Eisregen und Schnee

„Massive Anzahl an Verkehrsunfällen“: Glatteis-Warnung in Deutschland - Autofahrer stirbt bei Frontal-Unfall

Tödlicher Frontal-Crash nach Eisregen: Einsatzkräfte versuchten den Fahrer noch aus dem Wagen zu retten - leider vergeblich.
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Tödlicher Frontal-Crash nach Eisregen: Einsatzkräfte versuchten den Fahrer noch aus dem Wagen zu retten - leider vergeblich.

Eisregen und Schnee - spiegelglatte Straßen haben Montagabend und in der Nacht zu Dienstag zu zahlreichen Unfällen geführt. Vor allem im Norden. Es gab Verletzte, mindestens ein Mensch kam ums Leben.

Offenbach/ Berlin - In Niedersachsen sorgte das Winterwetter schon am Montagabend für viele Glätte-Unfälle. Ein Autofahrer kam bei einem Frontal-Crash auf einer Bundesstraße ums Leben.

Eisregen führte auf der Bundesstraße 71 zwischen Brockel und Hemslingen zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Auf gerader Strecke fuhr eine Autofahrerin (29) frontal - „nach einem Fahrfehler“ - in einen entgegenkommenden Ford, teilte die Feuerwehr mit. Nach der Kollision waren die 29-Jährige und der 54-Jährige in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Feuerwehren aus Bothel, Brockel und Hemslingen sowie der Rüstwagen aus Rotenburg wurden alarmiert, um die verletzten Personen zu retten.

Die Golf-Fahrerin konnte nach Angaben der Feuerwehr „Patientenschonend“ gerettet und in ein Krankenhaus transportiert werden. Der Mann musste mit hydraulischen Rettungsmitteln aus seinem Wagen befreit werden. Der Ford-Fahrer erlag jedoch seinen schweren Verletzungen. Die Bundesstraße 71 war mehrere Stunden gesperrt.

Auf der Autobahn A7 bei Göttingen herrschte am Montagabend Glätte-Alarm. Die A7 wurde zweimal in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Streufahrzeuge der Autobahnmeisterei waren im Dauereinsatz. Im Landkreis Gifhorn fällt wegen des Wetters und extremer Glätte der Präsenzunterricht am Dienstag aus, twitterte die Polizei am frühen Morgen.

In Niedersachsen kam es seit dem Abend „in kürzester Zeit zu einer massiven Anzahl an Verkehrsunfällen“, teilte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen der Nachrichtenagentur dpa mit. An insgesamt zehn Unfällen seien sechszehn Autos beteiligt gewesen. Zwei Personen wurden leicht verletzt.

Wetter-Chaos in Schleswig-Holstein - viele mit Sommerreifen unterwegs

Auf den Straßen Schleswig-Holsteins ist es bei Schnee und Glätte zu Dutzenden Unfällen gekommen. In Lübeck und den Kreisen Ostholstein, Herzogtum Lauenburg und Stormarn sei die Polizei am Abend und frühen Morgen zu mehr als 40 wetterbedingten Einsätzen gerufen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Einige Autos seien in einen Graben gerutscht oder von der Straße abgekommen. Ein häufiges Problem sei die „falsche Bereifung“ gewesen. Insgesamt seien dort sechs Menschen bei den wetterbedingten Unfällen verletzt worden. Im brandenburgischen Kreis Oberhavel wurde ein Polizist bei einem Autounfall auf der A10 verletzt. Er hatte am Abend nach einem glättebedingten Lkw-Unfall Absperrungen entfernt und wurde dabei von dem Wagen erfasst.

Eisregen und Schnee in Kiel - Verkehrsgesellschaft stellt Betrieb zeitweise komplett ein

In Kiel stellte die Verkehrsgesellschaft den Verkehr komplett ein. Am frühen Dienstagmorgen wurde der Betrieb „Stück für Stück“ wieder aufgenommen. Auch die Magdeburger Verkehrsbetriebe stellten am Montagabend ihren Betrieb vorübergehend ein. Eisregen habe die Straßen spiegelglatt gemacht, teilten die Verkehrsbetriebe mit. Zudem seien die Oberleitungen der Straßenbahnen binnen weniger Minuten mit einem Eispanzer überzogen worden.

Amtliche Warnung vor Glätte - es bleibt weiter gefährlich rutschig

Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt sorgen auch im noch verschneiten Berlin und Brandenburg für Regen. Wie der Deutsche Wetterdienst am Morgen mitteilte, kommt es am Dienstagvormittag in der Region zeitweise zu Sprühregen oder Regen. Die Temperaturen klettern den Meteorologen des DWD zufolge auf bis zu acht Grad.

Warnungen vor Glätte gibt es auch noch für einige Regionen in der Südhälfte, etwa für den Süden Bayerns: Hier sei mit teilweise gefrierendem Regen oder Sprühregen zu rechnen, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Es könne zu Glatteis kommen. Im Tagesverlauf wird es aber deutlich milder als zuletzt mit 3 Grad an den östlichen Mittelgebirgen und 11 Grad im westlichen Alpenvorland.

Betreten von Eisflächen extrem gefährlich

Extrem gefährlich ist überall im Land das Betreten von Eisflächen: Einige Stunden, nachdem er beim Schlittschuhlaufen auf einem zugefrorenen Weiher in Baden-Württemberg eingebrochen war, starb ein 29 Jahre alter Mann im Krankenhaus, wie ein Sprecher der Polizei am Dienstag sagte.

Der junge Mann war am Montagnachmittag auf dem Weiher bei Ravensburg rund 50 Meter vom Ufer entfernt Schlittschuhlaufen, als das Eis unter ihm nachgab. Ein 60 Jahre alter Mann wollte dem jungen Mann helfen und brach dabei selbst ein. Passanten zogen den verunglückten Helfer ans Ufer. Der 29-Jährige wurde erst von einem Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus dem Wasser geholt und dann in ein Krankenhaus gebracht. (ml) dpa *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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