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Milliardenschwerer Oligarch kritisiert Sanktionen: „Wir wissen nicht, wie wir überleben sollen“

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Von: Vincent Büssow

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Teffen zwischen Pjotr Awen und Wladimir Putin im Jahr 2005.
Der Oligarch Pjotr Awen trifft sich regelmäßig mit Wladimir Putin. Die Sanktionen gegen ihn hätten keine Auswirkungen auf den Präsidenten von Russland, sagt er. (Archivfoto) © Imago

Während der Krieg in der Ukraine andauert, hat ein Oligarch aus Russland eigene Sorgen: Pjotr Awen spricht über die Auswirkungen der Sanktionen auf ihn.

London – Finanzen waren von Beginn an ein großer Teil der Sanktionen, die der Westen als Reaktion auf den Ukraine-Krieg* gegen Russland* erlassen hat. Wie wirken sich diese aber genau auf die Oligarchen um Wladimir Putin* aus, von denen in diesem Zusammenhang die Rede ist? Pjotr Awen ist einer von ihnen und sprach mit der Financial Times über sein neues Leben als sanktionierter Milliardär.

Awen soll insgesamt 4,5 Milliarden Pfund in Geld und Besitztümern verfügen, hat jedoch nach eigener Angabe Zugriff auf kaum etwas davon. Der in London lebende Russe fragt sich im Gespräch mit der Financial Times, ob er eine Putz- und Fahrkraft haben dürfe: „Ich fahre kein Auto, vielleicht wird meine Stieftochter fahren. Wir wissen nicht, wie wir überleben sollen.“ Der Ironie dieser Worte scheint sich der Oligarch durchaus bewusst zu sein: „Ich beschwere mich nicht, wenn Menschen sterben“, sagt Awen mit Blick auf den Krieg in der Ukraine*. Trotzdem spricht er ausführlich über Auswirkungen der Sanktionen auf ihn und beklagt deren Ungerechtigkeit.

Pjotr Awen
Geburtsdatum16.03.1955
GeburtsortMoskau, Russland
BerufGeschäftsmann, Wirtschaftswissenschaftler, Politiker
Geschätztes Vermögen4,5 Milliarden Pfund

Ukraine-Krieg: Oligarch aus Russland kritisiert Sanktionen

Als Oligarch, der engen Kontakt zu Putin hat, wurde Awen sowohl privat als auch beruflich eingeschränkt. Von seinem Posten als Präsident der sanktionierten Alfa-Bank trat er zurück. Seine finanziellen Beteiligungen an der Holding LetterOne wurden eingefroren, wobei Dividenden an Hilfsaktionen für die Ukraine umgeleitet werden. In 20 Tagen soll er Großbritannien* verlassen, wobei er einen lettischen und russischen Pass sowie ein Visum für die Vereinigten Staaten besitzt. Zuletzt verschonten die USA den Oligarchen von Sanktionen. Dennoch will dieser die Auflagen von Großbritannien und der EU* anfechten. Die erste Hürde besteht dabei darin, einen Anwalt zu finden, der noch mit ihm arbeiten will, wie er der Financial Times erzählt.

Pjotr Awen war sowohl wirtschaftlich als auch politisch in Russland tätig. Am Tag, an dem Putin seine Invasion der Ukraine startete, war der Oligarch zu Besuch im Kreml. Dennoch streitet er die Vorwürfe, ein putintreuer Unternehmer zu sein, ab. Vielmehr müsse man als Geschäftsmann in Russland Kontakt zum Präsidenten pflegen. Awen moniert außerdem, dass die Sanktionen gegen ihn keinen Effekt auf Putin selbst haben werden. (vbu) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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