Mit Geld von Fanta 4

Luca: Ist diese Corona-App der Schlüssel für eine erfolgreiche Öffnung?

Corona-WarnApp und Luca
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Nach der Corona-Warnapp der Bundesregierung, gewinnt derzeit die Luca-App an Beliebtheit.

Die Corona-Warn-App ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ein Start-up will mit einer eigenen App jetzt alles besser machen. Die Aussichten sind gut - nicht zuletzt dank prominenter Unterstützung.

Berlin - Vergangenes Jahr wurde viel Geld und Mühe in die Entwicklung der Corona*-Warn-App investiert. Doch mittlerweile ist klar: Die App kann die Erwartungen nicht erfüllen und ihr Nutzen ist weitaus geringer als erhofft. Die neue Corona-App „Luca“ will jetzt besser machen, was die App des Robert Koch Instituts nicht geschafft hat - und Infektionsketten schnell nachvollziehbar machen.

Corona-Warn-App: Luca-App will Infektionsketten früher erkennen lassen

„Wenn‘s brennt, fragt man doch nicht: Wer erfindet den Feuerlöscher? Wir haben den Feuerlöscher da, er ist fertig und er ist jetzt zu benutzen.“ Mit diesen Worten hat der bekannteste Kopf aus dem Entwicklungsteam der Luca-App, Smudo, Musiker der Fantastischen Vier (Fanta 4) gestern seine neue App bei Anne Will beworben. Und scheinbar stieß er mit seinen markigen Worten auf große Resonanz in der Bevölkerung. Denn keine 24 Stunden nach der Ausstrahlung der Sendung waren die Server der App erstmal überlastet. Im Google Play-Store verzeichnet die App mittlerweile bereits über 100.000 Downloads.

Corona-Warn-App: Brauchen wir noch eine Corona-App?

Doch was verspricht die App eigentlich und was will sie anders machen als die von der Bundesregierung finanzierte Corona-Warn-App? Im Kern will die Luca-App Infektionsketten schneller erkennen lassen und ein Bestandteil einer konkreten Öffnungsstrategie sein. Die Entwicklungsfirma ‚Cultur4live‘ wirbt dabei mit einer „schnellen und lückenlosen Kontaktnachverfolgung“. Um dies zu ermöglichen, bedarf die App jedoch der Mithilfe von Gesundheitsämtern und Veranstaltern und möglichst vieler Downloads. In einigen Gegenden wie etwa auf Sylt oder Schwerin laufen bereits die ersten Kooperationen.

Statt der lästigen Zettelwirtschaft bietet die App eine digitale Lösung, um die Kontaktverfolgung nach einem Besuch in einem Restaurant oder Konzert zu ermöglichen. Nach der Installation hinterlegt jeder User zunächst seinen Namen, Adresse und Kontaktmöglichkeit. Um die Kontaktverfolgung zu ermöglichen, checken die User beim Betritt eines Restaurants mit einem QR-Code ein und beim Verlassen wieder aus.

Wird ein Restaurant- oder Konzertbesucher zu einem späteren Zeitpunkt positiv getestet, hat dieser die Möglichkeit, freiwillig seine vergangenen in der App gespeicherten Kontakte und Besuche mit dem Gesundheitsamt zu teilen. Das Gesundheitsamt wiederum kann andere Restaurantbesucher dann kontaktieren und sie über die Infektion informieren. Die App kann dabei nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für private Treffen verwendet werden.

Nach Angaben der App-Entwickler werden die Informationen dezentral gespeichert und nur verschlüsselt übertragen. Nur im Falle einer Infektion sollen die Daten für das Gesundheitsamt auslesbar sein. Ansonsten sollen weder die App noch die Veranstalter oder die User einen Einblick in die Daten haben.

Corona-App Luca will Kontaktverfolgung erleichtern

Bereits vergangenes Jahr wurde hitzig diskutiert, wie Bevölkerung und Wirtschaft helfen können, um die Kontaktverfolgung zu vereinfachen. In vielen Restaurants lagen dafür Listen aus, auf denen Kunden ihren Namen hinterlegen sollten. Doch die Zettelwirtschaft war äußerst unbeliebt, weil die Zettel in manchen Fällen achtlos herumlagen und kein Datenschutz gewährleistet werden konnte. Außerdem wurden die Listen von vielen als äußerst lästig empfunden, weswegen einige Nutzer keine oder nur falsche Kontaktinformationen hinterließen. Auch die 67-Millionen Euro teure Corona-Warn-App konnte keinen entscheidenden Beitrag zu einer effektiveren Kontaktverfolgung leisten.

Rapper Smudo hofft, dass die Kontaktverfolgung an Geschwindigkeit gewinnen könnte und die App zur Öffnung von gastronomischen und kulturellen Betrieben beitragen könnte. Doch wie auch bei der Corona-Warn-App der Bundesregierung kann die Luca-App nur erfolgreich sein, wenn möglichst viele Leute dabei sind. (phf) Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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