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Bitcoin: Was ist das eigentlich?

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Der Bitcoin ist die älteste und bekannteste Digitalwährung der Welt und zurzeit so beliebt wie noch nie

Bitcoin und andere Kryptowährungen sind so gefragt wie noch nie. Doch was ist Bitcoin eigentlich, wie sicher ist die Kunstwährung und woher kommt der Hype. Die wichtigsten Fragen und Antworten

  • Das Konzept von Bitocin wurde 2008 in einem Arbeitspapier erstmals bekannt.
  • Der erste Bitcoin wurde am 12. Januar 2009 gehandelt.
  • Die ersten Bitcoins waren im Jahr 2009 um die 0,08 US-Dollar wert.

München - Der Bitcoin und andere Kryptowährungen sind zurzeit in aller Munde. Am Dienstag (16. Februar) erreichte die Kryptowährung erstmal einen Wert von über 50.000 US-Dollar pro Einheit. Damit hat die schon oft totgesagte Internetwährung wieder mal alle Erwartungen übertroffen. Hier erfahren Sie die wichtigsten Fakten rund um den Bitcoin und andere Kryptowährungen.

Was ist eigentlich ein Bitcoin?

Das erste Konzeptpapier der Mutter aller Kryptowährungen, des Bitcoins, erschien 2008. Die Identität des Autors und Bitcoin-Gründers Satoshi Nakamoto ist der Öffentlichkeit bis heute unbekannt. Bei dem Namen handelt es sich um ein Pseudonym, das der Bitcoin-Gründer in verschiedenen Foren benutzt hat. Die erste Bitcoin Transaktion fand am 12. Januar 2009 statt. Satoshi schickte damals zehn Bitcoins an den Entwickler Hal Finney. Satoshi arbeitete bis in das Jahr 2010 an Bitcoin weiter, dann übergab er das Projekt an Hauptentwickler Gavin Andresen. Bis heute konnte nicht geklärt werden, wer der Bitcoin-Erfinder ist.

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Bitcoin um eine digitale Währung. Im Gegensatz zu staatlichen Währungen wie dem Euro oder US-Dollar ist die Währung nicht in physischer Form verfügbar. Ein weiterer bedeutender Unterschied und Hauptgrund für den Erfolg des Bitcoins und anderer Kryptowährungen ist, dass es keine zentrale Instanz gibt, wie zum Beispiel eine Notenbank, die den Bitcoin kontrolliert. Die Währung kann also frei von Person zu Person ohne den Einfluss von Banken oder anderer Finanzinstitute gehandelt werden. Deswegen bezeichnet man den Bitcoin als ein dezentrales System. Ein weiterer großer Unterschied zu staatlichen Währungen ist, dass die Anzahl der Bitcoins begrenzt ist. Während eine Notenbank theoretisch so viele Geldscheine drucken kann wie sie möchte, ist die Anzahl der Bitcoins auf 21 Millionen gedeckelt.

Was ist eine Blockchain?

Die Blockchain ist das dezentrale Netzwerk, auf dem der Bitcoin aufgebaut ist. Der Begriff Blockchain kann ins Deutsche mit „verkettete Liste“ übersetzt werden. Die Blockchain kann mit einem Register oder Hauptbuch verglichen werden. In ihr werden Informationen mithilfe einer dezentralen, von vielen Usern genutzten Datenbank fälschungssicher übermittelt. Demnach sind Blockchains sichere, aktuelle Verzeichnisse, in der digitale Transaktionen und deren Teilnehmer für alle nachvollziehbar und transparent dokumentiert werden. Die Informationen zu der jeweiligen Transaktion sind dann aber nicht auf einem Server hinterlegt, sondern in einem Netzwerk von verschiedenen Rechnern. Somit ist die Blockchain besonders sicher vor Hackerangriffen. Die Blockchain hat zwar ihren Ursprung beim Bitcoin, die Idee wird jedoch mittlerweile auch von großen Unternehmen wie IBM und SAP weiterentwickelt.

Wie entstehen Bitcoins?

Den Entstehungsprozess eines Bitcoins bezeichnet man als Mining. Im Bitcoin-Mining stellen einzelne Rechner ihre Rechenleistung für die Transaktionsabwicklung zur Verfügung. Die Rechenleistung wird benötigt, um komplexe mathematische Aufgaben zu lösen. Sind die Aufgaben gelöst, entstehen neue Blockchain-Blöcke. Da es sich hierbei um komplexe Rechnungen handelt und diese mit wachsender Anzahl der Blöcke steigt, entstehen für die Miner kosten. Als Belohnung erhalten die Miner Bitcoin. Je mehr Blöcke dabei von den Minern geschürft werden, umso weniger Belohnung erhalten sie. Dadurch, dass immer weniger Bitcoins an die Miner ausgegeben werden, steigen die Preise bei gleichbleibender Nachfrage. Ähnlich verhält es sich bei Rohstoffen wie Edelmetallen oder Rohöl.

Wo kann ich mit Bitcoin bezahlen?

Die Möglichkeiten, mit Bitcoin zu bezahlen, sind zwar noch begrenzt, wachsen aber stetig. Neben Wikipedia, Mozilla und Greenpeace will zukünftig auch Tesla Bitcoin als Zahlungsmethode anbieten. Auch die führenden Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa wollen noch in diesem Jahr Kryptowährungen in ihre Bezahlsysteme integrieren. Dennoch ist Bitcoin unter den Kryptowährungen eine Ausnahme. Andere Kryptowährungen wie Etherum und Ripple werden nur selten als Bezahlmethode verwendet.

Wie kann ich mit Bitcoins bezahlen?

Um mit Bitcoins zu bezahlen, bedarf es zunächst Bitcoins, die auf Krypto-Börsen, wie zum Beispeil Coinbase oder Binance mit Euro, Dollar oder anderen Währungen erworben werden können. Diese Bitcoins werden in einer digitalen Coinwallet aufbewahrt. Um mit Bitcoins bezahlen zu können, benötigt der Käufer die Adresse des Empfängers. Jeder der Transaktionen wird verschlüsselt und von den Minern in die Blockchain gespeichert. Abgewickelt werden Zahlungen mit Bitcoin meist über Dienstleister wie BitPay.

Was sind die Hauptkritikpunkte an Bitcoin?

Neben dem hohen Energiebedarf gerät der Bitcoin immer wieder in die Kritik. Gerade in letzter Zeit werden Kryptowährungen aufgrund der stark fallenden Kurse oft als reines Spekulationsgeschäft und als hochriskant bezeichnet. Da der Markt nicht reguliert und kontrolliert wird, ist damit auch ein Totalverlust möglich. Ein anderer häufig angebrachter Kritikpunkt ist, dass der Bitcoin vermehrt von Kriminellen als bequeme anonyme Zahlungsmethode verwendet wird. Da die Zahlung anonym ist, ist es nahezu unmöglich, die Verantwortlichen auf diesem Weg zu überführen. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft bemängelt etwa, dass aufgrund der fehlenden staatlichen Kontrolle illegale Aktivitäten wie Geldwäsche und Steuerhinterziehung begünstigt werden.

Für wachsende Kritik sorgt zudem der immense Energieverbrauch, der beim Schürfen der Bitcoins und anderer Kryptowährungen entsteht. Eine Studie der University of Cambridge kommt zu dem Ergebnis, dass alleine der Bitcoin so viel Strom verbraucht wie die Niederlande. Da für die immer komplexer werdenden Rechenaufgaben auch immer anspruchsvollere Computersysteme benötigt werden, steigt der Energiebedarf kontinuierlich. Zusätzlich steigt die Chance einen Bitcoin zu generieren, wenn der Miner eine besonders hohe Rechenleistung zur Verfügung hat. 65 Prozent der Miner sitzen in China gefolgt von den USA und Russland. Außerdem sind Länder beliebt, die besonders niedrige Strompreise haben wie etwa Georgien. (phf) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Netzwerk

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