Firma stellt Betrieb ein

Fernsehhersteller Loewe ist pleite: Aiwanger bietet Hilfe an - unter einer Bedingung

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Schwarze Bildschirme bei Loewe - der TV-Hersteller ist pleite.

Loewe, der TV-Hersteller, stellt kurzfristig den Betrieb ein. Erst am Montag hatte das Management verkündet, pleite zu sein. Nun bot Hubert Aiwanger Hilfe an.

Update vom 27. Juni 2019:

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) stellt Hilfe des Freistaats für die Rettung des insolventen Fernsehherstellers Lowe in Aussicht - unter der Bedingung, dass sich ein Investor findet: „Wir tun alles Machbare, um den Beschäftigten zu helfen“, sagte Aiwanger am Dienstag auf Anfrage. „Bayern will diesen Betrieb nicht verlieren.“ Die neuerliche Insolvenz von Loewe sei für die Beschäftigen und ihre Angehörigen sowie für die Region Kronach ein harter Schlag. „Bereits frühzeitig haben wir signalisiert, wie 2013 jederzeit für Gespräche über mögliche Finanzierungshilfen zur Verfügung zu stehen.“ Damals hatte Loewe die erste Insolvenz überstanden.

Voraussetzung für staatliche Hilfen sei aber immer ein überzeugendes und nachhaltiges Zukunftskonzept eines Investors und seine Bereitschaft, sich finanziell zu engagieren. „Mein Angebot für solche Gespräche gilt unverändert“, sagte Aiwanger.

Fernsehhersteller Loewe ist pleite - das endgültige Aus?

Kronach - Der Fernsehhersteller Loewe ist pleite und will zum Wochenende kurzfristig den Betrieb einstellen. Dem oberfränkischen Traditionsunternehmen ist das Geld ausgegangen, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der Geschäftsführung hervorgeht. Demnach waren die Gläubiger nicht gewillt, ein weiteres Darlehen zur Fortsetzung des Betriebs zu geben.

„Wir sind daher aus insolvenzrechtlichen Gründen zum Schutz unserer Gläubiger verpflichtet, den Geschäftsbetrieb voraussichtlich zum ersten Juli 2019 vorläufig bei geringster Kostenlast ruhend zu stellen“, erklärte Geschäftsführer Ralf Vogt am Dienstag in seiner Stellungnahme. Damit hat sich die Krise bei einem einstigen Pionier der Fernsehtechnik dramatisch verschärft.

Loewe ist pleite, hofft aber weiter auf einen rettenden Investor

Bisher lief noch ein Insolvenzverfahren in Eigenregie, mittlerweile ist laut Unternehmen ein regulärer Insolvenzverwalter eingesetzt. Die Geschäftsführung hofft aber nach wie vor auf einen Investor, der das Unternehmen retten könnte.

Am Morgen demonstrierten Mitarbeiter von Loewe vor dem Betrieb und machten ihrem Unmut Luft, der BR berichtete zuerst darüber. Zu spät, anscheinend. Dazu aufgerufen hatte die IG-Metall, die das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung heftig kritisiert und ein reguläres Verfahren gefordert hatte.

Loewe startete ein Insolvenzverfahren in Eigenregie - Scharfe Kritik von IG-Metall

Das Verfahren sei überstürzt beantragt worden, der Investor Riverrock nur auf Profitmaximierung ausgerichtet, heißt es in einer am Montag versendeten Pressemitteilung der Gewerkschaft. Die Zukunftsängste der 400 Beschäftigten und ihrer Familien spielten für das Unternehmen keine Rolle. Die Gewerkschaft forderte außerdem, alle Beschäftigten in eine Transfergesellschaft zu überführen und ihnen Kurzarbeitergeld zu bezahlen. Fraglich ist, wie das nun umsetzbar ist.

Das oberfränkische Traditionsunternehmen kämpft schon lange mit massiven Umsatzeinbrüchen. Es ist die zweite Insolvenz in den vergangenen sechs Jahren. Zunächst stieg die britische Investmentgesellschaft Riverrock ein. Das Insolvenzverfahren in Eigenregie hat das Unternehmen Anfang Mai beantragt. Es sollte am 1. August eröffnet werden.

dpa/sob

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