherchen zufolge waren zeitweise „kleine Beamte“ aus der Präsidialverwaltung als Eigentümer eingetragen, berichtet die dpa. Bereits seit Monaten halten sich in Russland Gerüchte, dass Putin sich öfter am Schwarzen Meer aufhalte als in Moskau.

Zahlen und Fakten zu Putins mutmaßlichem Luxuspalast
LageNahe der Stadt Gelendschik am Schwarzen Meer
Größe 17.500 Quadratmetern
KostenEtwa 100 Milliarden Rubel (1,3 Milliarden Euro)

Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, wies die Vorwürfe zurück. Wladimir Putin und der Kreml hätten mit dem Palast nichts zu tun, sagte Peskow, der sich dazu genötigt sah, auf die Vorwürfe zu reagieren.

Am Ende des Videos ruft Nawalny seine Anhänger zu Protesten am kommenden Samstag auf. Das Video gilt als Reaktion Nawalnys auf seine Inhaftierung. (Sarah Neumeyer mit dpa) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktiosnetwerks. *An dieser Stelle stand zuvor, dass das Anwesen eine Fläche von 17.500 Quadratmetern Fläche hat. Bitte entschuldigen Sie den Fehler.

Rubriklistenbild: © Navalny Life/dpa

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