Brutale und kuriose Fälle

Sportstars mit krimineller Vergangenheit: Pistolen, Klodeckel und Hundekämpfe

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Auch Stürmerstar Robert Lewandowski vom FC Bayern München kam mit den Gesetzeshütern in Kontakt. Ein schwerwiegendes Verbrechen hatte er aber nicht begangen. Hier bejubelt er einen Treffer beim Bundesligaspiel in Paderborn.

Der französische Fußball-Erstligist OGC Nizza hat das Nachwuchstalent Lamine Diaby-Fadiga gefeuert. Der 18-Jährige hatte einem Mitspieler eine 70 000 Euro teure Uhr aus der Kabine gestohlen.

Damit reiht er sich ein in eine lange Liste von Sportlern ein, die mit Straftaten – teils brutal, teils skurril – auf sich aufmerksam gemacht haben.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit istO. J. Simpson: Der Fall des Ex-Footballstars und Schauspielers ist einer der brutalsten und am meisten beachtetsten. Simpson stand 1994 in Verdacht, seine Ex-Frau und deren Bekannten ermordet zu haben. Trotz schwerer Beweislast sprachen ihn die Geschworenen – begleitet von viel Kritik – frei. 2008 wurde er wegen bewaffneten Raubüberfalls und Geiselnahme zu einer Haftstrafe von 33 Jahren verurteilt. 2017 kam er vorzeitig auf Bewährung frei.

Matti Nykänen, ehemaliger Skisprung-Olympiasieger. Der Finne verstarb im Februar 2019 nach schwerer Krankheit.

Simpson ist kein Einzelfall. Boxlegende Mike Tyson saß wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Vergewaltigung mehr als drei Jahre hinter Gittern. Der frühere Skisprung-Olympiasieger Matti Nykänen wurde wegen zahlreicher Gewaltdelikte mehrere Monate eingesperrt. Er verstarb im Februar dieses Jahres.

Viel Medienwirbel beim Fall von Oscar Pistorius

Mit viel Medienwirbel ging der Fall vonOscar Pistorius einher. Der Südafrikaner, sechsfacher Goldmedaillengewinner bei Paralympischen Spielen, erschoss 2013 seine Lebensgefährtin. Im Prozess gab er an, er habe seine Freundin versehentlich erschossen, weil er sie für einen Einbrecher hielt. Erst im November 2017 endete das Verfahren: Pistorius wurde wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Auch WasserspringerBruce Kimball hatte mit tragischen Todesfällen zu tun. Der amerikanische Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles verursachte 1988 unter Alkoholeinfluss einen Verkehrsunfall, bei dem zwei Teenager starben. Kimball hatte mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen.

Für Triathlet John McAvoy bot das Gefängnis indes die Eintrittskarte in den Sport. Er wurde in eine Familie Krimineller hineingeboren und schloss sich als Teenager dem organisierten Verbrechen an. Wegen bewaffneten Raubs kam er ins Gefängnis, begann dort ein Fitnessprogramm, wurde professioneller Athlet und nahm am Ironman teil.

80 Euro Strafe für Diebstahlversuch im Baumarkt

Es gibt aber auch kuriose Fälle von Straftaten von Profisportlern. Als Englands ehemaliger Nationalspieler Glen Johnson noch für den FC Portsmouth spielte, wurde er gemeinsam mit Millwall-Profi Ben May beim Diebstahl in einem Baumarkt erwischt. Die beiden hatten ein falsches Preisschild auf einen Klodeckel geklebt und versucht, Wasserhähne aus dem Laden zu klauen. Die drakonische Strafe? 80 Euro.

Ein deutlich härteres Urteil wurde gegen Football-Quarterback Michael Vick gefällt. Er wurde 2007 wegen Verstrickungen in illegale Hundekämpfe inhaftiert. Die Polizei beschlagnahmte etwa 60 Hunde, die für Kämpfe abgerichtet und eingesetzt wurden. Einige Tiere sollen zudem brutal ermordet worden sein. Vick wurde zu 23 Monaten Haft verurteilt.

Diego Maradona in einer Szene aus dem Dokumentarfilm "Diego Maradona": Der Jahrhundert-Weltfußballer fiel immer wieder negativ auf, ob durch Gewalt- oder Drogendelikte.

Ewig in Erinnerung bleibt auchDiego Maradona. Als Journalisten 1994 das Haus des Jahrhundert-Weltfußballers belagerten, versteckte er sich hinter seinem Auto und schoss mit einer Luftpistole auf die Reporter, von denen er einige verletzte. Eine Haftstrafe auf Bewährung war das Ergebnis – dazu kamen zahlreiche Kokain-Eskapaden. 

Auch Bayern-Star Robert Lewandowski betroffen

Dass Fußballer durch Gewalt auffallen, kommt gar nicht so selten vor. Skandalkicker Joey Bartonwar in mehrere Schlägereien verwickelt, drückte zudem einem Jugendspieler von Manchester City eine Zigarette aufs Auge. Eric Cantonastreckte 1995 einen Fan per Kung-Fu-Tritt nieder. Ganz anderen Geschäften ging Peter Storeynach seinem Karriereende 1978 nach. Er wurde zum Bordellbesitzer, Autodieb, Importeur von Pornofilmen und Geldfälscher. Der spätere Taxifahrer musste drei Jahre hinter Gitter.

Einen Sonderfall hat Bayern Münchens Stürmer Robert Lewandowski erlebt. Weil Polens Kapitän 2015 nach dem 2:1 über Irland mit einer Champagnerflasche die EM-Qualifikation gefeiert und auch aus dieser getrunken hat, wurde er angezeigt. In seiner Heimat gilt nämlich ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Schwerwiegende Folgen blieben aber aus. 

Keine Sorgen um seine Zukunft muss sich derweil wohl Lamine Diaby-Fadiga machen. Zweitligist Paris FC hatte nach Bekanntwerden der Vertragsauflösung direkt sein Interesse am französischen U18-Nationalspieler bekundet.

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