Konjunktur

Bundesbank: Deutsche Wirtschaft Ende 2021 geschrumpft

Deutsche Wirtschaft
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Der Container-Terminal in Bremerhaven.

Die Pandemie hat die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Monaten gebremst. In Zukunft dürfte ein anderes Megathema auch in ökonomischen Analysen mehr Gewicht bekommen: der Klimawandel.

Wiesbaden - Das vergangene Jahr ist für die deutsche Wirtschaft mit einem Dämpfer zu Ende gegangen. „Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands dürfte im Schlussquartal 2021 etwas gesunken sein“, schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht für Januar.

Einschränkungen im Kampf gegen die erneute Corona-Welle hätten „das Wirtschaftsgeschehen im Dienstleistungssektor insbesondere im Dezember teilweise deutlich belastet“. Auch Liefer- und Materialengpässe dämpften die Erholung.

Das Statistische Bundesamt geht ersten Schätzungen zufolge davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in Europas größter Volkswirtschaft im vierten Quartal 2021 zum Vorquartal um 0,5 Prozent bis 1,0 Prozent geschrumpft ist. Erste amtliche Daten zur Wirtschaftsentwicklung in den letzten drei Monaten 2021 will die Wiesbadener Behörde an diesem Freitag (28. Januar) bekanntgeben. Für das Gesamtjahr 2021 hatte das Bundesamt anhand vorläufiger Daten für Deutschland ein Wachstum von 2,7 Prozent errechnet.

Die Bundesbank will bei ihren Analysen künftig das Thema Klima stärker in den Fokus nehmen. „Klimawandel und Klimapolitik beeinflussen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und können die Preis- und Finanzstabilität tangieren. Die Erfüllung der Notenbankaufgaben kann sich dadurch erschweren“, erklärt die Bundesbank.

„Beispielsweise können physische Risiken wie der Anstieg der Durchschnittstemperaturen oder die Häufung von Extremwetterereignissen das gesamtwirtschaftliche Potenzialwachstum nachhaltig schwächen“, schreiben die Bundesbank-Volkswirte.

In diesem Zusammenhang stelle sich auch die Frage, welche Auswirkungen eine steigende Erderwärmung „auf die trendmäßige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland haben wird, falls nicht rechtzeitig und nachhaltig gegengesteuert wird“.

Das Fazit der Bundesbank-Ökonomen anhand von Modellrechnungen: „Größere BIP-Verluste entstünden bei verspäteten, abrupten oder schlecht koordinierten Maßnahmen zur Emissionsverringerung. Zwar fielen die Kosten dann später an, sie wären aber insgesamt höher. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht stellt die entschiedene und frühzeitige Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen diesen Ergebnissen zufolge die beste Handlungsoption dar.“ dpa

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